Famous People » Schauspieler » Agnes Windeck

Sie spielt stets die etwas tütelige und leicht affektierte Seniorin, die auf liebenswürdig-lästige Weise zahlreiche Widerstände überwindet – das Fach der komischen Alten ist die Domäne von Agnes Windeck. Mit ihrer prägnanten und wiedererkennbaren Stimme ist sie eine vielgefragte Sprecherin, man kann sie aber auch auf der Theaterbühne sowie in diversen Musical-Aufführungen sehen

Agnes Windeck kommt am 27. März 1888 als Agnes Sophie Albertine Windel in Hamburg zur Welt. Sie ist die Tochter eines Hamburger Kaufmanns und wächst in der Hansestadt auf. 1904 beginnt sie ihre Bühnenlaufbahn unter ihrem Mädchennamen „Anni Windel“ zunächst am Hamburger Schauspielhaus Hamburg, dann in am Königlichen Hoftheater Hannover sowie an diversen Berliner Bühnen. Nach ihrer Heirat gibt sie die Schauspielerei auf – erst nach dem Tod ihres Mannes 1938 wagt sie den Schritt zurück ins Berufsleben. Bis 1945 arbeitet sie als Lehrerin am Deutschen Theater in Berlin – zu ihren Schülern gehören unter anderem Klaus Schwarzkopf und Joachim Kuhlenkampf.

Bereits im Krieg kann man Agnes Windeck in einigen Filmproduktionen sehen, so in einer kleinen Rolle im Propaganda-Film „U-Boote westwärts!“ (1941) und in „Die große Liebe“ (1942) an der Seite von Zarah Leander und Grethe Weiser. Nach dem Krieg spielt die Schauspielerin in „Die Trapp-Familie“ (1956) neben Ruth Leuwerik, in „Vater sein dagegen sehr“ (1957) mit Heinz Rühmann und in der Komödie „Peter schießt den Vogel ab“ (1958) mit Peter Alexander. Größere Aufmerksamkeit erhält Agnes Windeck erstmals in den fünfziger Jahren durch das beliebte RIAS-Radiokabarett „Die Insulaner“ in Berlin. In den populären „Edgar-Wallace“-Filmen der sechziger Jahre wird sie regelmäßig besetzt, sie spielt in „Der Zinker“ (1963), in „Der Bucklige von Soho“ (1966) und in „Der Hund von Blackwood Castle“ (1967) an der Seite von Günter Pfitzmann, Klaus Kinski, Monika Peitsch, Gisela Uhlen, Eddi Arent, Karin Baal und Horst Tappert. Weitere Rollen hat sie als schwerhörige Tante in „Die Herren mit der weißen Weste“ (1969) und in „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ (1969) sowie als gutherzige Hausdame im Heintje-Rührstück „Einmal wird die Sonne wieder scheinen“ (1969). Sehr beliebt ist ihre Rolle der energischen, leicht schrulligen Mutter von Inge Meysel in der legendären Fernsehserie „Die Unverbesserlichen“ (1966 bis 1971).

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme ist Agnes Windeck eine beliebte Synchron- und Hörspielsprecherin – unter anderem leiht sie Margaret Rutherford („Miss Marple“) ihre Stimme. In der deutschen Uraufführung des legendären Musicals „My Fair Lady“ agiert Agnes Windeck als Mutter Higgins, insgesamt spielt sie diese Rolle etwa vierhundertmal.

Agnes Windeck stirbt am 28. September 1975 im Alter von siebenundachtzig Jahren an Herzversagen. Sie ruht in Berlin auf dem „Friedhof Heerstraße“ in einem Ehrengrab des Landes Berlin.

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