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Alfred Biolek prägt wie kein anderer die deutsche Fernsehlandschaft der vergangenen Jahrzehnte – als humorvoller und feinfühliger Talkmaster versteht er es, eine gepflegte Konversation auf einer anspruchsvollen und unterhaltsamen Ebene zu führen. In seiner langjährigen Karriere entwickelt er zahlreiche neue Fernsehformate, engagiert sich im Bereich der Kleinkunst und verhilft diversen Nachwuchskünstlern zum kommerziellen Durchbruch

Alfred Franz Maria Biolek wird am 10. Juli 1934 im tschechischen Fryštát als Sohn des Rechtsanwalts Joseph Biolek und der Schauspielerin Hedwig Biolek geboren. Mit zwei Brüdern verbringt er eine glückliche Kindheit – er wird katholisch erzogen und ist in seiner Kindheit Messdiener. Nach dem Ende des Krieges zieht die sudetendeutsche Familie ins schwäbische Waiblingen, wo sein Vater als Rechtsanwalt weiterarbeiten kann und Alfred Biolek das Staufer-Gymnasium besucht. 1952 ist er einer der ersten Austauschschüler in den USA – nach dem Abitur studiert er Jura in Freiburg im Breisgau, in München und in Wien. Er absolviert das erste juristische Staatsexamen mit einem Prädikat und arbeitet danach als wissenschaftlicher Assistent an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – 1962 promoviert er mit einer Arbeit über „Die Schadensersatzpflicht des Verkäufers und des Herstellers mangelhafter Waren“ zum Dr. jur. 1963 legt Alfred Biolek das Zweite Juristische Staatsexamen ab.

1970 zieht Alfred Biolek nach München und ändert seine bis dahin konservative Lebensweise – er nimmt intensiv am Leben der Münchner Bohème teil, der Freundeskreis um Rainer Werner Fassbinder gehört zu seinen Bekannten.

1963 wird Alfred Biolek beim Zweiten Deutschen Fernsehen zunächst als Assessor im Justitiariat eingestellt, schon bald wechselt er zu redaktionellen Tätigkeiten und moderiert diverse kleinere Sendungen. 1970 geht er zur Münchner Bavaria Film, wo er ab 1974 die Sendung „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell produziert – damit gelingt ihm der berufliche Durchbruch. 1976 startet Alfred Biolek für den Westdeutschen Rundfunk die Talkshow „Kölner Treff“ und ab 1978 läuft seine erste eigene produzierte und moderierte Sendung unter dem Titel „Bio’s Bahnhof“. In dieser Sendung stellt er seine Begabung als Talententdecker unter Beweis und hilft Nachwuchskünstlern wie Anke Engelke, Herbert Grönemeyer, Monty Python, Helen Schneider, Kate Bush, „The Police“ und Herman van Veen zum kommerziellen Durchbruch.

Von 1991 bis 2003 ist Alfred Biolek im deutschen Fernsehen mit seiner wöchentlichen Talkshow „Boulevard Bio“ zu sehen – hier entwickelt er eine Kunst der sensiblen Unterhaltung, die unter anderem als „Hochamt gepflegter Konversation“ sehr geschätzt wird. Von 1994 bis 2006 kocht er in seiner TV-Serie „alfredissimo“, in der prominente Gäste ihre Lieblingsgerichte vorstellen.

Neben seinen zahlreichen Fernsehproduktionen präsentiert Alfred Biolek zahlreiche Talkshows bei Unternehmen und Verbänden, nebenbei ist er seit 1990 Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Als erster Deutscher wird er 2000 in New York zum „UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung“ ernannt. 2005 gründet Alfred Biolek die „Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika“, die sich dafür einsetzt, jungen Menschen in Afrika einen guten Start ins Leben zu ermöglichen – besonders am Herzen liegt ihm die Aids-Problematik in Afrika. Als ein großer Freund der Künste engagiert sich Alfred Biolek auch im Bereich der Kleinkunst – er ist einer der Schirmherren des Wilmersdorfer Varietés „Bar jeder Vernunft“.

1991 wird Alfred Biolek neben einigen anderen Prominenten in einer Fernseh-Talkshow vom Filmemacher Rosa von Praunheim unfreiwillig als homosexuell geoutet.

Seit 2006 ist Alfred Biolek mit dem Bühnenprogramm „Mein Theater mit dem Fernsehen“ bundesweit auf Tournee, in dem er Ausschnitte aus seiner Karriere zeigt. 2009 kann man ihn im Musical „Monty Python’s Spamalot“ im Kölner Musical Dome in der Rolle eines Historikers sehen.

Während seiner Karriere wird Alfred Biolek mit diversen renommierten Preisen ausgezeichnet – darunter mit dem „Grimme-Preis“, der „Goldenen Kamera“, dem „Bambi“, dem „Deutschen Bücherpreis“ und dem „Karl-Valentin-Orden“. 2008 wird er mit der „Goldenen Kamera“ für sein Lebenswerk und 2009 mit dem „Deutschen Fernsehpreis – Ehrenpreis fürs Lebenswerk“ ausgezeichnet.

Alfred Biolek lebt in Berlin und in Köln.

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