Famous People » Schauspieler » Alida Valli

Jahrelang wird sie als die „neue Garbo“ verehrt und von den Italienern „La Fidanzata d’Italia“ genannt – Alida Valli zählt in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu den populärsten Schauspielerinnen Italiens. Die dunkelhaarige Schönheit ist an mehr als hundertdreißig Filmproduktionen beteiligt – sie agiert in Filmklassikern wie „Der dritte Mann“, „Sehnsucht“ und „1900“ – dennoch bleibt ihr die ganz große Karriere versagt

Alida Valli wird als Alida Maria Laura Altenburger von Marckenstein und Frauenberg am 31. Mai 1921 im heute kroatischen Pula geboren, das damals die Hauptstadt der zum italienischen Königreich gehörenden Provinz Istrien ist. Ihr Vater – Baron Gino von Altenburger – ist Philosophie-Professor am Staats-Real-Gymnasium und am italienischen Gymnasium Giosue Carducci in Pola. Ihre Mutter – die Klavierlehrerin Silvia Oberecker – stammt aus einem alten österreichischen Adelsgeschlecht.

Alida Valli besucht die Grundschule Dante Alighieri in Pola und verbringt ihre Kindheit in Istrien, im Trentino und in Südtirol. Ende der zwanziger Jahre zieht die Familie ins lombardische Como und nach dem Tod des Vaters nach Rom, wo sie ein Gymnasium besucht. Als Vierzehnjährige wird sie entdeckt und erhält eine kostenlose Ausbildung an der gerade eröffneten Filmschule Centro Sperimentale in Rom.

1936 setzt sich Alida Valli gegen vier Mitbewerberinnen für eine kleine Rolle im Film „I due sergenti“ („Die zwei Sergeanten“) durch – im Jahr darauf erhält sie einen Vertrag von einer italienischen Filmgesellschaft. In dieser Zeit wird sie so populär, dass ihre Gage mit jedem Film steigt und sie ihre Familie finanziell unterstützen kann. Ihre Karriere knickt jedoch ein, nachdem sie sich weigert, in Filmen mitzuspielen, die ihrer Meinung nach faschistische Propaganda verbreiteten. Trotzdem avanciert Alida Valli in den vierziger Jahren zur beliebtesten und gefragtesten Schauspielerin Italiens – von ihren Landsleuten wird sie auch als „La Fidanzata d’Italia“ („Die Verlobte Italiens“) bezeichnet. Das von ihr im Film „Stasera niente di nuovo“ 1942 gesungene Lied „Ma l’amore no“ ist jahrelang das erfolgreichste und meistgespielte Lied in Italien.

Bald wird Hollywood auf das aufstrebende Talent aufmerksam – nach ihrem triumphalen Erfolg in Mario Soldatis „Eugenia Grandet“ (1947) verpflichtet sie der Filmmogul David O. Selznick als Mordverdächtige in Alfred Hitchcocks „The Paradine Case“ („Der Fall Paradin“, 1947) neben Charles Laughton und Gregory Peck. David O. Selznick ist es auch, der ihr die Hauptrolle als Anna Schmidt in Carol Reeds späterem Klassiker „Der dritte Mann“ (1949) anvertraut, die sie an der Seite von Joseph Cotten und Orson Welles bravourös meistert. Zu jener Zeit wird Alida Valli bereits als „nächste Greta Garbo“ gefeiert, doch einige Misserfolge – darunter der Film Noir „Walk Softly, Stranger“ – lassen ihre US-Karriere schnell im Sande verlaufen. Sie trennt sich von David O. Selznick, von Hollywood und von ihrem Ehemann – der Jazzmusiker Oscar de Mejo bleibt in den USA und nimmt die US-Staatsbürgerschaft an – und kehrt mit ihren Söhnen nach Italien zurück, wo sie unter Luchino Visconti das Meisterwerk „Senso“ („Sehnsucht“) dreht, das den Höhepunkt ihrer Karriere bedeutet.

Mit Bernardo Bertolucci dreht Alida Valli „Strategia del ragno“ („Die Strategie der Spinne“, 1969) und „La Luna“ (1979) – in „1900“ (1976) tritt sie neben Gérard Depardieu und Robert DeNiro auf. Auch sieht man Alida Valli in Filmen wie „The Happy Thieves“ („Rendezvous in Madrid“, 1962) neben Rita Hayworth, in „Cassandra Crossing“ („Treffpunkt Todesbrücke“, 1976) an der Seite von Sophia Loren, Burt Lancaster, Ava Gardner und Ingrid Thulin und in „Suspiria“ (1977) mit Udo Kier.

Auch am Theater ist Alida Valli häufig zu sehen – 1971 spielt sie am Mailänder Piccolo Teatro die Gräfin Geschwitz in Frank Wedekinds „Lulu“, auch brilliert sie in Stücken von Gabriele D’Annunzio und Henrik Ibsen.

1999 wirkt Alida Valli im österreichischen Fernsehfilm „Vino Santo“ unter der Regie von Xaver Schwarzenberger mit. Zuletzt sieht man Alida Valli in „A Month By The Lake“ („Ein Sommer am See“, 1995) neben Uma Thurman und Vanessa Redgrave und in „Semana Santa“(„Semana Santa – Die Bruderschaft des Todes“, 2002).

Alida Valli stirbt am 22. April 2006 im Alter von vierundachtzig Jahren in ihrem Haus in Rom. Die offizielle Verabschiedung findet zwei Tage später unter großer Anteilnahme am Sitz des Römischen Senats auf dem Campidoglio (Kapitolsplatz) und in der nahen Chiesa dell’Aracoeli statt. Die Schauspielerin wird auf dem römischen Verano-Friedhof beigesetzt.

Tipp:

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Schreiben Sie einen Kommentar