Sie zählt zu den größten Stars der internationalen Filmgeschichte und prägt mit ihrer eleganten Erscheinung und ihrer Mode das Frauenbild in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Mit ihrer elfenhaften Figur entspricht Audrey Hepburn nicht dem vorherrschenden, kurvenreichen Ideal der damaligen Zeit, dennoch verzaubert sie in Filmen wie “Ein Herz und eine Krone”, “Sabrina” und “Frühstück bei Tiffany” ein Millionenpublikum
Audrey Hepburn wird als Audrey Kathleen Hepburn-Ruston am 4. Mai 1929 in Brüssel geboren. Ihre Eltern sind der wohlhabende englische Bankier Joseph Victor Anthony Hepburn-Ruston und die niederländische Baronin Ella van Heemstra, bei der sie nach der Scheidung der Eltern in den Niederlanden aufwächst und dort die beginnende deutsche Okkupation miterlebt. Während des Zweiten Weltkrieges lebt sie mit ihrer Mutter im niederländischen Arnheim, nach dem Ende des Krieges gehen beide nach London, wo Audrey Hepburn Ballettuntericht bei der berühmten Lehrerin Marie Rambert erhält, die auch den Tänzer Waslaw Nijinski unterrichtet. Ihre erste Filmrolle bekommt Audrey Hepburn im holländischen Film “Die Niederlande in sieben Lektionen” (1948) – nebenher debütiert sie in der britischen Hauptstadt als Tänzerin in der Show “High Button Shoes”.
Schon bald geht Audrey Hepburn in die USA, nach kleineren Jobs als Fotomodell erhält sie erste Rollen – beispielsweise in “Nous irons à Monte Carlo” (“Musik in Monte Carlo”, 1951). Später kann man sie am New Yorker Broadway im Musical “Gigi” sehen – dort wird sie auch für Hollywood entdeckt. Mit ihrer Rolle in “Roman Holiday” (“Ein Herz und eine Krone”, 1952) neben Gregory Peck gelingt ihr dann der Durchbruch zum internationalen Leinwandstar. Für ihre Darstellung darin wird ihr 1954 ein “Oscar” als “Beste Hauptdarstellerin” verliehen.
Im Hollywood der damaligen Zeit geben üppige Busenwunder wie Marilyn Monroe, Lana Turner und Jane Russell den Ton an – die zierliche, grazile Audrey Hepburn ist eine Ausnahmeerscheinung und lässt Meistergegisseur Billy Wilder zu der Aussage hinreißen: “Das Mädchen wird den Busen noch völlig aus der Mode bringen”. Die junge Frau erobert das Publikum im Sturm und avanciert binnen kürzester Zeit zur Fashion-Ikone – ihre wippenden Röcke, das kleine Schwarze, ihre riesigen Sonnenbrillen und die flachen Ballerinaschuhe sind ihr Markenzeichen und werden bald von Teenagern weltweit getragen. Der französische Couturier Hubert de Givenchy ist fortan für ihre Mode zuständig und formt Audrey Hepburn zu seiner Muse.
In den fünfziger und sechziger Jahren kann man Audrey Hepburn in zahlreichen Spielfilmen sehen, so in Billy Wilders “Sabrina” (1954) an der Seite von Humphrey Bogart und William Holden – wofür sie für einen “Oscar” nominiert wird – in “War And Peace” (“Krieg und Frieden”, 1956) neben Henry Fonda, in “The Nun’s Story” (“Geschichte einer Nonne”, 1959) neben Peggy Ashcroft, in “Breakfast At Tiffany’s” (“Frühstück bei Tiffany”, 1961) als lebenshungrige Holly Golightly, in “Charade” (1963) an der Seite von Cary Grant, in der Musicalverfilmung “My Fair Lady” (1964) als “Eliza Dolittle”, in “Wait Until Dark” (“Warte, bis es dunkel ist”, 1967) und in “Robin And Marian” (“Robin und Marian”, 1976) mit Sean Connery.
Audrey Hepburn spielt weiterhin auch am Theater – für ihre Darstellung der “Ondine” im gleichnamigen Stück wird sie 1954 mit dem “Tony Award” ausgezeichnet. In ihrer letzten Filmrolle kann man die Schauspielerin in Steven Spielbergs “Always” (1989) sehen.
1988 wird Audrey Hepburn zur “UNICEF-Sonderbotschafterin” ernannt – in deren Funktion sie rund um den Globus reist, Geld sammelt und sich stark für die Benachteiligten dieser Welt einsetzt. In einem Fernsehauftritt wenige Wochen vor ihrem Tod beschwört sie die Welt in einem erschütternden Aufruf, sich mehr gegen den Hunger in Afrika einzusetzen: “Ich glaube, die Menschen haben überhaupt keine Ahnung, wie entsetzlich qualvoll es ist, an Hunger zu sterben”.
Audrey Hepburn ist zweimal verheiratet – von 1954 bis 1968 mit dem Schauspieler Mel Ferrer, mit dem sie Sohn Sean hat. 1970 heiratet die Schauspielerin den italienischen Psychiater Andrea Dotti – aus dieser Ehe geht Sohn Luca hervor. 1980 lernt sie den Niederländer Robert Wolders kennen, mit dem sie bis zu ihrem Tod hauptsächlich in der Schweiz zusammenlebt.
Die Akademie, die jährlich die “Oscars” vergibt, zeichnet die Schauspielerin 1992 mit dem “Jean Hersholt Humanitarian Award” für ihre Tätigkeit als Botschafter für die “Weltkinderhilfe der UNICEF” aus – auch erhält sie den “Cecil B. DeMille Award” für ihr Lebenswerk sowie den “Screen Actors Guild Lifetime Achievement Award”.
Audrey Hepburn stirbt am 20. Januar 1993 im Alter von dreiundsechzig Jahren im schweizerischen Tolochenaz bei Lausanne an den Folgen eines Krebsleidens.
Zitat: “Niemand trägt auf einer Party so viel zur Unterhaltung bei wie diejenigen, die gar nicht da sind.”