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Der Ungar mit der markanten Ausstrahlung startet seine Karriere ganz klassisch als Bühnendarsteller – weltweite Bekanntheit erlangt Bela Lugosi durch seine zahlreichen „Dracula“-Rollen in mehr oder weniger qualitätvollen Vampir-Filmen, mit denen er zum Kultstar avanciert und unzähligen Nachfolgern als Quelle der Inspiration dient

Bela Lugosi wird am 20. Oktober 1882 als Béla Ferenc Dezső Blaskó in Lugos im rumänischen Banat geboren, der damals zu Österreich-Ungarn gehört. Er ist das jüngste von vier Kindern einer ungarischen Familie – sein Vater ist Geschäftsmann. Als seine Eltern beschließen, ihn aufs Gymnasium zu schicken, verlässt er sein Elternhaus um den Traum einer Schauspielkarriere zu verwirklichen. Jahrelang spielt er als Shakespeare-Darsteller auf österreichisch-ungarischen Bühnen – wegen seiner charmanten Ausstrahlung häufig in Rollen des jugendlichen Liebhabers. Unter dem Pseudonym Arisztid Olt kann man ihn auch in einigen Stummfilmproduktionen sehen – unter anderem in „Das Bildnis des Dorian Gray“ (1918).

Obwohl Bela Lugosi als Schauspieler vom Kriegsdienst freigestellt ist, dient er während des Ersten Weltkrieges als Freiwilliger bei der Infanterie der österreichisch-ungarischen Armee. Für seinen Einsatz an der Front wird er vielfach ausgezeichnet. Nach Kriegsende schließt er sich der Kommunistischen Partei Ungarns an. Mittlerweile ist er einer der berühmtesten Schauspieler Ungarns – diese Popularität ermöglicht es ihm, eine Schauspielergewerkschaft zu gründen. Er organisiert Protestmärsche gegen den autokratisch regierenden ungarischen Ministerpräsidenten Graf Mihály Károlyi und muss daraufhin das Land verlassen. Bela Lugosi geht zunächst nach Wien und dann nach Deutschland, wo er in weiteren Stummfilmen – wie „Lederstrumpf“ (1920), „Der Januskopf“ (1920), „Die Todeskarawane“ (1920) und „Die Teufelsanbeter“ (1920) – mitspielt.

1921 emigriert Bela Lugosi in die USA, wo er Kontakte zu anderen ungarischen Exilschauspielern knüpft und trotz seines schlechten Englisch kleinere Filmrollen erhält – auch kann man ihn am New Yorker Broadway im erfolgreichen Stück „Dracula“ in der Hauptrolle sehen.

Größere Bekanntheit erlangt Bela Lugosi 1931 durch seine Darstellung des „Dracula“ im gleichnamigen Film. Es folgen Filme wie „Murders In The Rue Morgue“ („Mord in der Rue Morgue“, 1932), „White Zombie“ (1932), „The Black Cat“ („Die schwarze Katze“, 1934) neben Boris Karloff, „The Raven“ („Der Rabe“, 1935), „The Mystery Of The Marie Celeste“ (1935), „Mark Of The Vampire“ („Das Zeichen des Vampirs“, 1935), „The Invisible Ray“ („Tödliche Strahlen“, 1936), „Son Of Frankenstein“ („Frankensteins Sohn“, 1939), „Ninotchka“ („Ninotschka“, 1939) neben Greta Garbo, „Black Friday“ („Schwarzer Freitag“, 1940), „The Wolf Man“ („Der Wolfsmensch“, 1941), „The Ghost Of Frankenstein“ („Frankenstein kehrt wieder“, 1942) und „Frankenstein Meets The Wolf Man“ („Frankenstein trifft den Wolfsmenschen“, 1943).

Nachdem sich das Horror-Genre jahrelang großer Beliebtheit erfreut, nimmt das Interesse gegen Ende der vierziger Jahren merklich ab – was dazu führt, dass auch die Karriere des untrennbar mit seiner Vampirrolle verbundenen Bela Lugosi verblasst. Er hält sich in den folgen Jahren mit Rollen in B-Movies über Wasser, kann jedoch nicht an die Erfolge früherer Zeiten anknüpfen und auch deshalb seinen bisher verschwenderischen Lebensstil nicht aufrechterhalten. Um gegen Depressionen und die Leiden seiner Kriegsverletzungen anzukämpfen, konsumiert er Alkohol und Drogen und verfällt zusehends – mehrmal begibt er sich in Entzugskliniken.

In der Mitte der fünfziger Jahre bietet ihm der ambitionierte Jung-Regisseur Edward D. Wood jr. – der ein großer Verehrer Bela Lugosis ist – Rollen in einigen seiner B-Movies an, die Bela Lugosi hauptsächlich wegen des Geldes annimmt. Er spielt unter anderem in „Glen Or Glenda“ (1953) und in „Bride Of The Monster“ („Die Rache des Würgers“, 1955). 1956 hat der von Drogen schwer gezeichnete Schauspieler seine letzten Filmauftritte in „Devil’s Paradise Theater“ und in „Die Schreckenskammer des Dr. Thosti“, danach ist er noch zwei Minuten in Ed Woods „Plan 9 from Outer Space“ (1959) zu sehen – der Film wird 1979 mit dem fiktiven „Golden Turkey Award“ als „Schlechtester Film aller Zeiten“ ausgezeichnet und erreicht dadurch Kultstatus.

Bela Lugosi stirbt am 16. August 1956 im Alter von dreiundsiebzig Jahren in Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarktes – er wird in einem Dracula-Kostüm aufgebahrt und auch in einem solchen auf dem Friedhof Holy Cross Cemetery im kalifornischen Culver City beigesetzt. Sein Freund und Verehrer Frank Sinatra übernimmt die Kosten für die Beerdigung. Einem Mythos zufolge soll Bela Lugosi kurz vor seinem Tod einen Ring, den er als Dracula getragen hat, an den Schauspieler Christopher Lee weitergegeben haben.

1994 wird Bela Lugosi ein filmisches Denkmal gesetzt – Kultregisseur Tim Burton verfilmt in „Ed Wood“ den Werdegang des Trash-Regisseurs Ed Wood, in dessen Filmen Bela Lugosi zuletzt häufig zu sehen ist. Die Rolle des Bela Lugosi spielt Martin Landau – der dafür einen „Oscar“ als „Bester Nebendarsteller“ erhält. Auch „Muppets“-Erfinder Jim Hensson verewigt den Schauspieler – Bela Lugosi ist für ihn die Inspiration des „Graf Zahl“ in der beliebten Kindersendung „Sesamestreet“ („Sesamstraße“).

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