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Er ist Drehbuchautor und Regisseur und zählt zu den bedeutendsten Filmproduzenten Deutschlands – Bernd Eichinger prägt mit massentauglichen Kinoproduktionen wie „Die unendliche Geschichte“, „Der Name der Rose“ und „Der Untergang“ die internationale Filmwelt nachhaltig

Bernd Eichinger wird am 11. April 1949 als Sohn eines Landarztes in Neuburg an der Donau geboren und wächst im oberbayerischen Rennertshofen auf. Nach dem Schulabschluss bewirbt er sich 1970 mit dem Film „Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues“ an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film und wird angenommen – 1973 absolviert er die Hochschule mit dem Abschlussfilm „Canossa“. Während seines Studiums führt er Regie zu verschiedenen Kurzfilmen und wirkt in unterschiedlichen Funktionen an den Filmen seiner Kommilitonen mit, auch arbeitet er als Aufnahmeleiter in den Münchner Bavaria Studios und ist als Drehbuchautor tätig.

Ab Mitte der siebziger Jahre produziert Bernd Eichinger mit seiner eigenen Filmproduktionsgesellschaft diverse Autorenfilme des „Neuen Deutschen Films“ – unter anderem „Falsche Bewegung“ von Wim Wenders, „Stunde Null“ von Edgar Reitz, „Hitler – ein Film aus Deutschland“ von Hans-Jürgen Syberberg, „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“ von Roland Klick, „Geschichten aus dem Wienerwald“ von Maximilian Schell, „Der starke Ferdinand“ von Alexander Kluge sowie „Die Konsequenz“ von Wolfgang Petersen. 1979 erwirbt Bernd Eichinger Teile der angeschlagenen Filmverleihfirma „Constantin Film“ und wird deren geschäftsführender Gesellschafter. In dieser Funktion wird er 1981 mit „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu einem der international erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten der Nachkriegszeit.

In den nächsten Jahren produziert Bernd Eichinger zahlreiche erfolgreiche Kinoproduktionen wie „Die unendliche Geschichte“ (1984), „Der Name der Rose“ (1986) mit Sean Connery, „Ich und Er“ (1988) von Doris Dörrie, „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ (1989) mit Jennifer Jason Leigh, die mehrfach ausgezeichnete Familiensaga „Das Geisterhaus“ (1993) mit Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons und Winona Ryder sowie „Smilla’s Sense Of Snow“ („Fräulein Smillas Gespür für Schnee“, 1997) mit Julia Ormond. Auch für diverse deutsche Komödien zeigt sich Bernd Eichinger verantwortlich – so produziert er den Zeichentrickfilm „Werner – Beinhart!“ (1990), „Manta, Manta“ (1991), „Der bewegte Mann“ (1994) mit Til Schweiger, Joachim Król und Martina Gedeck sowie „Das Superweib“ (1996) mit Veronica Ferres und Maren Kroymann.

Als Regisseur agiert Bernd Eichinger im Fernsehdrama „Das Mädchen Rosemarie“ (1996) mit Nina Hoss. Danach produziert er Filme wie „Bin ich schön?“ (1998) und „Nackt“ (2002) von Doris Dörrie, „Elementarteilchen“ (2006), „Perfume – The Story Of A Murderer“ („Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“, 2006) mit Dustin Hoffman, Ben Whishaw und Corinna Harfouch sowie den hochbesetzten Spielfilm „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008).

Für den 2004 in die Kinos kommenden Film „Der Untergang“ über die letzten Tage von Adolf Hitler mit Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Juliane Köhler und Thomas Kretschmann in den Hauptrollen schreibt Bernd Eichinger das Drehbuch – dafür wird er 2004 mit dem „Bambi“ und dem „Bayerischen Filmpreis“ ausgezeichnet. Außerdem erhält der Film bei der „Oscar“-Verleihung 2005 eine Nominierung als „Bester nicht englischsprachiger Film“.

Im Laufe seiner Karriere wird Bernd Eichinger mit zahlreichen weiteren Auszeichnungen geehrt – für „Die unendliche Geschichte“, „Der Name der Rose“ und „Der bewegte Mann“ erhält er jeweils einen „Bambi“ und zwei seiner Produktionen – „Nirgendwo in Afrika“ als „Bester nicht englischsprachiger Film“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ als „Bester Animationsfilm“ – erhalten 2003 einen „Oscar“. 2006 folgt der dritte „Bambi“ für „Das Parfüm“ und im selben Jahr wird Bernd Eichinger mit dem „Bayerischen Verdienstorden“ ausgezeichnet.

Bernd Eichinger stirbt am 24. Januar 2011 im Alter von einundsechzig Jahren in seinem Haus bei Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarktes. Er hinterlässt seine Ehefrau Katja und seine erwachsene Tochter Nina.

„Bernd Eichinger war vielleicht der größte und originellste Filmemacher der deutschen Nachkriegsgeschichte – vielleicht der einzige von wirklichem Weltformat. Mit ihm verliert die deutsche Filmwelt nicht nur einen Produzenten, sondern auch eine eigene Stimme“ sagt der Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Jan Schütte nach seinem Tod.

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