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Als einer der Väter des Easy-Listening-Sounds feiert der Musikproduzent, Arrangeur und Komponist in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Welthits wie „Spanish Eyes“ oder „Strangers In The Night“ große Erfolge – Bert Kaempfert komponiert „Musik die nicht stört“, heute gilt er als Legende der weltweit populären Lounge-Musik

Bert Kaempfert wird am 16. Oktober 1923 im Hamburger Stadtteil Barmbek als Sohn des Malergesellen Otto Kaempfert und seiner Frau Helene geboren und wächst in einfachen Verhältnissen auf. Von 500 Mark Schmerzensgeld – das der Junge aufgrund eines unverschuldeten Unfalls mit einem Taxi erhält – kauft die Mutter ihrem Sohn ein Klavier und bezahlt den Unterricht an Piano, Klarinette, Saxofon und Akkordeon.

Nach Beendigung der Schule ist Bert Kaempfert mit vierzehn Jahren noch zu jung für seinen Berufswunsch Schiffssteward – so meldet ihn sein Vater bei einer privaten Musikschule an, wo der talentierte Junge Klarinette, Saxophon, Klavier und Akkordeon lernt. Wenig später kann er dann ohne abgeschlossene Ausbildung beim „Tanzorchester Hans Busch“ einsteigen, wo ihm als jüngstem Mitglied der Spitzname „Fips“ gegeben wird. 1940 wird das Orchester verpflichtet, vor Wehrmachtssoldaten- und Offizieren zu spielen – die Tour geht bis nach Danzig, wo Bert Kaempfert 1941 zur Armee eingezogen wird. Nach der Grundausbildung dient er als Gefreiter im Musikkorps auf Sylt und muss statt Tanzmusik nun Marschmusik spielen und in den letzten Kriegswochen in Rendsburg bei der Flakabwehr dienen. Danach gerät er in dänische Kriegsgefangenschaft und landet einige Wochen später wieder im von den Briten besetzten Schleswig-Holstein, wo er eine Kapelle gründet, die auf Tanzabenden für die Armee spielt. Zur gleichen Zeit fängt Bert Kaempfert auch mit dem Komponieren an.

1945 lernt Bert Kaempfert die Zahnarzttochter Hannelore Winkler kennen – 1946 heiraten die beiden. Aus der Ehe gehen die Töchter Marion und Doris hervor.

Erste Erfolge hat Bert Kaempfert in den fünfziger Jahren mit seinen Arrangements für Freddy Quinn („Die Gitarre und das Meer“) und Ivo Robić („Morgen“). Mit „Wonderland by Night“ wird er 1961 der erste Deutsche, der in den USA einen Nummer-Eins-Hit hat. Die Hommage auf Manhattan entwickelt sich mit über zwei Millionen verkaufter Exemplare zum Millionenseller. Das Lied „Muss i denn zum Städtele hinaus“ bearbeitet Bert Kaempfert für Elvis Presley, der damit unter dem Titel „Wooden Heart“ 1961 einen großen Charterfolg verbuchen kann.

1961 produziert Bert Kaempfert in Hamburg eine Reihe von Aufnahmen mit den damals noch unbekannten „Beatles“ – deren erste Single „My Bonnie“ erscheint 1961. Aufgrund dieses Engagements darf Bert Kaempfert als Entdecker und erster Produzent der „Beatles“ gelten. 1966 hat Bert Kaempfert zwei weitere große Erfolge, seine Kompositionen „Strangers In The Night“ – das er ursprünglich für Freddy Quinn komponiert – für Frank Sinatra und „Spanish Eyes“ für Al Martino werden zu Welterfolgen und Evergreens, die die Zeit überdauern. Weitere Hits von Bert Kaempfert sind „Afrikaan Beat“, „A Swingin‘ Safari“, „Danke schoen“ und „Red Roses For A Blue Lady“ – sie werden nach wie vor oft gespielt, gecovert und häufig als Hintergrundmusik verwendet.

Mit dem Aufkommen der Disco-Musik in den siebziger Jahren geht das Interesse an der Orchestermusik von Bert Kaempfert merklich zurück. Dem Musiker gelingt es dennoch erneut, mit Live- und Fernsehauftritten für Begeisterung zu sorgen – 1979 erscheint ein gemeinsam mit Hildegard Knef aufgenommenes Album.

Immer wieder geht Bert Kaempfert auf Konzertreisen – 1979 kommt die schwedische Sängerin Sylvia Vrethammar zum Orchester und reist mit den Musikern durch Europa. 1980 gibt Bert Kaempfert in der ausverkauften Londoner Royal Albert Hall sein letztes Konzert – mehr als fünftausend begeisterte Fans kommen, um ihr Idol live zu sehen.

Bert Kaempfert stirbt Am 21. Juni 1980 in Cala Blava auf Mallorca an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine Asche wird auf seinen Wunsch hin in den Everglades in Florida verstreut, wo er häufig Urlaub macht.

Neben zahlreichen Auszeichnungen, die er zu Lebzeiten bekommt, wird Bert Kaempfert 1993 mit einem Platz in der New Yorker „Songwriters Hall Of Fame“ geehrt. 2008 wird in seiner Heimatstadt Hamburg der Bert-Kaempfert-Platz eingeweiht.

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