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Sie ist das ewige „American Sweetheart“ und durch diverse populäre Fernsehserien eine der beliebtesten Schauspielerinnen der USA – Betty White ebnet als TV-Pionierin und als eine der ersten weiblichen Produzenten zahlreichen Frauen den Weg ins Filmgeschäft und kann auf eine über siebzigjährige Fernsehkarriere zurückblicken

Betty Marion White wird als einziges Kind von Horace und Tess White am 17. Januar 1922 in Oak Park im US-Bundesstaat Illinois geboren – einen Großteil ihrer Jugend verbringt sie in einem Vorort von Los Angeles. Sie ist dreimal verheiratet – ihre erste Ehe mit Dick Barker hält ein knappes Jahr und ihre zweite Ehe mit Lane Allen dauert von 1947 bis 1949. 1963 heiratet sie den Moderator Allen Ludden, der 1981 stirbt. Betty White hat keine leiblichen Kinder, sie ist jedoch die Stiefmutter der drei Kinder ihres letzten Ehemanns.

Betty White engagiert sich ihr Leben lang für den Tierschutz, was schon durch ihre Eltern gefördert wird. Eine zeitlang hat sie den Vorsitz der „Morris Animal Foundation“ inne und nutzt ihre Bekanntheit, um die Organisation und deren Projekte zu bewerben. Zusammen mit ihrem damaligen Mann Allen Ludden unterstützt sie den „Los Angeles Zoo“ und entwickelt eine Tiersendung – in „The Pet Set“ sind Prominente wie James Stewart, Eddie Albert oder Doris Day mit ihren Haustieren zu Gast, um den Zuschauern die Pflege, Aufzucht und Haltung näher zu bringen. Auch in ihren anderen Serien versucht Betty White immer wieder, Themen rund um den Tierschutz und die verschiedensten Tiere als Gastdarsteller zu integrieren. Betty White ist außerdem Autorin sowie Co-Autorin mehrerer Bücher zum Thema Tierpflege und Tierschutz. Aufgrund ihres langen und erfolgreichen Einsatzes zum Schutz der Tiere wird sie als erste Person überhaupt 2009 vom „Jane Goodall Institute“ mit dem „Leadership Award“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Betty Whites Anfänge im Fernsehen gehen auf das Jahr 1939 zurück – während ihrer Schulzeit wird sie zusammen mit einem Klassenkameraden für eine Testvorführung von „Die lustige Witwe“ ausgewählt. Die Vorstellung der Jugendlichen wird in Echtzeit auf ein Fernsehgerät in einem anderen Stockwerk übertragen. Nach ihrem Abschluss an der „Beverly Hills High School“ verfolgt sie ihr Ziel Schauspielerin zu werden weiter. Sie sammelt Erfahrung als Theaterschauspielerin bei der „Bliss-Hayden Little Theater Group“ und beginnt Werbespots für das Radio zu sprechen. 1949 wird die junge Schauspielerin von Radio-Diskjockey Al Jarvis für dessen Fernsehsendung engagiert. Betty White ist damit der erste weibliche DJ in Los Angeles.

Die Talkshow „Hollywood On Television“ geht im November 1949 auf Sendung und ist zunächst eine Fernsehversion von Al Jarvis Radioshow. Während die Musik spielt, sieht das Publikum, wie die beiden Moderatoren miteinander sprechen. Aufgrund von Zuschauerwünschen werden die Unterhaltungen von Al und Betty jedoch bald Hauptbestandteil der Sendung und das Format entwickelt sich zu einer Talkshow mit aufstrebenden Talenten aus dem Musikgeschäft wie Sarah Vaughn, Peggy Lee oder Nat King Cole, aber auch etablierte Stars wie Buster Keaton sind zu Gast. So kann man „Hollywood On Television“ als Vorläufer des modernen Musikfernsehens betrachten. Durch die Sendezeit von täglich fünf Stunden live ist die junge Moderatorin bei den Zusehern schnell bekannt und erhält zusätzlich eine eigene Sendung mit dem Titel „The Betty White Show“, die direkt im Anschluss an „Hollywood On Television“ läuft.

Der Erfolg von „Hollywood On Television“ führt zum Ausbau der Sendung um Gesangseinlagen und Sketche von White und Jarvis. Die beiden werden dabei von neuen Moderatoren wie George Tibbles, Ronnie Kemper oder Erin O’Brien unterstützt. Zu Beginn des Jahres 1952 zieht sich Al Jarvis von dem Projekt zurück und überlässt Betty White die Leitung.

Die Sketche aus „Hollywood On Television“ kommen beim Publikum gut an und man entschließt sich, daraus ein eigenständiges Format zu machen. Zusammen mit dem Autor George Tibbles sowie dem Produzenten Don Fedderson gründet Betty White ihre eigene Produktionsfirma „Bandy Productions“. Sie ist damit eine der ersten Frauen, die sowohl als Hauptdarstellerin einer Serie vor der Kamera als auch als Produzentin hinter der Kamera agiert. Eine weitere Besonderheit der Serie ist die Unterteilung in drei voneinander unabhängigen Situationen. Bisherige Sitcoms haben nur eine durchgehende Handlung. In der dreißigminütigen Comedysendung treibt Elizabeth, gespielt von Betty White, ihrem Ehemann Alvin, gespielt von Del Moore, in jeweils circa zehnminütigen Situationen oft zur Weißglut. Das Thema der einzelnen Sketche werden von Moderator Jack Narz im Voraus erläutert und von ihm durch eine kurze Unterhaltung mit der Titelheldin eingeleitet.

1952 wird Betty White für ihre Darstellung mit einem „Emmy“ ausgezeichnet. Durch ihre Aufgaben als Hauptdarstellerin und Produzentin der Serie ist sie gezwungen, ihre Mitarbeit bei „Hollywood On Television“ zu beenden – was gleichzeitig das Ende der Sendung bedeutet. Nach fünfundsechzig Episoden wird auch „Life with Elizabeth“ im Jahr 1955 eingestellt.

Am Neujahrstag 1955 moderiert Betty White zusammen mit Bill Goodwin zum ersten Mal die „Pasadena Rose Parade“ – für die nächsten zwanzig Jahre bleibt dies ihre jährliche Neujahrs-Beschäftigung. Zu ihren Moderationspartnern gehören dabei unter anderem Roy Neal, Bill Cullen und Lorne Greene. Hinzu kommen weitere Blumenparaden in Portland und New York sowie die „Macy’s Thanksgiving Day Parade“. Dazu sagt Betty White: „Jedes Mal, wenn ich eine Reihe Autos vor einer Ampel sehe, muss ich den Reflex unterdrücken, einen Kommentar darüber abzugeben.“

Ab den sechziger Jahren ist Betty White regelmäßig in verschiedenen Game- und Talkshows im Fernsehen zu sehen, darunter in zahlreichen Auftritten in der „The Tonight Show“ mit Jack Paar und später mit dem Moderator Johnny Carson in „What’s My Line“ („Was bin ich?“), „Wheel of Fortune“ („Glücksrad“) oder „Jeopardy!“. Außerdem ist sie regelmäßig in der Sendung „Match Game“ mit Gene Rayburn zu sehen, während der Sommermonate spielt sie in Theaterstücken und Musicals.

Im Oktober 1961 kommt mit „Password“ eine neue Gameshow ins amerikanische Fernsehen – moderiert von Allen Ludden – auch hier ist Betty White ein prominenter Gast, beide heiraten 1963.

In den siebziger Jahren gehört Betty White zur Stammbesetzung der innovativen „Mary Tyler Moore Show“, eine der erfolgreichsten Serien ihrer Zeit. Die Rolle der „Sue Ann Nivens“ wird von den Autoren als „zuckersüße, Betty White-ähnliche Figur“ beschrieben und nach einem erfolglosen Casting bittet man schließlich Betty White selbst, die Rolle zu spielen. Als „Sue Ann Nivens“ mimt sie ab der vierten Staffel die perfekte Hausfrau und Gastgeberin in einer Kochsendung im fiktiven Fernsehstudio „WJM“, während sie nach Feierabend Affären mit sämtlichen Männern der Nachbarschaft ha – darunter auch mit dem Ehemann von „Phyllis“, gespielt von Cloris Leachman. Betty White wird für ihre Darstellung zweimal in Folge mit einem „Emmy“ ausgezeichnet.

1977 verabschiedet sich das Team um Mary Tyler Moore von den Bildschirmen und Betty White erhält wie schon ihre Kollegen Edward Asner und Valerie Harper eine Spin-off Serie. Die nach ihrer Hauptdarstellerin benannte Sitcom „The Betty White Show“ wird jedoch mangels Erfolg bereits nach wenigen Episoden eingestellt.

In den achtziger Jahren ist Betty White in verschiedenen TV-Serien in Gastrollen zu sehen, darunter auch als wohlhabende Schwester von „Eunice“ in „Mama’s Family“. Als „Ellen“ zeigt sie Carol Burnett bei jedem ihrer Besuche, wie viel besser es ihr geht, da sie einen reichen Ehemann hat und keinen Versager wie ihre Schwester.

Als Gast in der Serie tritt auch Rue McClanahan auf, und als die Serie nach zwei Jahren kurzzeitig abgesetzt wird, unterschreiben die beiden Darstellerinnen einen Vertrag für die neue Serie „Golden Girls“, die eine der erfolgreichsten Serien der achtziger und neunziger Jahre wird. Zunächst ist vorgesehen, dass Betty White die Rolle der „Blanche“ und Rue McClanahan die Rolle der „Rose“ übernehmen soll. Die Ähnlichkeit mit Rue McClanahans Charakter der jungfräulichen Tante in „Mama’s Family“ und Betty Whites bis dahin bekanntestem Alter Ego „Sue Ann Nivens“ veranlassen die Produzenten jedoch zu einem Tausch der Rollen. Als 1985 die erste Staffel der Serie ausgestrahlt wird, bestätigt der Erfolg diese Entscheidung und Betty White erhält für die Verkörperung der gutherzigen aber hoffnungslos naiven Witwe aus St. Olaf (Minnesota), die ihre Mitbewohnerinnen regelmäßig mit ihren dämlichen Geschichten zur Weißglut treibt, einen „Emmy“ sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Beatrice Arthurs Entschluss, aus der Serie auszusteigen, führt nach sieben erfolgreichen Jahren 1992 zum Ende von „Golden Girls“. Die verbliebenen drei Darstellerinnen erklären sich jedoch bereit, im weniger erfolgreichen Spin-off „Golden Palace“ mitzuwirken.

Betty White bleibt dem Fernsehen treu – durch zahlreiche Gastauftritte in bekannten Serien ist sie auch bei der jüngeren Generation bekannt und beliebt – in einem preisgekrönten Gastauftritt in der Serie „Ally McBeal“ verkörpert sie eine Psychiatervertretung, die der Titelheldin stets nur allzu gerne das gute „Prozac“-Antidepressivum verschreiben will.

Auf der Kinoleinwand ist die Betty White ab Mitte der neunziger Jahre ebenfalls verstärkt zu sehen – wie in „Hard Rain“ (1998) neben Morgan Freeman, in „The Story Of Us“ („An deiner Seite“, 1999) mit Michelle Pfeiffer, in „Lake Placid“ (1999), in „Bringing Down The House“ („Haus über Kopf“, 2003) mit Joan Plowright, in „The Proposal“ („Selbst ist die Braut“, 2009) neben Sandra Bullock und in „You Again“ („Du schon wieder“, 2010) mit Sigourney Weaver.

Als letztes noch lebendes „Golden Girl“ denkt Betty White nicht daran abzutreten – die mittlerweile Dreiundneunzigjährige wird nicht nur Host der legendären Comedyshow „Saturday Night Live“, sondern bekommt mit „Hot In Cleveland“ 2010 auch ihre eigene Serie. Auf die Frage, ob sie schon über ihren Ruhestand nachgedacht habe, sagt sie: „Ob ich darüber nachgedacht habe? Ich weiß nicht, ob das ein Wort ist, das mir geläufig ist. Ich weiß gar nicht, was das bedeutet.“

2015 wird Betty White ein „Grammy“ für ihr Lebenswerk verliehen.

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