Im legendären “Studio 54″ feiert sie wilde Partys mit Andy Warhol, Truman Capote und Liza Minnelli – sie ist mit Mick Jagger verheiratet und lebt das Jet-Set-Leben der siebziger Jahre. Mittlerweile hat sich Bianca Jagger zur Umweltaktivistin und Menschenrechtlerin gewandelt, kämpft gegen Drogenhandel, sexuelle Ausbeutung und die Todesstrafe – 2004 erhält sie für ihr Engagement den “Alternativen Nobelpreis”
Als Bianca Perez-Mora Macias kommt Bianca Jagger am 2. Mai 1945 in Managua/Nicaragua zur Welt, wo sie als Tochter einer geschiedenen Mutter erfahren muß, wie diese als alleinstehende Frau – aufgrund ihres Standes und ihres Geschlechts – diskriminiert wird. In ihrer Kindheit und Jugend erlebt sie die brutale Diktatur des Somoza-Regimes, die das Land 43 Jahre lang geißelt, bevor sie am 19. Juli 1979 gestürzt wird. Unter der Herrschaft des Somoza-Clans erleidet das kleine, mittelamerikanische Land Tyrannei, Armut, Krankheit und Krieg. Schon früh erfährt Bianca Jagger, was soziale und ökonomische Ungerechtigkeit bedeutet. “Ich setze mich so leidenschaftlich für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit ein, weil ich das alles früher nicht erleben durfte” erklärte sie.
Nach ihrer katholischen Schulausbildung verwendet sie ein Stipendium der französischen Regierung für die Pariser Sorbonne, Nicaragua zu verlassen um in Frankreich Politikwissenschaft zu studieren.
In Paris begegnet sie Mick Jagger, der dort mit den “Rolling Stones auftritt. 1971 heiraten die beiden in St. Tropez – sie ist bereits im vierten Monat schwanger. Die Hochzeit wird zum Medienspektakel, das die halbe Stadt lahmlegt. Ihre Tochter Jade kommt im Oktober desselben Jahres zur Welt. Bianca Jagger beginnt das Leben eines Jet-Set-Stars zu leben – an ihrem Geburtstag reitet sie auf einem weißen Hengst in den New Yorker Nachtclub “Studio 54″ ein – doch nach acht Jahren an der Seite von Mick Jagger reicht sie die Scheidung ein.
Danach beginnt die frühere “Königin der Nacht” Affären mit Hollywood-Stars wie Warren Beatty und Ryan O’Neal. Neben einer eher erfolglosen Film- und Fernsehkarriere findet sie dann ihre wahre Berufung im Kampf für Menschenrechte und Umweltschutz. Dieser führt sie nach Mittelamerika, ins frühere Jugoslawien, in US-amerikanische Todeszellen und nach Asien. “Ich wusste, dass eine Frau, die in eine vermeintliche Männerdomäne einbricht, ein Kampf erwartet. Aber ich war immer bereit, diesen Preis zu zahlen”, sagt Bianca Jagger.
“Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, kam ich in Paris an. Freiheit und Gleichheit waren Konzepte, von denen ich im Nicaragua der sechziger Jahre nur träumen konnte. In Paris entdeckte ich ihren Wert. Europa erschien mir als Paradies, als erleuchteter Teil der Welt. Umso mehr alarmiert mich, was in der Welt seit dem 11. September 2001 geschieht – wie die USA und Großbritannien Gesetzgebungen niederreißen, die in der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen haben, grundlegende Prinzipien der Demokratie zu sichern, wie Rechtsstaatlichkeit, Zivilrechte und den Respekt für die Menschenrechte”, so Bianca Jagger.
Als Bianca Jagger 2004 den “Alternativen Nobelpreis” bekommt, heißt es in der Begründung, sie habe gezeigt, wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten und Benachteiligten stellt.
Zitat: “George W. Bush ist der schädlichste und gefährlichste Präsident, den Amerika je hatte”.