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Von seinen Anhängern wird er wie ein Messias verehrt und viele seiner Lieder sind unverwüstliche Hymnen einer ganzen Generation – wie kaum ein anderer beeinflusst Bob Dylan die Popmusik des vorigen Jahrhunderts, er ist der erste Musiker, dem der Nobelpreis für Literatur verliehen wird und gehört schon heute zu den großen Legenden der Musikgeschichte

Bob Dylan wird am 24. Mai 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota als erstes Kind von Abraham Zimmermann und Beatrice Stone geboren und wächst zusammen mit seinem jüngeren Bruder David Benjamin im ländlichen Hibbing auf. Seine Eltern sind ukrainisch-jüdische Immigranten, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts aus dem damals zum Russischen Reich gehörenden Odessa in die USA auswandern.

In seiner Jugend spielt Bob Dylan in Rock’n-Roll-Bands seiner Schule, erst später wendet er sich der Folk- und Rockmusik zu. Zu seinen Vorbildern gehören Woody Guthrie, Elvis Presley, Hank Williams, Little Richard, Chuck Berry, Pete Seeger und Buddy Holly. Früh begeistert er sich für Literatur, seine Eltern unterstützen ihn beim Erlernen des Klavierspiels. Nachdem er anfänglich unter dem Namen „Bobby Zimmermann“ auftritt, entscheidet er sich später für den Künstlernamen Bob Dylan.

Mit dem Berufswunsch des Musikers studiert Bob Dylan ab 1959 in St. Paul an der University Of Minnesota Musik, 1961 geht er nach New York, wo er im Künstlerstadtteil Greenwich Village auf die „Beatnik“-Bewegung trifft, die ihn nachhaltig prägt. Im selben Jahr hat er seinen ersten Auftritt vor größerem Publikum, auch nimmt er als Mundharmonika-Spieler auf einem Album von Harry Belafonte seine erste Platte auf.

1962 erscheint Bob Dylans erstes Album – auf „Bob Dylan“ befinden sich vorwiegend Fremdkompositionen. Mit den folgenden Alben „The Freewheelin’ Bob Dylan“ und „The Times They Are a-Changin’“ feiert er dann seinen Durchbruch. Sein sozialkritischer durch das Folk-Trio „Peter, Paul & Mary“ zu bekannt gewordene Song „Blowin’ In The Wind“ avanciert später zur Hymne der Friedensbewegung.

1963 geht Bob Dylan mit Joan Baez – mit der er damals eine Liaison hat – auf große US-Tournee, wodurch er landesweite Popularität erlangt. Zusammen treten beide auch bei der Abschlusskundgebung des „Civil Rights March“ nach Washington auf, bei der Martin Luther King seine berühmte Rede „I Have A Dream“ hält.

In jenen Jahren befinden sich die USA im tiefgreifenden Umbruch – 1960 wird John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt, die Zeit ist geprägt vom Kalten Krieg, Rassenunruhen, sozialen Reformen und einer radikalisierten und politischen Jugend, die Bob Dylan schon bald zu ihrer Symbolfigur erhebt. Seine in den sechziger Jahren erscheinenden Alben „Bringing It All Back Home“, „Highway 61 Revisited“ und „Blonde on Blonde“ gelten heute als Klassiker der Rockmusik und sein Hit „Like A Rolling Stone“ wird von vielen Musikfreunden als „Bester Song aller Zeiten“ bezeichnet.

Ab Mitte der sechziger Jahre verabschiedet sich Bob Dylan vom Folk und wendet sich der Rockmusik zu – viele seiner Anhänger wenden sich von ihm ab und bezeichnen ihn als Verräter. Als millionenschwerer Rockstar gehört er nun zum Establishment, in Interviews gibt er sich schlagfertig aber auch arrogant und lässt in Interviews suggestive Fragen mit absurden Antworten ins Leere laufen.

1966 erleidet Bob Dylan einen schweren Motorradunfall, er zieht sich für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück. In jener Zeit wendet er sich der Country-Musik zu und nimmt in Nashville die Alben „John Wesley Harding“ und „Nashville Skyline“ auf, auf dem er mit Johnny Cash zusammenarbeitet. Der große Erfolg der beiden Alben bringt der damals als reaktionär verpönten Country-Musik neuen Aufschwung – Bob Dylan gilt auch als Wegbereiter des Country-Rock.

1970 veröffentlicht Boy Dylan das Album „Self Portrait“ – das von seinen Fans als lieblose Sammlung uninspirierter Songs geschmähte Werk gilt als eine seiner schlechtesten Platten. Weitere Alben der siebziger Jahre sind „Pat Garrett & Billy the Kid“ (1973), „Dylan – A Fool Such As I“ (1973), „Planet Waves“ (1974), „Blood On The Tracks“ (1975), „The Basement Tapes“ (1975), „Desire“ (1976) und „Street Legal“ (1978).

Bob Dylans in den achtziger Jahren veröffentlichten Alben „Infidels“ (1983), „Empire Burlesque“ (1985), “Knocked Out Loaded“ (1986) und „Down In The Groove“ (1988) lösen nur verhaltene Resonanz aus. 1985 singt Bob Dylan neben anderen amerikanischen Musikern auf der Charity-Single „We Are The World“, 1987 wird er in die „Rock’n Roll Hall Of Fame“ aufgenommen und 1988 ist er neben Roy Orbison, Tom Petty und Jeff Lynne Teil der von George Harrison ins Leben gerufenen Gruppe „Traveling Wilburys“, die mit „Handle With Care“ einen Welthit landet. In der zweiten Hälfte der Dekade hat Bob Dylan vermehrt mit Alkoholproblemen zu kämpfen.

1991 wird Bob Dylan ein „Grammy“ fürs Lebenswerk verliehen. 1992 und 1993 erscheinen die Alben „Good As I Been To You“ und „World Gone Wrong“. Das 1997 veröffentlichte Album „Time Out Of Mind“ zählt zu den am meisten geschätzten Werken in Bob Dylans langjähriger Karriere – es wird unter anderem mit drei „Grammy Awards“ ausgezeichnet.

2000 wird Bob Dylan der „Polar Music Prize“ – der auch inoffizieller Nobelpreis für Musik genannt wird – verliehen. 2001 veröffentlicht er das von Publikum und Kritik begeistert aufgenommene Album “Love & Theft”. 2006 erscheint „Modern Times“, 2009 „Together Through Life“ und 2012 das bislang letzte Album von Bob Dylan „Tempest“.

Auch wenn Bob Dylan nur über eine mittelmäßige Singstimme verfügt – das amerikanische Magazin Time höhnt in den sechziger Jahren, seine Stimme klinge „als käme sie über die Mauern eines Tuberkulose-Sanatoriums“ – sind seine Qualitäten als Sänger unbestritten. Er beeinflusst die Entwicklung der Popmusik wie kaum ein anderer Musiker seiner Generation – von Folk über Country bis zu Gospel, Blues und Rock’n Roll schöpft er aus dem riesigen Fundus amerikanischer Musik-Genres. Mit seiner Hinwendung auf die Texte seiner Lieder gibt er der modernen Rockmusik eine bis dahin unbekannte sprachliche Komplexität, auch leistet er einen bedeutenden Beitrag dazu, die populäre Rockmusik als ernsthafte Kunstform zu etablieren. Seine mit Metaphern und literarischen Verweisen gespickten Texte gelten als Werke von höchstem literarischem Rang und sind bis heute Gegenstand intellektueller Diskussionen.

Zahlreiche Songs von Bob Dylan werden von anderen Sängern gecovert – darunter Joan Baez, Eric Clapton, Rod Stewart, Van Morrison, Joe Cocker, Johnny Cash, Jimi Hendrix, Bryan Ferry und Elvis Presley. Für Musiker wie „The Beatles“, „The Beach Boys“, „Steely Dan“, Bruce Springsteen und Nick Cave hat Bob Dylan prägenden Einfluss – auch deutschsprachige Musiker wie Wolfgang Niedecken, Wolfgang Ambros und Falco zählen ihn zu ihren Vorbildern.

In der vom US-Musikmagazin Rolling Stone veröffentlichten Liste der fünfhundert besten Alben aller Zeiten ist Bob Dylan mit zehn Alben vertreten – er liegt damit nur knapp hinter den „Beatles“.

Weniger bekannt ist, dass Bob Dylan auch ein talentierter Maler und Zeichner ist – auf seinen zahlreichen Reisen fertigt er vorwiegend mit Bleistift und Kohle diverse Bilder an.

Von 1965 bis 1977 ist Bob Dylan mit Sara Lowndes verheiratet, das Fotomodell bringt eine Tochter aus erster Ehe in die Verbindung – zusammen haben sie die Kinder Jakob, Anna, Jesse und Samuel. 1986 heiratet Bob Dylan die Background-Sängerin Carolyn Dennis, die noch im selben Jahr ein gemeinsames Kind zur Welt bringt – die Ehe hält bis in die neunziger Jahre.

Bob Dylan ist Träger zweier Ehren-Doktortitel, 2008 wird ihm für seinen Einfluss auf die Popkultur der „Pulitzer-Sonderpreis“ verliehen, 2009 wird er mit der US-amerikanischen „National Medal Of Arts“, 2012 mit der „Presidential Medal Of Freedom“ und 2013 mit dem „Orden der französischen Ehrenlegion“ geehrt.

2016 erhält Bob Dylan „für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ den Nobelpreis für Literatur – er ist damit der erste Musiker, der mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wird. Bei der Verleihung in Oslo vertritt ihn seine alte Weggefährtin Patti Smith, die dabei seinen Song „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ singt.

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