Famous People » Sänger, Schauspieler » Bobby Darin

Mit Hits wie „Splish Splash“, „Dream Lover“ und „Beyond The Sea“ gehört Bobby Darin ab den fünfziger Jahren zu den beliebtesten Showstars Amerikas – als „Frank Sinatra im Westentaschenformat“ gelingt ihm mühelos der Übergang vom Teenager-Idol zum anerkannten Swing-Entertainer, auch glänzt er in Rollen mehrerer Hollywoodproduktionen

Bobby Darin kommt als Walden Robert Cassotto am 14. Mai 1936 im New Yorker Stadtteil Harlem zur Welt. Wenige Monate vor seiner Geburt verlässt der Vater seine erst siebzehnjährige Mutter – der Junge wächst in dem Glauben auf, seine Großmutter sei seine Mutter – die Wahrheit erfährt er erst mit dreißig Jahren. Die Großmutter, eine ehemalige Varieté-Sängerin, fördert schon früh das Gesangtalent ihres Enkels. Bis zum zwölften Lebensjahr hat Bobby Darin mit rheumatischem Fieber und anderen schweren Erkrankungen zu kämpfen – sein Leben lang muss er mit einem geschwächten Herz zurechtkommen. Bereits als Schüler interessiert er sich für alles, was mit dem Showbusiness zusammenhängt – er wirkt bei Schulaufführungen mit und imitiert die Größen des Showgeschäfts, auch bringt er sich selbst das Gitarre- und Klavierspiel bei.

Mit siebzehn Jahren nimmt Bobby Darin Schauspielunterricht und erhält danach erste Engagements, nebenbei beginnt er Songs zu schreiben und hat kleinere Auftritte in New Yorker Kaffeebars. Eines Tages steht er vor einem chinesischen Restaurant – die Leuchtschrift am Eingang ist defekt und von dem Wort „Mandarin“ leuchten nur die letzten fünf Buchstaben auf – so entsteht sein Künstlername Bobby Darin.

Nach einigen wenig erfolgreichen Veröffentlichungen hat er 1958 mit „Splish Splash“ seinen ersten Erfolg – das Lied landet auf dem dritten Platz der amerikanischen Hitparade und im Oktober desselben Jahres belegt er mit „Queen Of The Hop“ den neunten Platz. 1959 schafft es sein Song „Dream Lover“ auf den zweiten Platz in den USA, in Großbritannien wird der Titel Spitzenreiter und Bobby Darin avanciert zum Teenageridol. 1959 hat er dann mit „Mack The Knife“ – aus Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ – seinen ersten Nummer-Eins-Hit in den USA – die Platte hält sich neun Wochen an der Spitze der Charts und erhält 1959 den Preis „Record Of The Year“, Bobby Darin selbst wird zum „Best New Artist“ gekürt. Weitere Hits wie „Beyond The Sea“ – nach „La mer“ von Charles Trenet – und „Clementine“, „Won’t You Come Home“, „Artificial Flowers“, „Lazy River“ und „You Must Have Been A Beautiful Baby“ verhelfen Bobby Darin zum Image eines seriösen Sängers, schon bald stellt man ihn auf eine Stufe mit Frank Sinatra.

In den sechziger Jahren wendet sich Bobby Darin erfolgreich der Schauspielerei zu – er spielt in diversen Hollywoodfilmen wie „Heller In Pink Tights“ („Die Dame und der Killer“, 1960), „Come September“ („Happy-End im September“, 1961) neben Rock Hudson und Gina Lollobrigida, „Hell Is For Heroes“ („Die ins Gras beißen“, 1962) neben Steve McQueen, „State Fair“ („Texas-Show“, 1962) und („If A Man Answers“, 1962). Für seine Darstellung in „Pressure Point“ („Die Sprache der Gewalt“, 1962), in „Captain Newman“ (1963) und in „That Funny Feeling“ („Das Schlafzimmer ist nebenan“, 1965) wird Bobby Darin mit „Oscar“-, „Grammy“- und „Golden-Globe“-Nominierungen bedacht. Insgesamt spielt er in dreizehn Filmen mit und ist teilweise auch für die Filmmusik verantwortlich.

Mit dem Beginn der Beat-Ära verblasst der Ruhm von Bobby Darin zusehends – mit dem Titel „If I Were A Carpenter“ gelingt ihm jedoch 1966 ein eindrucksvolles Comeback als Folk- und Protestsänger mit politischen Untertönen, sein Song „Simple Song Of Freedom“ gilt als inoffizielle Hymne der Achtundsechziger-Generation. Er engagiert sich gegen den Vietnam-Krieg und unterstützt den Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy – nach dessen Ermordung 1968 verfällt der Sänger in Depressionen.

Von 1960 bis 1967 ist Bobby Darin mit der Schauspielerin Sandra Dee verheiratet – aus der Ehe geht Sohn Dodd Mitchell hervor. 1973 heiratet er in zweiter Ehe die Sekretärin Andrea Joy Yaeger, von der er sich noch kurz vor seinem Tod wieder scheiden lässt.

1970 feiert Bobby Darin noch einmal Triumphe mit einer Las-Vegas-Show, auch ist er in zahlreichen TV-Shows zu sehen und hat zwischen 1972 und 1973 seine eigene „Bobby Darin Show“.

Aufgrund einer Herzerkrankung muss sich Bobby Darin 1973 mehreren Operationen unterziehen und erliegt am 20. Dezember 1973 im Alter von siebenunddreißig Jahren seinem Leiden im Hollywood’s Cedars Of Lebanon Hospital.

1990 wird Bobby Darin in die „Rock And Roll Hall Of Fame“ und 1999 in die „Songwriters Hall Of Fame“ aufgenommen. Bei der Verleihung der „Grammy Awards“ 2010 wird er posthum mit dem „Lifetime Achievement Award“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der Film „Beyond The Sea“ („Beyond The Sea – Musik war sein Leben“, 2004) mit Kevin Spacey in der Hauptrolle erzählt die Geschichte Bobby Darins.

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Schreiben Sie einen Kommentar