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Mit unverkennbarer Stimme, androgynem Auftreten und einigen Welthits avanciert Boy George zu Beginn der achtziger Jahre in kürzester Zeit zum internationalen Superstar – als Frontmann der New-Wave-Formation „Culture Club“ wie auch als Solo-Künstler ist der extravagante Sänger mit dem ausgeprägten Gespür für massentaugliche Songs bis in die neunziger Jahre hinein überaus erfolgreich

Boy George wird als George Alan O’Dowd am 14. Juni 1961 im Londoner Stadtteil Bexleyheath geboren. Er stammt aus einer irisch-katholischen Familie, sein Vater ist Boxclubmanager. Als glühender Verehrer von David Bowie und Marc Bolan interessiert er sich früh für Mode und Musik – als er sich gegen die Bekleidungsvorschriften seiner Schule wehrt, kommt es zum Zerwürfnis mit den Eltern und er geht nach London. Dort zieht Boy George durch die Clubs der New-Romantic-Szene und wird von Malcolm McLaren entdeckt. Der Musiker ist auf der Suche nach einem neuen Sänger für seine Band „Bow Wow Wow“, doch schon nach wenigen Versuchen überlegt es Boy George sich anders und gründet mit Mikey Craig, Roy Hay und Jon Moss die New-Wave-Band „Culture Club“.

Die Debütsingle von „Culture Club“ – „White Boy“ – findet ebenso wenig Beachtung wie deren Nachfolger „Im Afraid Of Me“ und so wird das dazugehörige erste Album der Band „Kissing To Be Clever“ 1982 ohne große Erwartungen veröffentlicht. Erst mit dem eingängigen „Do You Really Want To Hurt Me“ hat Boy George mit seiner Band Erfolg, der Song erklimmt weltweit die Charts und „Culture Club“ werden über Nacht berühmt – nicht zuletzt wegen Boy George, der in extravagante Robe gekleidet mit farbenfrohem Make-Up das Publikum fasziniert und die Medien beschäftigt. Das Nachfolgealbum von „Culture Club“ folgt bald darauf – „Colour By Numbers“ wird ein Millionenseller, Singles daraus wie „Church Of The Poisen Mind“, „Karma Chameleon“ und die Ballade „Victims“ werden erfolgreiche Charthits. Binnen eines Jahres erscheint Boy George auf diversen Covern von Musikmagazinen, Mode-Illustrierten und Teenie-Gazetten – die Leser des Daily Mirror wählen den Sänger zur „Pop Personality Of The Year“ und bei „Madame Tussauds“ verewigt man ihn in Wachs. 1984 erhalten „Culture Club“ einen „Brit-Award“ und einen „Grammy“ als beste Popgruppe des Jahres. Gegen Ende des Jahres erscheint das Nachfolgealbum „Waking Up With The House On Fire“ – Boy George bezeichnet das Werk später in einem Interview als eine der schlechtesten Platten aller Zeiten.

Schon 1985 verblasst der Stern von „Culture Club“ – diverse Streitereien sowie Drogengerüchte führen 1987 zur Auflösung der Gruppe. Vorher erscheint noch das Album „From Luxury To Heartache“ – die Single „Move Away“ wird noch ein veritabler Hit – dann ist Schluss. Boy George macht alleine weiter, sein erstes Solo-Album von 1987 – „Sold“ – verkauft sich mittelmäßig. 1989 veröffentlicht er ein Protestlied gegen das britische Antischwulengesetz „No Clause 28″ und Anfang der neunziger Jahre gründet er die Band „Jesus Loves You“, die mit einigen Dance-Hits wie „After The Love“, „Generations Of Love“ und dem religiös angehauchten Hit „Bow Down Mister“ an die Erfolge von „Culture Club“ anknüpfen kann. Auf dem Soundtrack für den Film „The Crying Game“ („The Crying Game – Die Frau des Soldaten“, 1992) kann man den Sänger mit dem gleichnamigen von Neil Tennant produzierten Song hören, dann wird es stiller um Boy George.

1994 erscheint mit „Cheapness And Beauty“ ein weiteres Album von Boy George – es unterscheidet sich mit einer Zusammenstellung aus Glam Rock, New Wave, Punk, seichtem Soul und einfühlsamen Balladen deutlich von seinen bisherigen Plattenaufnahmen. Im gleichen Jahr läuft das Musical „Taboo“ im Londoner West End an und entwickelt sich dort zu einem Dauerbrenner – es wird für den „Tony“-, „Theatre World“- und dem „Drama Desk“-Award nominiert.

1995 veröffentlicht Boy George seine Autobiographie „Take It Like A Man“, in der er selbstironisch und selbstkritisch von seiner schwierigen Kindheit und Jugend, dem Aufstieg und Fall von „Culture Club“ und seiner Drogensucht erzählt. 2013 gelingt ihm mit dem Album „This Is What I Do“ ein unerwartetes Comeback.

Seit seinem sensationellen Aufstieg zu Anfang der achtziger Jahre als Lead-Sänger von „Culture Club“ durchschreitet Boy George alle Stufen des Star-Daseins und zeigt der Öffentlichkeit viele Gesichter – ob mit Glatze oder ellenlangen Dreads, als Pop-Sänger, Designer oder Acid-House DJ, als ungeschminkter Privatmensch oder pfauenhaft geschminkte Luxustucke. Boy George hat aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis gemacht, hat sie jedoch auch nicht öffentlich proklamiert – obwohl die Gay-Community ihn zu einer ihrer Ikonen kürt, lässt sich der Sänger als Künstler nicht von ihr vereinnahmen.

Boy George lebt in London und New York.

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