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Als Prototyp des amerikanischen Rockstars verkörpert er glaubwürdig und allürenfrei mehr als vier Dekaden lang das sozial engagierte Gewissen seines Heimatlandes – Bruce Springsteen wird von seinen Fans auch „The Boss“ genannt, er singt für den einfachen Mann von der Straße, füllt weltweit die Konzertarenen und feiert mit seinen bodenständigen Hits auch in Deutschland zahlreiche Chart-Erfolge

Bruce Frederick Joseph Springsteen wird am 23. September 1949 in Long Branch im US-Bundesstaat New Jersey geboren und wächst mit zwei Schwestern in einfachen Verhältnissen in einem katholisch geprägten Elternhaus auf. Er hat niederländische, irische und italienische Vorfahren – sein Vater arbeitet in einer Teppichweberei, als Taxifahrer und als Gefängniswärter, seine Mutter ist Sekretärin. Zunächst ein unbeschwertes und aktives Kind, gerät Bruce Springsteen mit Eintritt in die von Franziskanerinnen geleitete St.-Rose-of-Lima-School zunehmend in Konflikt mit den Lehrern, zieht sich immer mehr zurück und empfindet die sich ihm als Arbeiterkind bietenden Zukunftsperspektiven als bedrückend.

Mit zehn Jahren beginnt sich Bruce Springsteen für die Musik von Elvis Presley, den „Beatles“ und den „Rolling Stones“ zu interessieren – für achtzehn Dollar kauft er sich eine gebrauchte E-Gitarre: „Es gab zwei Dinge, die bei uns unbeliebt waren. Das eine war ich und das andere meine Gitarre“ sagt er später über sein Elternhaus. Bruce Springsteen beginnt ernsthaft Gitarre zu üben und spielt in lokalen Bands, 1967 beendet er die High-School um danach ein Jahr lang das Ocean County College zu besuchen. Nebenher spielt er in kleinen New Yorker Clubs – mit der Band „The Castiles“ nimmt er seine ersten Singles „Baby I“ und „That’s What You Get“ auf. 1968 gründet Bruce Springsteen die nur kurzlebige Band „Earth“ und danach die Formation „Child“, die sich wenig später in „Steel Mill“ umbenennt – es entstehen die Singles „The Train Song“, „He’s Guilty“ und „Going Back To Georgia“.

1971 gründet Bruce Springsteen die „Bruce Springsteen Band“ – der Vorläufer seiner Begleitband „E Street Band“ – und 1973 erscheint das nur wenig beachtete Album „Greetings From Asbury Park, N. J.“. Danach erscheinen „The Wild, The Innocent & The E Street Shuffle“ und „Born To Run“, womit ihm 1975 der kommerzielle Durchbruch gelingt – die gleichnamige Single erreicht die US-amerikanischen Top-Twenty.

Größere Bekanntheit erlangt Bruce Springsteen 1980 mit seinem Album „The River“ und dem Hit „Hungry Heart“ – zum Superstar avanciert er dann 1984 mit dem Album „Born In The U.S.A.“ und den Hits „Dancing In The Dark“, „Born In The U.S.A.“ und „I’m On Fire“. Der Titelsong wird nicht nur in den USA oftmals als patriotische Hymne missverstanden, handelt jedoch von der unheilvollen Verstrickung der USA in Vietnam.

1987 veröffentlicht Bruce Springsteen das Album „Tunnel Of Love“ und 1988 geht er zusammen mit Sting, Peter Gabriel, Tracy Chapman und anderen Künstlern auf eine Benefiz-Tournee zu Gunsten von Amnesty International. 1992 erscheinen die Alben „Human Touch“ und „Lucky Town“, die beide wegen ihrer kommerziellen Ausrichtung von Kritikern und Fans als Tiefpunkt des Musikers angesehen werden.

Für den Song „Streets Of Philadelphia“ aus dem Film-Soundtrack „Philadelphia“ erhält Bruce Springsteen 1994 einen „Oscar“ für den „Besten Filmsong“ – der Titel zählt zu seinen erfolgreichsten Singles und erreicht auch den ersten Platz der deutschen Charts.

1995 erscheint das Album „The Ghost Of Tom Joad“, 2002 veröffentlicht Bruce Springsteen „The Rising“, 2005 „Devils & Dust“ und 2007 „Magic“. Danach folgen „My Lucky Day“ und der Bonus-Track „The Wrestler“ vom Soundtrack des gleichnamigen Films, für den Bruce Springsteen 2009 einen „Golden Globe Award“ für den „Best Original Song“ erhält. 2008 veröffentlicht der Sänger das Album „Working On A Dream“ und 2012 das vorerst letzte Album „Wrecking Ball“.

Bruce Springsteen gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Rockmusikern aller Zeiten – allein in den USA verkauft er mehr als sechzig Millionen Alben, weltweit sind es um die hundertdreißig Millionen. Als aufmerksamer Beobachter und Chronist des US-amerikanischen Alltags porträtiert er in seinen Songs das Leben und das Scheitern des „kleinen Mannes“ und als Stimme der „Working Class“ ist er mit seinen Äußerungen zur politischen Situation stets ein unbequemer Zeitgenosse. Bei seinen konservativen Landsleuten gilt Bruce Springsteen – der sich mit Nachdruck gegen die Politik des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und für die Präsidentschaft von Barack Obama engagiert – jahrelang als Persona non grata.

2016 wird Bruce Springsteen mit der US-amerikanischen „Presidential Medal Of Freedom“ ausgezeichnet.

Bruce Springsteen ist von 1985 bis 1989 mit dem Model Julianne Phillips und seit 1991 mit der Sängerin Patti Scialfa verheiratet – zusammen haben sie die Kinder Evan James, Jessica Rae und Sam Ryan.

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