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Besonders in ruhigen und anspruchsvollen Nebenrollen mit melancholischen Anstrich überzeugt der vielseitige Schauspieler in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen. Größere Bekanntheit erlangt Burghart Klaußner durch seine Rolle im preisgekrönten Spielfilm „Das weiße Band“ – seitdem zählt der Berliner zu den gefragtesten Charakterdarstellern der deutschen Filmwelt

Burghart Klaußner wird am 13. September 1949 in Berlin geboren. Nach der Schule und dem Abitur in einem Dorf nahe München beginnt er 1969 ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik an der Berliner Freien Universität, welches er nach zwei Semestern abbricht, um sich an der renommierten Max-Reinhard-Schule in Berlin zum Schauspieler ausbilden zu lassen.

Von 1970 bis 1972 spielt Burghart Klaußner an der Schaubühne am Halleschen Ufer, seit Ende der achtziger Jahre hat er unter anderem Engagements am Deutschen Schauspielhaus und am Thalia Theater in Hamburg, am Bochumer Schauspielhaus, am Maxim Gorki Theater in Berlin und am Schauspielhaus Zürich, wo er 1999 für seine Leistungen mit der „Goldenen Maske“ ausgezeichnet wird. Herausragend ist hier seine Interpretation des „Alceste“ in Molières „Der Menschenfeind“, im gleichen Jahr fasziniert er in Bremen als „Macheath“ in Brechts „Dreigroschenoper“ sowie in Hamburg in der Titelrolle in Peter Handkes „Kaspar“ – einem Schauspiel nach dem historischen Fall des Kaspar Hauser.

Sein Leinwanddebüt gibt Burghart Klaußner im Spielfilm „Ziemlich weit weg“ (1982) – danach folgen das Fernsehdrama „Das Beil von Wandsbek“ (1982), das Dokumentarspiel „Einmal Macht und zurück – Engholms Fall“ (1994), das Melodram „Zerrissene Herzen“ (1996) neben Suzanne von Borsody und Nadja Uhl, „Das Superweib“ (1996), Helmut Dietls erfolgreiche Kinoproduktion „Rossini“ (1997) mit Martina Gedeck, Mario Adorf und Gudrun Landgrebe, „Der Blonde Affe“ (1999) mit Götz Otto und Jürgen Prochnow, das Sozialdrama „Ganz unten, ganz oben“ (1999) mit Marianne Sägebrecht, „Crazy“ (2000) neben Robert Stadlober, „Durch dick und dünn“ (2001) und das preisgekrönte Ost-West-Melodram „Good Bye, Lenin“ (2003) an der Seite von Katrin Sass und Daniel Brühl.

Neben wiederholten Auftritten in erfolgreichen Krimi-Reihen wie „Peter Strohm“, „Wolffs Revier“, „Wilsberg“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Adelheid und ihre Mörder“ sieht man Burghart Klaußner in „Mit dem Rücken zur Wand“ (2002), im biografischen Dokumentarspiel „Carola Stern – Doppelleben“ (2004) sowie in den Krimis „Tod im See“ (2005) und „Der Tod kommt zurück“ (2006) aus der Reihe „Solo für Schwarz“ an der Seite von Barbara Rudnik.

2005 wird Burghart Klaußner für seine Nebenrolle in „Die fetten Jahre sind vorbei“ mit dem „Deutschen Filmpreis“ ausgezeichnet. Im selben Jahr sieht man ihn in der TV-Miniserie „Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei“ in der Rolle des Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter. 2006 erhält beim Filmfestival von Locarno den „Goldenen Leoparden“ als „Bester Darsteller“ im Film „Der Mann von der Botschaft“, 2007 spielt er in „Der Novembermann“ neben Götz George und 2009 sieht man ihn an der Seite von Henry Hübchen und Peter Lohmeyer in „Alter und Schönheit“.

Seinen bisher größten Erfolg feiert Burghart Klaußner 2009 – in Michael Hannekes eindringlichen Sittengemälde „Das weiße Band“ spielt er an der Seite von Ulrich Tukur und Susanne Lothar, wofür er mit dem „Deutschen Filmpreis“ als „Bester Hauptdarsteller“ ausgezeichnet wird. Der Film erhält unter anderem die „Goldene Palme von Cannes“ sowie eine „Oscar“-Nominierung als „Bester ausländischer Film“.

Zuletzt spielt Burghart Klaußner neben Kate Winslet und Ralph Fiennes in „Der Vorleser“ (2009), in der mit szenischen Darstellungen durchsetzten Dokumentation „Aghet – Ein Völkermord“ (2011), in „Der ganz große Traum“ (2011), im Fernsehmehrteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ (2013), in „Night Train To Lisbon“ („Nachtzug nach Lissabon“, 2013) an der Seite von Jeremy Irons, Martina Gedeck, Bruno Ganz und Charlotte Rampling und im Doku-Drama „George“ (2013) über die Schauspiellegende Heinrich George.

Neben seiner Arbeit vor der Filmkamera brilliert Burghart Klaußner auch weiterhin auf der Theaterbühne – unter anderem in Gerhart Hauptmanns „Der Biberpelz“, in Anton Tschechows „Die Möwe“ und in Henrik Ibsens „Gespenster“. 2005 liest er an den Hamburger Kammerspielen Texte von Thomas Bernhard und im Thalia-Theater steht er in „Das Fest“ auf der Bühne, außerdem tritt er im Liederabend „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ des Musikers Franz Wittenbrink auf. 2010 sieht man Burghart Klaußner am Staatsschauspiel Dresden in Schillers „Don Carlos“ als spanischen König Philipp II.

Burghart Klaußner ist auch als Regisseur und Autor aktiv – 2009 inszeniert er am Schauspielhaus Bochum sein erstes eigenes Stück „Marigold“, an den Hamburger Kammerspielen inszeniert er 2006 Edward Albees „Die Ziege oder wer ist Sylvia“ und am Schauspielhaus Bochum inszeniert er die deutsche Erstaufführung von Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“.

Nicht nur als Charakterdarsteller macht sich Burghart Klaußner einen Namen – auch als Interpret der Chansons von Charles Trenet ist er erfolgreich. Mit seiner Swing-Band präsentiert er während einer Tournee das Programm „Je Chante – Burghart Klaußner swingt Charles Trenet“.

2011 erhält Burghart Klaußner den „Deutschen Hörbuchpreis“ in der Kategorie „Bester Interpret“. Der Schauspieler ist im Vorstand der Deutschen Filmakademie und Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Burghart Klaußner ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen und lebt in Hamburg.

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