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Über fünf Jahrzehnte begeistert Caterina Valente gleichwohl durch ihren Gesang als auch durch ihre Tanzeinlagen ihr weltweites Publikum. Das Multitalent gilt als einer der herausragenden internationalen Weltstars, sie besingt ihre Platten in insgesamt zwölf Sprachen, bringt den Bossa Nova nach Europa und macht sich als Entertainerin großer Unterhaltungsshows einen Namen

Die am 14. Januar 1931 in Paris geborene Caterina Valente stammt aus einer Artistenfamilie. Ihr Vater Giuseppe ist ein bekannter Akkordeonvirtuose, die Mutter Maria tritt als Musikclown auf. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern, von denen Bruder Silvio Francesco ebenfalls im Showbusiness tätig ist, wächst sie in der Welt des Zirkus auf und wird so schon seit frühester Kindheit vom Showgeschäft geprägt. Als Kleinkind besucht Caterina Valente eine russische Ballettschule in Paris und wird in ihrem Talent gefördert. Als Fünfjährige tritt sie dann – gemeinsam mit ihren Geschwistern in der Manege auf. Bedingt durch den Beruf ihrer Eltern reist die Familie quer durch Europa, wodurch zwar die Schulbildung der Kinder leidet, die Sprachbegabung hingegen ungemein gefördert wird. Ihren ersten Auftritt hat sie 1936 im “Friedrichsbau Stuttgart”. Nach den Wirren des Krieges, der Gefangenschaft in Breslau und einer Deportation nach Russland kommt die Familie Valente nach Paris zurück, wo Caterina Valente zunächst als sechzehnjährige Sängerin in einem Nachtclub auftritt.

Caterina Valente ist zweimal verheiratet. Mit der Wahl ihres ersten Ehemannes bleibt sie dem Zirkus treu – im Alter von einundzwanzig Jahren heiratet sie den Jongleur Erik van Aro, der auch das Management seiner Frau übernimmt. Gemeinsam werden sie Eltern ihre Sohnes Eric. Die junge Familie lässt sich in Amerika nieder, wo Caterina Valente 1954 ihren Durchbruch hat und den Grundstein zu ihrer Weltkarriere legt. Nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe heiratet sie 1972 den englischen Komponisten, Arrangeur und Pianisten Roy Budd – aus dieser Ehe stammt Sohn Alexander Budd. Das Paar lässt sich 1979 scheiden.

Nach diversen Versuchen in Frankreich mit dem damals noch unbekannten Gilbert Bécaud und einer Tour durch Skandinavien macht Caterina Valente 1948 erste Gesangsaufnahmen mit einem Quartett in Kopenhagen. Die ersten offiziellen Aufnahmen entstehen 1952 bei “Radio Zürich”, nachdem sie dessen Unterhaltungschef im “Zirkus Grock” singen hört. Diese Aufnahmen gehen an alle deutschen Rundfunkstationen und daraus erfolgen diverse Studioproduktionen bei verschiedenen Rundfunksendern, unter anderem auch beim “Südwestfunk Baden-Baden”, wo sie der damalige Tanzorchester-Chef Kurt Edelhagen hört und von da an auch fördert. Mit ihm geht sie auf Tournee in den “Salon du Jazz in Paris”. Ihr gemeinsamer Auftritt beim “Zweiten Deutschen Jazzfestival” in Frankfurt am Main 1955 ist ein großer Erfolg. Ihre erste Schallplatte ist “Istanbul”, bald darauf wird sie durch Aufnahmen mit dem “Orchester Werner Müller”, wie “Malagueña” (1954 – sie gilt in Amerika als das “Malaguena-Girl”), “The Breeze and I” (1955) des kubanischen Komponisten Ernesto Lecuona und “Dreh’ dich nicht um nach fremden Schatten” einem breiten Publikum bekannt. Daneben arbeitet sie weiterhin im Jazzbereich. 1956 tritt sie mit Chet Baker auf und nimmt mit ihm die Single “I’ll Remember April” und “Ev’ry Time We Say Goodbye” auf.

In Deutschland verkauft sich der Titel “Ganz Paris träumt von der Liebe” (1954) eine halbe Million Mal. Weitere bekannte Songs sind “Fiesta Cubana” (1955), “Komm ein bisschen mit nach Italien …” (im Duett mit Peter Alexander, 1956), “Wo meine Sonne scheint” (1957), “Spiel noch einmal für mich, Habanero” (1958) und “Tschau, Tschau, Bambina” (1959). 1959 wird Caterina Valente für den “Grammy” als beste Sängerin nominiert und erhält 1965 als erste Nicht-Amerikanerin den “Fame Award der Fernsehkritiker” als beste Sängerin im US-Fernsehen, überreicht von Sammy Davis Jr.

Caterina Valente verfolgt zu dieser Zeit neben ihrer Solokarriere noch etliche andere Projekte, die fast alle die deutsche Sehnsucht der fünfziger Jahre nach fremden Welten im Namen tragen – “Club Indonesia” (Platz 1 1956 mit dem Lied “Steig in das Traumboot der Liebe”), “Club Honolulu” (Platz 1 1960 mit “Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini”), “Club Italia”, “Club Argentina” und einige weitere.

Gegen Ende der siebziger Jahre hat Caterina Valente mit “Manuel” und 1984 mit “Männer brauchen Liebe” weitere Hits. 1987 erscheint das Album “Ich bin…” mit dem Single-Hit  “Ich bin noch da”. Die 1989 in Italien aufgenommene Jazz-CD “A briglia sciolta” zählt bis heute weltweit als Caterina Valentes meistverkaufte CD.

Caterina Valente feiert in den Schlagerfilmen der damaligen Zeit große Erfolge. wie “Mannequins für Rio” (1954) und “Große Starparade” (1954). Im selben Jahr erhält das Multitalent im deutschen Fernsehen ihre eigene Fernsehshow “Bonsoir Kathrin”, weitere folgen, wie “Ein Leben voll Musik”, “Musik ist mein Leben” und “Unter Freunden”. Auch in Italien, Österreich und der Schweiz produziert die Entertainerin etliche Shows, wie “Nata per la Musica”, “Bentornata Caterina”, “Caterina” , “Music Circus”. Daneben folgen unzählige Auftritte in TV-Sendungen von Hans Rosenthal und Peter Frankenfeld. In den Dritten Programmen laufen “Am Fuße der Leiter”, “Auf der Straße der Erinnerung” und “Rendezvous bei Caterina”.

Caterina Valente absolviert unzählige Gala-Auftritte überall auf der Welt, unter anderem sieben Mal im “Olympia” in Paris, im “Palladium” in London, in New York, in Japan und in der Sowjetunion. Ein Höhepunkt ist die 1986 produzierte Fernsehsendung “Bravo, Catrin!” mit vielen Freunden zu ihrem fünfzigjährigen Bühnenjubiläum. Sie ist in den USA vielfach Stargast in der “Dean Martin Show”, der “Perry Como Show”, der “Danny Kaye Show”, “Hollywood-Palace”, der “Bing Crosby Show” und musikalischer Star der Fernsehserie “The Entertainers” mit Carol Burnett und Bob Newhart.

1990 tritt Caterina Valente als Jazzsängerin bei Konzerten mit der “WDR Bigband” in der Kölner Philharmonie auf. Ein Mitschnitt unter dem Titel “Kurt Weill – American Songs” wird einige Jahre später auf CD veröffentlicht. Im März 2002 bekommt Caterina Valente den “Echo”-Preis für ihr Lebenswerk aus den Händen des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Lothar Späth überreicht, der ihr während seiner Regierungszeit an der Hochschule für darstellende Künste – erst in Stuttgart, dann Mannheim – einen Lehrauftrag verschaffen möchte, was leider scheitert.

Caterina Valente gilt als einer der großen Weltstars des zwanzigsten Jahrhunderts. Während sie in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Europa vorwiegend Schlager veröffentlicht, gilt sie insgesamt eher als Interpretin von Weltmusik mit dem Schwerpunkt Südamerika. Sie bringt 1959 die ersten Bossa-Nova-Songs nach Europa, singt von da an in allen ihren Programmen diesen Rhythmus und macht ihn sehr populär. 1968 wird ihr das “Bundesverdienstkreuz 1. Klasse” verliehen, 1986 folgt das “Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland”. Auch für ihr Lebenswerk wird Caterina Valente mehrfach ausgezeichnet. 1991 wird ihr die “Goldene Europa” verliehen, 1995 bekommt sie den “Bambi Lifetime-Award”, 2002 den “Echo” und 2005 den “Ehren-Bambi”. Als wahre Weltbürgerin nimmt Caterina Valente Schallplatten in zwölf Sprachen auf, darunter auch auf japanisch. Sie hat weltweit über 1000 Fernsehauftritte und singt über 1500 Lieder.

Caterina Valente ist eine polyglotte Weltbürgerin im eigentlichen Sinne. Heute lebt sie zurückgezogen in Lugano in der Schweiz und in ihrem Haus in den USA.

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