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Er zählt zu den einflussreichsten Künstlern des vorigen Jahrhunderts, gekonnt verbindet er Slapstick mit poetischen und anrührenden Geschichten – Charlie Chaplins legendärer „Tramp“ avanciert zur Leinwandikone und seine Filme wie „Lichter der Großstadt“, „Moderne Zeiten“ und „Der große Diktator“ gehören heute zu den Klassikern der Kinogeschichte

Charlie Chaplin

Charlie Chaplin um 1910, Foto: By Bain News Service, publisher. Library of Congress, Prints & Photographs Division, [reproduction number, e.g., LC-B2-1234] [Public domain], via Wikimedia Commons

Charles Chaplin wird am 16. April 1889 in London als Sohn der Künstler Charles Spencer Chaplin und Hannah Harriet Chaplin geboren. Kurz nach seiner Geburt trennen sich seine Eltern und er wächst zusammen mit seinem älteren Halbbruder Sydney bei seiner Mutter in ärmlichen Bedingungen in der britischen Hauptstadt auf.

Mit fünf Jahren tritt Charlie Chaplin das erste Mal mit einer Gesangdarbietung auf, im Alter von neun Jahren wird er auf Empfehlung seines Vaters für die Music-Hall-Gruppe „The Eight Lancashire Lads“ engagiert – in dieser Zeit erhält er eine kostenlose Unterkunft, Verpflegung sowie eine einfache Schulbildung.

Nach dem Tod seines Vaters geht Charlie Chaplin mit diversen Theatergruppen auf Tournee durch Großbritannien, 1910 hat er die Möglichkeit mit einem Ensemble in den USA aufzutreten, wo er Kontakte zur aufstrebenden Filmindustrie knüpft. 1913 unterschreibt er seinen ersten Filmvertrag und ein Jahr später hat er in „A Thief Catcher“ sein Filmdebüt. Zahlreiche Filmauftritte folgen – allerdings handelt es sich nicht um abendfüllende Spielfilme, sondern vorwiegend um kurze Slapstick-Nummern mit subtiler Komik. Schon in dieser Zeit entwickelt Charlie Chaplin die Figur des „Tramp“, die ihn später weltberühmt macht.

Auch als Regisseur ist Charlie Chaplin erfolgreich – 1914 hat er mit „Caught In The Rain“ sein Regiedebüt. 1915 steht er in seinem ersten Spielfilm „His New Job“ vor der Kamera. Zunehmend ist Charlie Chaplin in der Rolle des glücklosen und liebenswürdigen Vagabunden („Tramp“) zu sehen – an seiner Seite die junge Edna Purviance, mit der er bis 1917 privat liiert ist. Seine Popularität erreicht 1915 ihren ersten Höhepunkt – in der angelsächsischen Welt wird er als „der geborene Leinwandkomiker“ gefeiert und vermarktet – bald gibt es Chaplin-Puppen, Zeitungscomics und Lieder über den kleinen Tramp und der Schauspieler muss sich gegen zahlreiche Nachahmer und Imitatoren wehren.

Erfolgreiche Filme mit Charlie Chaplin sind „A Jitney Elopement“ („Entführung“, 1915), „The Tramp“ („Der Tramp“, 1915), die Opern-Parodie „Burlesque On Carmen“ (1916), „The Floorwalker“ („Der Ladenaufseher“, 1916), „The Vagabond“ („Der Vagabund“, 1916), „Easy Street“ („Leichte Straße“, 1917), „The Immigrant“ („Der Einwanderer“, 1917), „The Bond“ („Die Anleihe“, 1918) und „Shoulder Arms“ („Gewehr über“, 1918). Während des ersten Weltkrieges geht Charlie Chaplin mit seinen Kollegen Douglas Fairbanks und Mary Pickford auf eine Tournee durch die USA, um für den Kauf von Kriegsanleihen zu werben – in jener Zeit gehört er zu den bestbezahlten Schauspielern der Welt.

1918 lernt Charlie Chaplin die sechzehnjährige Schauspielerin Mildred Harris kennen, welche er im selben Jahr heiratet. 1919 kommt der gemeinsame Sohn zur Welt, der drei Tage nach der Geburt stirbt. 1920 lässt sich das Paar wieder scheiden.

Mit dem damals vierjährigen Jackie Coogan dreht Charlie Chaplin 1920 „The Kid“ („Der Vagabund und das Kind“) – der Film wird ein enormer Erfolg. 1921 begibt er sich auf eine Europareise, wo ihm ein stürmischer Empfang bereitet wird. In Berlin lernt er Pola Negri kennen – die Beziehung der beiden beherrscht monatelang die Klatschspalten. Zurück in den USA gründet Charlie Chaplin mit seinen Kollegen Douglas Fairbanks und Mary Pickford den unabhängigen Filmverleih „United Artists“, danach dreht er „Pay Day“ („Zahltag“, 1921), „A Woman Of Paris“ („Die Nächte einer schönen Frau“, 1923) und „The Gold Rush“ („Goldrausch“, 1925). 1924 heiratet Charlie Chaplin die damals sechzehnjährige Linda Grey, nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Sydney Earle wird die Ehe 1927 in einem Aufsehen erregenden Prozess wieder geschieden.

Es folgen Filme wie „The Circus“ („Der Zirkus“, 1928), „City Lights“ („Lichter der Großstadt“, 1931) und „Modern Times“ („Moderne Zeiten“, 1936). Die musikalischen Tonspuren der letzten beiden Filme komponiert Charlie Chaplin selbst. Privat ist er mit der Hauptdarstellerin aus „Modern Times“ – Paulette Goddard – liiert, 1936 folgt die Hochzeit.

1940 kommt Charlie Chaplins erster Tonfilm und wohl auch sein herrausragendstes Werk in die Kinos – der Anti-Hitler-Film „The Great Dictator“ („Der große Diktator“). In dieser satirischen Slapstick-Parodie auf den Faschismus richtet sich Charlie Chaplin symbolisch auch gegen die US-Staatsmacht und den allgemeinen Militarismus – da viele Konservative in den USA Adolf Hitlers Machtwahn unterschätzen, will die amerikanische Zensurbehörde den Film zuerst nicht genehmigen. Die kommerziell sehr erfolgreiche Faschismus-Satire mit ihren zahllosen originellen Anspielungen leistet einen Beitrag zur Debatte um den Kriegseintritt der USA und die Tageszeitung „New York Times“ spricht vom „vielleicht wichtigsten Film, der je hervorgebracht wurde“.

1942 wird die Ehe von Charlie Chaplins und Paulette Goddart geschieden, wenig später heiratet der Schauspieler Oona O’Neill – die Tochter des amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill. Aus dieser Ehe gehen die Kinder Annette-Emilie, Josephine, Victoria, Christopher, Michael und Geraldine Chaplin hervor.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der zunehmenden Verfolgung von Sozialisten und Kommunisten vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wird Charlie Chaplin wiederholt vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe geladen – FBI-Chef J. Edgar Hoover versucht ihm die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen. Die pazifistische, liberale und kritische Einstellung sowie der als anstößig empfundene Lebenswandel des populären Weltbürgers Charlie Chaplin führt zu Beginn der berüchtigten McCarthy-Ära 1952 zur Ausbürgerung des Schauspielers und Regisseurs. Wegen seiner spöttischen Hinterfragung der herrschenden Gesellschaftsordnung wird Charlie Chaplin mangelnde Verfassungstreue vorgeworfen und nach einer Europareise lässt man ihn nicht mehr ins Land – 1952 lässt er sich mit mit seiner Familie auf dem Anwesen Manoir de Ban oberhalb Corsier-sur-Vevey am Genfer See nieder.

Charlie Chaplin dreht noch drei Filme – „Limelight“ („Rampenlicht“, 1952) mit Buster Keaton, „A King in New York“ („Ein König in New York“, 1957) und „A Countess From Hong Kong“ („Die Gräfin von Hongkong“, 1967) mit Margret Rutherford, Marlon Brando, Tippi Hedren und Sophia Loren. Nach Beendigung des letzten Films treten bei ihm zunehmend körperliche Beschwerden auf – sein früherer robuster Gesundheitszustand weicht in den letzten Jahren einer zunehmenden Gebrechlichkeit.

1972 kehrt Charlie Chaplin anlässlich der Verleihung eines „Ehrenoscars“ noch einmal in die USA zurück. Am 25. Dezember 1977 verstirbt der Schauspieler und Regisseur im Alter von achtundachtzig Jahren in Vevey in der Schweiz. Er wird auf dem Friedhof in Corsier-sur-Vevey beigesetzt.

Eine Skulptur Charlie Chaplins steht an der Seepromenade in Vevey am Genfersee.

Das „American Film Institute“ wählt Charlie Chaplin auf Platz Zehn der „größten amerikanischen Filmlegenden aller Zeiten“.

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