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Sie ist seit fast einem halben Jahrhundert im internationalen Showgeschäft eine absolute Größe und gehört zu den wohlhabendsten weiblichen Künstlern der Welt. Cher kann sich mit zahlreichen Superlativen schmücken – sechsmal ist sie auf dem Cover der “Vogue” zu sehen, ihr Lied “Believe” ist der erfolgreichste Titel einer Solo-Künstlerin überhaupt und als einzige Sängerin kann sie in jeder der vergangenen fünf Dekaden höchste Charterfolge feiern

Chers bürgerlicher Name lautet Cherilyn La Piere Sarkisian und ist zusammengesetzt aus dem Nachnamen ihres leiblichen Vaters John Sarkisian und ihres Adoptivvaters Gilbert La Piere. Ihre Mutter ist die Cherokee-Indianerin Georgia Holt. Cher kommt am 20. Mai 1946 im kalifornischen El Centro zur Welt. Cherilyn, die seit ihrer Kindheit “Cher” gerufen wird, leidet unter der häuslichen Situation, bricht mit sechzehn Jahren die High School ab und reist nach Los Angeles.

Dort hält sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sie erhält eine Anstellung als Kellnerin in einer Bar am “Hollywood Boulevard”. Kurz darauf lernt sie Salvatore “Sonny” Bono kennen. Wenig später begleitet sie Sonny zu Phil Spector in die “Gold Star Studios”, wo sie für eine fehlende Sängerin einspringen darf. Ihr Können ist überzeugend und sie wird von Phil Spector als Backgroundsängerin unter Vertrag genommen. Fortan begleitet sie ihn bei allen Konzerten und Studioaufnahmen, wo Hits wie “Be My Baby” oder “You’ve Lost That Loving Feeling” gespielt werden. Sie gründet mit Sonny Bono das Gesangs-Duo “Sonny & Cher”, doch der erhoffte Erfolg bleibt vorerst aus und Cher muss in “Tingeltangel-Bars” auftreten, um Geld für das Nötigste zu verdienen. An schöne Kostüme bei den Auftritten ist kaum zu denken, und so trägt sie alte und viel zu kleine Fummel, die sie in der Garderobe findet.

1965 landen “Sonny & Cher” dann ihren Welthit “I Got You, Babe”. Innerhalb weniger Tage verkauft sich die Single über drei Millionen Mal. Songs wie “The Beat Goes On” und “Little Man” lassen die beiden zu Hippie-Idolen der sechziger Jahre aufsteigen. Im Jahr 1965 starten “Sonny & Cher” ihre erste ausverkaufte Welt-Tournee. Mit über 80 Millionen verkauften Platten werden “Sonny & Cher” zum erfolgreichsten Künstlerehepaar aller Zeiten. 1970 bekommen sie ihre eigene Show, die “Sonny & Cher Nitty Gritty Hour”, die dann ein Jahr später zu einer Fernsehshow wird (“Sonny & Cher Comedy Hour”). Innerhalb kürzester Zeit avanciert die Show zum Erfolg, jedes Mal sitzen rund 25 Millionen Amerikaner vor den Fernsehschirmen. Ihre Hits “All I Ever Need Is You” (1971) und “A Cowboy’s Work Is Never Done” (1972) platzieren sich in den internationalen Top-10, 1971 werden die beiden bei den “Grammys” als bestes Duo nominiert.

Parallel tritt Cher auch als Solosängerin auf. Mit der Coverversion des Bob-Dylan-Titels “All I Really Want To Do” erzielt sie 1965 ihren ersten Nummer-1-Hit, 1966 folgt “Bang Bang” und 1967 “You Better Sit Down Kids”. Chers weit ausgestellten Hosenschläge und ihre Pelzwesten werden als Bestandteile ihrer Person ebenso zum Markenzeichen wie ihr schwarzes, glattes Haar und ein dicker Lidstrich. Bald darauf folgt der Nummer-1-Hit “Gypsies, Tramps And Thieves” (1971) und “The Way Of Love” (1972) – Cher wird zum ersten Mal ohne Bono als beste Künstlerin für einen “Grammy” nominiert.

Doch dann trennen sich die Wege von “Sonny & Cher” – beruflich wie privat – und 1974 reicht die Sängerin die Scheidung ein. Daraufhin verklagt Sonny Bono Cher mehrmals auf insgesamt mehrere Millionen US-Dollar, den angeblich durch ihren Ausstieg verursachten Verlust. Der Richter weist die Klage von Sonny zurück und spricht Cher monatlichen Unterhalt sowie das Aufsichtsrecht für die gemeinsame Tochter Chastity zu. Außerdem wird eine einstweilige Verfügung erlassen, der zufolge Bono keinen Zugriff auf Chers Vermögen hat. Nach der Scheidung bekommt die Künstlerin ein einmonatiges Engagement in Las Vegas und geht auf eine Konzerttournee. Ihre Singles “Half Breed” (1973) und “Dark Lady” (1974) schaffen es bis an die Spitze der weltweiten Charts – dazu bekommt sie ihre eigene Show, die “Cher-Show”, die enorm hohe Einschaltquoten erreicht. Ende der siebziger Jahre springt Cher mit Hits wie “Take Me Home” und “Hell On Wheels” (1979) auf die Disco-Welle auf.

Cher heiratet den Blues-Sänger und Gitarristen Greg Allman (“Allman Brothers”) und am 10. Juli 1976 kommt ihr Sohn Elijah Blue Allman zur Welt. Doch die Ehe hält nicht lange, bereits ein Jahr später verlässt die Sängerin ihn wieder. In den Folgejahren sorgt Cher mit zahlreichen Affären und modischen Ausrutschern für ungute Presse.

1980 zieht Cher nach New York, wo sie sich um eine Anstellung am Theater bemüht. Einem glücklichen Umstand hat sie es zu verdanken, dass sie 1982 eine Rolle in der Off-Broadway Inszenierung von “Komm zurück, Jimmy Dean” erhält. Sie liefert ein schauspielerisches Glanzstück ab, die Kritiker überschlagen sich vor Lob und einer Filmkarriere steht nichts mehr im Wege. Das Anti-Atomkraft-Drama “Silkwood” (1983) mit Meryl Streep bringt ihr eine “Oscar”-Nominierung und den “Golden Globe” für die beste weibliche Nebenrolle ein. Ihre erste Hauptrolle erhält sie in “Mask” (“Die Maske”, 1985), in dem sie die Mutter eines behinderten Jungen spielt. Zwischen 1986 und 1988 kann man sie in gleich drei Filmen sehen – in “The Witches Of Eastwick” (“Die Hexen von Eastwick”) neben Jack Nicholson, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer, in “Suspect” (“Unter Verdacht”) mit Liam Neeson und in der italo-amerikanischen Liebeskomödie “Moonstruck” (“Mondsüchtig”) an der Seite von Nicolas Cage und Olympia Dukakis – für die Rolle der Loretta Castorini erhält Cher einen “Oskar”. Auch in den neunziger Jahren setzt Cher ihre erfolgreiche Filmkarriere fort – man sieht sie unter anderem in Robert Altmans Modesatire “Prêt-à-Porter” (1994) und in “Meermaids” (“Meerjungfrauen küssen besser”, 1990) neben Winona Ryder und Christina Ricci. 1999 steht sie für “Tea With Mussolini” (“Tee mit Mussolini”) neben Maggie Smith, Judy Dench und Joan Plowright vor der Kamera.

Auch musikalisch bleibt Cher während ihrer Schauspielerei aktiv – ihre beiden Alben “Cher” (1987) und “Heart Of Stone” (1989) verkaufen sich insgesamt weltweit über zwanzig Millionen mal. Das Video zu ihrem Nummer-1-Hit “If I Could Turn Back Time” (1989) löst heftige Kontroversen aus. 1991 erscheint “Love Hurts”, der “Shoop-Shoop-Song” daraus erklimmt weltweit höchste Chartpositionen. Die ausverkaufte “Love-Hurts-Tour” führt Cher nach über zehn Jahren auch wieder nach Deutschland. Aus dem 1995 erscheinenden “It’s A Man’s World” werden Hits wie eine Coverversion von “Walking In Memphis” als Singles veröffentlicht. Der Song “Love Can Build A Bridge” mit Neneh Cherry, Chrissie Hynde und Eric Clapton erreicht die Spitze der britischen Charts.

1998 landet die mittlerweile zweiundfünfzigjährige Cher mit dem Album “Believe” den größten Erfolg ihrer Karriere als Sängerin. Bis heute hat sich die gleichnamige Single weltweit knapp fünfzehn Millionen Mal verkauft, der Song ist damit der erfolgreichste Nummer-1-Hit seit Einführung der Weltcharts 1999 und die CD wird eines der bestverkauften Alben des Jahres. Die Single “Strong Enough” übertrifft nochmals alle Erwartungen und Cher wird 1999 zum meistgespielten Künstler in Diskotheken und Clubs. Für ihr “HBO”-Konzertspecial aus ihrer Welttournee wird die Sängerin für elf “Emmys” nominiert. 2003 verabschiedet sich Cher mit der “Farewell-Tour” vorerst von der Bühne, es ist die bis dahin erfolgreichste Tournee einer weiblichen Künstlerin. Von 2008 bis 2010 kann man Cher dann in Las Vegas im “Cesar’s Palace” sehen.

Chers Ex-Ehemann Sonny Bono, der zwischenzeitlich Bürgermeister von Palm Springs ist, verunglückt 1998 tödlich bei einem Skiunfall in Kalifornien. Er prallt gegen einen Baum und stirbt kurz darauf an seinen Verletzungen.

2010 übernimmt Cher an der Seite von Christina Aguilera die Hauptrolle im Spielfilm “Burlesque” – auch steuert sie zum gleichnamigen Film-Soundtrack einige Songs bei.

Zitat: “Ich bin das Mädchen, dass seinen guten Ruf verloren hat, und ihn nie vermisst hat.”

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