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Mit viel Grandezza und einer Spur Zickigkeit legt die aus einer österreichischen Darstellerdynastie stammende Christiane Hörbiger in den letzten Jahrzehnten eine großartige Schauspielkarriere hin. Ob auf der Bühne, beim Film oder im Fernsehen – die Wienerin besitzt das außerordentliche Talent, eine mittelmäßige Seifenoper in ein fulminantes Drama zu verwandeln und beeindruckt mit ihren zahlreichen Frauenrollen ein Millionenpublikum

Christiane Hörbiger kommt am 13. Oktober 1938 als eine von drei Töchtern des Schauspielerehepaars Attila Hörbiger und Paula Wessely in Wien zur Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Realgymnasium besucht sie eine Handelsschule in Wien und verlässt diese mit Diplom. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter – die ihre Tochter lieber als Konditorin sieht – macht sie eine Schauspielausbildung am Wiener Max-Reinhardt-Seminar und nimmt nebenbei Tanz- und Gesangsunterricht.

1957 gibt Christiane Hörbiger als „Recha“ in Lessings „Nathan der Weise“ am Wiener Burgtheater ihr Bühnendebüt. Bis 1966 gehört sie zum Ensemble der wichtigsten deutschsprachigen Sprechbühne, Gastspiele führen sie an die Münchner Kammerspiele als „Luise“ in „Kabale und Liebe“ sowie zu den Salzburger Festspielen, wo man sie 1961 als „Lottchen“ in Raimunds „Der Bauer als Millionär“ und als „Antoinette Hechinger“ in Hofmannsthals „Der Schwierige“ sehen kann – von 1969 bis 1972 gibt sie die „Buhlschaft“ im Salzburger „Jedermann“. Von 1967 bis 1985 ist sie dann Mitglied des Ensembles des Zürcher Schauspielhauses, wo sie unter anderem die „Elisabeth“ in Schillers „Maria Stuart“, die „Kate“ in Cole Porters „Kiss Me Kate“, die „Dorine“ in Molières „Tartuffe“, die „Arkadina“ in Tschechovs „Die Möwe“, die Alte in Ionescos „Die Stühle“ und die „Alice“ in Strindbergs „Totentanz“ spielt.

1955 steht Christiane Hörbiger das erste Mal vor einer Filmkamera – unter der Regie von Eduard von Borsody im Film „Der Major und die Stiere“, 1956 kann man sie neben Rudolf Prack in „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“ sehen. Weitere Filme wie „Der Meineidbauer“ (1956), „Der Edelweißkönig“ (1957), „Immer die Radfahrer“ (1958) neben Heinz Erhardt und Mady Rahl, „Der Bauer als Millionär“ (1961) sowie „Mensch ärgere dich nicht“ (1972) folgen. Einem breiteren Publikum bekannt wird Christiane Hörbiger durch ihre Rolle als Christine Gräfin von Guldenburg in der TV-Erfolgsserie „Das Erbe der Guldenburgs“ (1988) an der Seite von Brigitte Horney, Iris Berben und Ruth Maria Kubitschek. Ihren bislang größten Filmerfolg feiert Christiane Hörbiger 1992 – als bornierte Göring-Nichte Freya von Hepp brilliert sie in der großartigen Komödie „Schtonk“ um die angeblichen Hitler-Tagebücher an der Seite von Harald Juhnke, Götz George, Uwe Ochsenknecht und Ulrich Mühe.

1992 sieht man Christiane Hörbiger dann in „Probefahrt ins Paradies“ neben Barbara Auer und Axel Milberg und 1994 in „Tafelspitz“. Für ihre Darstellung in der Komödie „Alles auf Anfang“ (1994) neben Harald Juhnke wird sie mit dem „Deutschen Filmpreis“ geehrt. 1997 folgt das österreichische Drama „Lamorte“ an der Seite von Senta Berger und Nicole Heesters. Als Juristin Dr. Julia Laubach agiert Christiane Hörbiger von 1998 bis 2002 in der Fernsehserie „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“. In den letzten Jahren dreht Christiane Hörbiger mit ihrem Kollegen Götz George etliche Fernsehfilme wie „Alpenglühen“ oder „Schimanski muss leiden“ – beide gelten als Traumpaar der deutschen Fernsehunterhaltung.

Zuletzt kann man Christiane Hörbiger in der Dürrenmatt-Verfilmung „Der Besuch der alten Dame“ (2008), in „Die lange Welle hinterm Kiel“ (2012) neben Mario Adorf und Veronica Ferres, in „Die kleine Lady“ (2012), in „Schon wieder Henriette“ (2013) und in „Zurück ins Leben“ (2013) sehen.

Für ihre darstellerischen Leistungen wird Christiane Hörbiger mit zahlreichen Film- und Fernsehpreisen wie der „Goldenen Kamera“, dem „Adolf-Grimme-Preis“ sowie dem „Bayrischen Fernsehpreis“ geehrt. 2009 erhält sie den österreichischen Fernsehpreis „Platin Romy“ sowie den „Bayerischen Fernsehpreis“ für ihr Lebenswerk.

Christiane Hörbiger ist zweimal verheiratet – von 1962 bis 1967 mit dem Regisseur Wolfgang Glück und von 1967 bis zu dessen Tod im September 1978 mit dem Schweizer Journalisten Rolf R. Bigler, aus dieser Ehe stammt Sohn Sascha. Mit ihrem jetzigen Lebensgefährten Gerhard Tötschinger lebt die Schauspielerin abwechselnd in Wien, Baden bei Wien und Zürich.

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