Famous People » Schauspieler » Christine Kaufmann

In den fünfziger Jahren wird sie mit der Rolle der „Rosen-Resli“ zu Deutschlands umjubelten Kinderstar, danach schafft sie bravourös den Sprung zur ernsthaften Charakterdarstellerin – Christine Kaufmann spielt in mehreren Hollywoodfilmen mit, mit ihrem turbulenten Privatleben sorgt sie immer wieder für Schlagzeilen und jahrelang wird sie als „schönste Großmutter der Nation“ gefeiert

Christine Maria Kaufmann wird am 11. Januar 1945 im österreichischen St. Martin am Grimming in der Steiermark als Tochter einer französischen Maskenbildnerin und eines deutschen Ingenieurs geboren und wächst in München auf. Schon in frühen Jahren erhält sie Ballettunterricht am Staatstheater in München und beim Bayrischen Staatsopernballett.

Das erste Mal steht Christine Kaufmann mit acht Jahren im Zirkusfilm „Salto mortale“ (1953) neben Margot Hielscher und Karlheinz Böhm vor der Kamera. Mit der Hauptrolle im Heimatfilm „Rosen-Resli“ (1954) wird sie über Nacht zum gefeierten Kinderstar. In weiteren Filmen wie „Der Klosterjäger“ (1953), „Wenn die Alpenrosen blüh’n“ (1955), „Ein Herz schlägt für Erika“ (1956), „Die Winzerin von Langenlois“ (1957)“ oder „Sag ja, Mutti“ (1958) rührt sie Millionen von Kinobesuchern zu Tränen.

1958 kann man Christine Kaufmann neben Romy Schneider und Lily Palmer in „Mädchen in Uniform“ sehen. Es dauert nicht lange und Hollywood wird auf die attraktive junge Frau aufmerksam – 1961 dreht sie neben Kirk Douglas, Barbara Rütting und Ingrid van Bergen „Town Without Pity“ („Stadt ohne Mitleid“). Für ihre Rolle erhält sie als erste Deutsche überhaupt einen „Golden Globe“.

1961 lernt Christine Kaufmann bei den Dreharbeiten zu „Taras Bulba“ in Argentinien ihren Schauspielkollegen Tony Curtis kennen – nach dessen Trennung von seiner Frau Janet Leigh heiratet die damals Achtzehnjährige unter großem Medienrummel den zwanzig Jahre älteren Hollywoodstar. Aus der Ehe stammen die Töchter Allegra und Alexandra – schon nach fünf Jahren zerbricht die Verbindung, viele Jahre lang muss Christine Kaufmann nach der Trennung von Tony Curtis auf ihre Kinder verzichten. Der Schauspieler lässt die Töchter 1972 von London nach Los Angeles entführen – erst 1980 kehren beide Töchter zu ihrer Mutter zurück, die inzwischen wieder in Deutschland lebt.

Nachdem ihr der Durchbruch in Hollywood nicht gelingt, knüpft Christine Kaufmann an ihre früheren Erfolge in Deutschland an und etabliert sich als Bühnendarstellerin – 1972 gibt sie am Hamburger Schauspielhaus in „Salome“ ihr Theaterdebüt, auch übernimmt sie Gastspielrollen in Bad Hersfeld und am Theater in der Josefstadt in Wien. Man kann sie in Franz Grillparzers „Jüdin von Toledo“, als „Buhlschaft“ in Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen und nach längerer Pause am Wiener Burgtheater unter Peter Zadek in „Der Jude von Malta“ sehen. Auch geht sie gemeinsam mit Udo Kier mit „Salome“ auf Theater-Tournee.

Gute Kritiken erhält Christine Kaufmann für ihre Rolle im TV-Film „Wie ein Blitz“ (1970), sie übernimmt Rollen in beliebten Fernsehserien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ und in den opernhaften Melodramen von Werner Schroeter wie „Der Tod der Maria Malibran“ (1971), „Willow Springs“ (1973), „Goldflocken“ (1976) und „Tag der Idioten“ (1981). Auch Rainer Werner Fassbinder besetzt sie in „Welt am Draht“ (1972) neben Klaus Löwitsch, Barbara Valentin und Margit Carstensen, in „Lili Marleen“ (1982) an der Seite von Hanna Schygulla und Karin Baal sowie in „Lola“ (1981) mit Armin Mueller-Stahl und Barbara Sukowa. Als Komödiantin in der legendären Sketch-Serie „Harald und Eddi“ mit Harald Juhnke und Eddi Arent und als zickige Olga in der TV-Serie „Monaco Franze“ von Helmut Dietl bleibt sie in nachhaltiger Erinnerung. 1984 spielt sie in Percy Adlons „Bagdad Cafe“ („Out Of Rosenheim“, 1987) neben Marianne Sägebrecht und Jack Palance.

Christine Kaufmann – die nach eigenen Angaben nie eine richtige Schule besucht hat – macht sich auch als Buchautorin einen Namen, ihre Werke befassen sich hauptsächlich mit den Themen Schönheit, Alter, Wellness und esoterischen Ratschlägen. Auch vertreibt sie jahrelang erfolgreich eine eigene Kosmetik- und Wellness-Produktreihe bei einem Teleshopping-Sender.

Nach ihrer Ehe mit Tony Curtis ist Christine Kaufmann noch dreimal verheiratet, mit dem Fernsehregisseur Achim Lenz, dem Musiker und Schauspieler Reno Eckstein sowie bis 2010 mit dem Zeichner Klaus Zey – die mehrfache Großmutter wohnt auf Mallorca, in Berlin und Hamburg.

Christine Kaufmann stirbt am 28. März 2017 in einem Münchner Krankenhaus an den Folgen einer Krebserkrankung.

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Ein Kommentar zu “Christine Kaufmann”

  1. Janek sagt:

    Toller Artikel, sehr schön geschrieben und infomativ!! Habe gerade auf http://www.kunstkulturlifestyle.com/2013/04/12/lesenswert-scheinweltfieber-von-christine-kaufmann/ eine Rezension über ihr neues Buch gelesen. Ich wolle hier nur sagen, bestimmt lesenswert. Interessante Persönlichkeit diese Frau

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