Famous People » Schauspieler » Claudette Colbert

Die von vielen als „Komödien-Königin“ bezeichnete französische Filmschönheit mit dem unwiderstehlichem Augenaufschlag und den hohen Wangenknochen gehört in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den populärsten und bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods – Claudette Colbert wird für ihre Auftritte in tränenreichen Melodramen, Komödien und als historische Gestalt in Monumentalfilmen mit zahlreichen Filmpreisen geehrt

Claudette Colbert wird am 13. September 1903 im französischen Saint-Mandé – unweit von Paris – als Emilie Claudette Chauchoin geboren. Mit acht Jahren kommt die Tochter eines Bankangestellten mit ihrer Familie in die USA, absolviert in Washington die Washington Irving High School und spielt eine erste kleine Bühnenrolle im Stück „The Wild Westcotts“. Am Theater beginnt Claudette Colbert zuerst als Bühnenbildnerin, hat aber 1925 einen großen Broadway-Erfolg auf der Bühne in „Ein Kuss im Taxi“. Der Broadway-Erfolg von „The Barker“ führt sie schließlich direkt nach Hollywood. Ihr Kinodebüt in Frank Capras „Aus Liebe zu Mike“ (1927) ist ein Misserfolg, sie kehrt zur Bühne zurück und spielt zunächst weiter kleinere Filmrollen.

Zu Beginn der dreißiger Jahre dreht Claudette Colbert häufig die französischsprachigen Versionen von Studioproduktionen. Ihren ersten größeren Filmerfolg feiert sie an der Seite von Maurice Chevalier in „The Smiling Lieutenant“ („Der lächelnde Leutnant“, 1931). Danach folgen Filme wie „The Sign Of The Cross“ („Zeichen des Kreuzes“, 1932) an der Seite von Charles Laughton und Fredric March, „It Happened One Night“ („Es geschah in einer Nacht“, 1934) mit Clark Gable – wofür Claudette Colbert einen „Oskar“ als „Beste Hauptdarstellerin“ erhält, „Imitation Of Life“ („Frauen am Scheideweg“, 1934), „Cleopatra“ (1934), „Private Worlds“ („Oberarzt Dr. Monet“, 1935) neben Charles Boyer, „Bluebeard’s Eighth Wife“ („Blaubarts achte Frau“, 1938) mit Gary Cooper, „Drums Along The Mohawk“ („Trommeln am Mohawk“, 1939) mit Henry Fonda, „Boom Town“ („Der Draufgänger“, 1940) mit Spencer Tracy, „The Palm Beach Story“ („Atemlos nach Florida“, 1942), „So Proudly We Hail!“ („Mutige Frauen“, 1943) neben Paulette Goddard, „Since You Went Away“ („Als du Abschied nahmst“, 1944) an der Seite von Joseph Cotten und Shirley Temple, „Tomorrow Is Forever“ („Morgen ist die Ewigkeit“, 1946) mit Orson Welles, „Let’s Make It Legal“ (1951) neben Robert Wagner und Marilyn Monroe sowie „Parrish“ („Sein Name war Parrish“, 1961) neben Karl Malden.

1936 verdient Claudette Colbert 306.000 US-Dollar im Jahr und ist damit der höchstbezahlte weibliche Filmstar des Landes. 1950 ist sie die erste Wahl für die Hauptrolle in „All About Eve“ („Alles über Eva“) – doch sie verstaucht sich bei einem Sturz einen Wirbel und wird am Ende durch Bette Davis ersetzt.

Zu Beginn der fünfziger Jahre kehrt Claudette Colbert nach Europa zurück, wo sie wieder Theater spielt. 1956 feiert sie am New Yorker Broadway Erfolge mit dem Stück „Janus“ und 1978 mit „The Kingsfisher“. 1984 kann man sie in New York und London im Stück „Aren’t We All“ auf der Bühne sehen. Im gleichen Jahr wird sie durch die Film Society des New Yorker „Lincoln Center“ geehrt. Nach sechsundzwanzig Jahren Leinwandabstinenz tritt sie 1987 für den Film „The Two Mrs. Grenvilles“ an der Seite von Ann-Margret ein letztes Mal vor die Kamera.

Privat bleibt Claudette Colbert ohne Skandale, Allüren leistet sie sich nur am Set – sie besteht darauf, bei Profilaufnahmen nur von links gezeigt zu werden, weil sie sich als junges Mädchen bei einem Unfall die Nase gebrochen und eine winzige Narbe auf der rechten Wange zurückbehalten hat. Neben Greta Garbo ist Claudette Colbert die Schauspielerin, die am rigorosesten auf die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten dringt – sie dreht niemals nach siebzehn Uhr und dreht keine Nahaufnahmen am Nachmittag.

Von 1928 bis 1935 ist Claudette Colbert mit dem Schauspieler und Regisseur Norman Foster verheiratet, nach der Scheidung heiratet sie 1935 den Chirurgen Dr. Joel Pressman, mit dem sie bis zu dessen Tod 1968 zusammenlebt.

Claudette Colbert stirbt am 3. Juli 1996 im Alter vom neunzig Jahren in Speightstown auf der Karibikinsel Barbados, wo sie seit Jahren eine Luxusvilla bewohnt.

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