Famous People » Schauspieler » Curd Jürgens

Er ist glamouröser Weltstar, Meister der Selbstinszenierung und in seinen zahlreichen Rollen als Salonlöwe und Lebemann stets eine imposante Erscheinung – Curd Jürgens steht fast überall wo er auftaucht im Mittelpunkt und besitzt die seltene Gabe, sein Leben öffentlich zu machen und es dennoch in vollen Zügen zu genießen

Curd Jürgens wird als Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens am 13. Dezember 1915 als Sohn eines Hamburger Kaufmannes und einer französischen Lehrerin im Münchner Stadtteil Solln geboren und wächst in großbürgerlichen Verhältnissen im Berliner Westend auf. Er besucht dort das Gymnasium und arbeitet nach dem Abitur zunächst als Journalist, nimmt nebenbei Schauspielunterricht und hat 1935 am Dresdner Metropoltheater in der Operette „Ball der Nationen“ sein erstes Bühnenengagement.

Schon bald wird Curd Jürgens für den Film entdeckt – unter anderem spielt er in „Zu neuen Ufern“ (1937) neben Zarah Leander, Willy Birgel und Carola Höhn, in „Salonwagen E 417“ (1939) mit Paul Hörbiger, in „Operette“ (1940) mit Willy Forst, in „Wen die Götter lieben“ (1942) neben Winnie Markus und in „Wiener Mädeln“ (1940). Trotz dieser Erfolge kehrt er ans Berliner Theater am Kurfürstendamm zurück und erhält danach ein Engagement am Wiener Volkstheater – ab 1941 spielt er am Wiener Burgtheater in Stücken wie „Romeo und Julia“ und „Genoveva“. 1944 wird er zum Militär eingezogen und nach dem Krieg ist er zunächst Intendant des Straubinger Stadttheaters, auch betätigt er sich als Regisseur und Drehbuchautor.

Seinen internationalen Durchbruch hat Curd Jürgens 1954 mit dem Film „Des Teufels General“ – bei der Biennale in Venedig wird er für die Darstellung des General Harras mit einem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnet.

In den fünfziger und sechziger Jahren gehört Curd Jürgens zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands – unter anderem spielt er in „Meines Vaters Pferde“ (1953) mit Eva Bartok, in „Der letzte Walzer“ (1953), in „Das Bekenntnis der Ina Kahr“ (1954), in „Teufel in Seide“ (1955) an der Seite von Lilli Palmer, in „Der Schinderhannes“ mit Maria Schell, in „Katja, die ungekrönte Kaiserin“ (1959) neben Romy Schneider, in „Die Ratten“ (1955) mit Maria Schell, in „Die Dreigroschenoper“ (1963) neben Gerd Fröbe, Hilde Hildebrand und Lino Ventura, in „Das Liebeskarussell“ (1965) an der Seite von Nadja Tiller, Johanna von Koczian und Gert Fröbe, in „Gustav Adolfs Page“ (1960) mit Lilo Pulver, in „Der Lügner und die Nonne“ (1967), in „Der Arzt von St. Pauli“ (1968), in „Ohrfeigen“ (1969) mit Gila von Weitershausen und in „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ (1969) neben Heinz Reincke und Heidi Kabel.

Curd Jürgens gehört zu den wenigen deutschen Weltstars – Regisseur Roger Vadim besetzt ihn neben Brigitte Bardot in „Et Dieu…créa la femme“ („…und immer lockt das Weib“, 1956), er spielt in „Lord Jim“ (1965) mit Peter O’Toole, in „Le Jardinier d’Argenteuil“ („Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza“, 1966) mit Jean Gabin und in „Dalle Ardenne all’inferno“ (“ …und morgen fahrt ihr zur Hölle“, 1968). Als Höhepunkt in Curd Jürgens‘ Karriere gilt die Rolle des Bösewichts im James-Bond-Film „The Spy Who Loved Me“ („Der Spion, der mich liebte“, 1977) neben Roger Moore.

Ab den siebziger Jahren sind die Filme, in denen Curd Jürgens mitspielt, eher mittelmäßig – er ist vermehrt in TV-Serien wie „Derrick“ oder „Tatort“ zu sehen. Im Laufe seiner Karriere spielt er in mehr als hundertsechzig Filmen mit – nur mäßig erfolgreich sind seine Versuche als Regisseur. 1966 wird er mit der „Kainz-Medaille“ geehrt und 1981 mit dem „Bundesverdienstkreuz“ sowie dem „Filmband in Gold“ für sein langjähriges Wirken im deutschen Film.

Letzte Filmauftritte hat Curd Jürgens in „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ (1978) neben David Bowie, Kim Novak und Marlene Dietrich, in „Steiner – Das Eiserne Kreuz II“ (1979) an der Seite von Richard Burton, Robert Mitchum und Rod Steiger, in „Warum die UFOs unseren Salat klauen“ (1980) neben Hildegard Knef und in „Teheran 43“ (1981) mit Alain Delon.

1976 veröffentlicht Curd Jürgens seine Autobiografie „Curd Jürgens: … und kein bisschen weise“. Sein im Sprechgesang eingespielter Song „Sechzig Jahre und kein bisschen weise“ gehört heute zu den Schlager-Klassikern.

Curd Jürgens hat mehrere Wohnsitze unter anderem in Südfrankreich, in der Schweiz, auf den Bahamas und in Ebreichsdorf bei Wien. Seit 1945 besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft.

Neben Affären mit Romy Schneider, Jacqueline Bisset und Brigitte Bardot ist Curd Jürgens fünfmal verheiratet – unter anderem mit Lulu Basler, Judith Holzmeister, Simone Bicheron, der Schauspielerin Eva Bartok und bis zu seinem Tod mit dem ehemaligen Fotomodell Margie Schmitz.

Bis zuletzt seinem opulenten Lebensstil treubleibend stirbt Curd Jürgens an den Folgen multiplen Organversagens am 18. Juni 1982 im Alter von fünfundsechzig Jahren in Wien. Er wird auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt.

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