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Er ist einer der innovativsten Musiker der Zeit und gehört seit Jahren zu den zentralen Figuren der britischen Musikszene – Damon Albarn feiert als Sänger der Kult-Band „Blur“ und dem Musikprojekt „Gorillaz“, dessen Sound weltweit von Kritikern gelobt und von den Fans gefeiert wird, enorme Erfolge

Damon Albarn kommt am 23. März 1968 in London zur Welt – wenig später ziehen seine Eltern, die Bühnendesignerin Hazel Albarn und der Musiker Keith Albarn, mit ihm und seiner älteren Schwester Jessica ins nahe gelegene Colchester/Essex. Auf der dortigen Stanway Comprehensive School trifft er 1979 seinen späteren Gitarristen Graham Coxon, mit dem er die Liebe zu den „Kinks“ sowie den Ska-Gruppen „Specials“ und „Madness“ teilt.

Mit neunzehn Jahren geht Damon Albarn nach London und hält sich dort mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Mit ersten Demos will er zunächst musikalische Solopfade einschlagen, formiert dann aber mit Sam Vamplew die kurzlebige Synthie-Band „Two’s A Crowd“. 1989 gründet er zusammen mit Graham Coxon, Dave Rowntree und Alex James die Band „Seymour“, die sich ein Jahr später in „Blur“ umbenennt. Damon Albarn spielt in der Band Gitarre und Keyboards und schreibt als Sänger der Gruppe auch die meisten Songs – wortgewandt verarbeitet er darin Britanniens Kultur und die Marotten seiner Einwohner in vorwiegend sarkastischer und witziger Art.

Für das Durchbruchsalbum „Parklife“ von „Blur“ nimmt Damon Albarn dann 1995 vier „Brit Awards“ entgegen – zusammen mit dem Album „Definitely Maybe“ der ewigen Konkurrenz-Band „Oasis“, das sich seinerzeit in England weit schlechter verkauft, steht dieses Album exemplarisch für den Beginn des Britpop-Hypes auf der Insel und löst in den folgenden Jahren eine regelrechte Fan-Hysterie aus. In jenen Jahren findet Damon Albarn Gefallen am medialen Abwatschen der Konkurrenten von „Oasis“ – die Folge ist ein niveauloser Medienkrieg, dessen trauriger Höhepunkt das Zitat des „Oasis“-Sängers Liam Gallagher ist, Damon Albarn solle an Aids sterben.

Nach den Alben „The Great Escape“ (1995) und „Blur“ (1997) etabliert sich Damon Albarn mit dem Album „13“ (1999) auch bei zuvor immun eingestellten Kritikern sowie in den USA als ernst zu nehmende Songwriting-Größe.

Seit 2001 verzeichnet Damon Albarn zusammen mit dem Zeichner Jamie Hewlett und der virtuellen Cartoon-Band „Gorillaz“ weltweit Erfolge – Hits wie „Rock The House“ und „Clint Eastwood“ sowie das dazugehörige Album „Gorillaz“ erobern die internationalen Charts. Schon 2005 kann die Band – deren Sound Einflüsse von Punk über Hip-Hop, von Indie zu Electronica, von Dub zu Ska widerspiegelt – mit „Damon Days“ und den Singles „Feel Good Inc“ und „Dare“ ihren Erfolg wiederholen.

Ende 2003 veröffentlicht Damon Albarn die limitierte Solo-EP „Democrazy“ – die auf einer Tournee aufgenommenen Demos und Songfragmente sollen dem Hörer einen Einblick in den frühen Schaffensprozess des Musikers geben. 2006 startet er mit „The Good, The Bad & The Queen“ ein Projekt, das Gastmusiker wie Tony Allen, Paul Simonon („The Clash“) und Simon Tong („The Verve“) zur Besetzung zählt. 2008 schreibt Damon Albarn gemeinsam mit dem Designer und Animatuer Jamie Hewlett von den „Gorillaz“ die chinesisch inspirierte Oper „Journey To The West“ – fasziniert von der Arbeit erklärt er, sich auch zukünftig an Bühnenprojekten zu versuchen.

2010 erscheint das dritte Album der „Gorillaz“ – „Plastic Beach“ orientiert sich mit tatkräftiger Unterstützung von Soul-Legende Bobby Womack, Lou Reed, den Rappern von „De La Soul“ sowie Mick Jones und Paul Simonon von „The Clash“ nach dem stärker an Hip-Hop-Rhythmen orientierten Debüt und dem rockigen Nachfolger mehr am Pop.

2012 produziert Damon Albarn das letzte Album des jüngst verstorbenen Bobby Womack „The Bravest Man In The Universe“ und 2014 erscheint sein erstes Soloalbum „Everyday Robots“.

Damon Albarn lebt im Londoner Stadtteil Notting Hill und hat mit der Künstlerin Suzi Winstanley eine gemeinsame Tochter.

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