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Als junges Mädchen agiert sie in rund einem Dutzend der damals üblichen Operettenfilme und Lustspiele und wird meist mit Rollen des verliebten Mädchens besetzt, das den Aufstieg aus einfachen Verhältnissen schafft – später spielt sie dann die “Dame von Welt”. Sieben Jahrzehnte lang gehört Danielle Darrieux zu den vielseitigsten und populärsten Schauspielerinnen Frankreichs

Danielle Yvonne Marie Antoinette Darrieux kommt am 1. Mai 1917 als Tochter eines Militärarztes in Bordeaux zur Welt und wächst in Paris auf – der Vater stirbt als das Mädchen sieben Jahre alt ist. Aus einer musikalischen Familie stammend studiert Danielle Darrieux nach dem Schulabschluss am Pariser Konservatorium die Fächer Gesang, Klavier und Cello. Schon als Vierzehnjährige wird sie für ihren ersten Film “Le bal” (1931) entdeckt. In den folgenden Jahren spielt sie in etlichen Filmen das niedliche Mädchen von nebenan, später wird sie als vornehme Dame Synonym für französisches Stilempfinden. Mit siebzehn Jahren spielt sie in Billy Wilders “Mauvais graine” (1937), 1935 heiratet sie den Regisseur Henri Decoin, der sie unter anderem in “Battement de coeur” (1939) besetzt. 1938 geht Danielle Darrieux nach Hollywood und spielt neben Douglas Fairbanks Jr. in der Komödie “The Rage Of Paris” – der Film wird auf den Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet.

Zurück in Frankreich setzt sie ihre Karriere zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und des Vichy-Regimes bis 1942 fort – wegen ihrer Auftritte vor deutschen Besatzungstruppen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gerät Danielle Darrieux in ihrer Heimat zunächst in Misskredit, doch nach ihrer Rehabilitierung erhält die Schauspielerin dann wieder anspruchsvolle Charakterrollen in französischen und internationalen Filmproduktionen und entwickelt sich allmählich zum Vorzeigestar des französischen Films. Sie spielt 1950 in Max Ophüls’ “La ronde” (“Der Reigen”) und neben Jean Gabin 1951 in “La vérité sur Bébé Dongé” (“Die Wahrheit über unsere Ehe”). In der tragisch-romantischen Titelrolle von Ophüls’ “Madame de…” ist sie 1953 als Louise in ihrer wohl besten Rolle zu sehen. Auch in internationalen Produktionen kann man Danielle Darrieux wieder sehen – so in “Alexander der Große” (1956) an der Seite von Richard Burton.

Mit Einsetzen der “Nouvelle Vague” finden die Filmregisseure keine Verwendung mehr für Danielle Darrieux, mit Ausnahme von Claude Chabrol, der sie als eines der Mordopfer in “Landru” (“Der Frauenmörder von Paris”, 1963) besetzt. 1967 tritt sie im Filmmusical “Les demoiselles de Rochefort” (“Die Mädchen von Rochefort”) erstmals als Mutter von Catherine Deneuve auf.

Auch auf der Bühne feiert Danielle Darrieux Erfolge, wie in “Tristan und Isolde”. In den siebziger Jahren spielt sie die Hauptrolle am Broadway in dem Musical “Coco”, auch nimmt sie einige Schallplatten mit Chansons auf.

Ende der siebziger Jahre kann man Danielle Darrieux verstärkt in Fernsehproduktionen sehen. In der Titelrolle der Fernsehserie “Ein Fall für Madame” erweist sie sich 1980 als würdige Nachfolgerin von Kommissar Maigret. 1982 wird sie für ihre Darstellung im Filmmusical “Une chambre en ville” (“Ein Zimmer in der Stadt”) zum ersten Mal für den französischen Filmpreis “César” nominiert – drei Jahre später erhält sie die Auszeichnung für ihr Lebenswerk.

In François Ozons “8 femmes” (“8 Frauen”, 2001) agiert Danielle Darrieux in der Rolle der Matriarchin und wird gemeinsam mit ihren Kolleginnen Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Firmine Richard und Ludivine Sagnier in Berlin mit dem “Silbernen Bären” sowie dem “Europäischen Filmpreis” ausgezeichnet.

Danielle Darrieux, die in mehr als hundert Filmen spielt, ist dreimal verheiratet. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann Henri Decoin 1941 heiratet sie knapp ein Jahr später den Diplomaten und Lebemann Porfirio Rubirosa – das Paar lässt sich nach fünf Jahren Ehe wieder scheiden. Zum dritten Mal heiratet Danielle Darrieux 1948 Georges Mitsinkidès.

Zitat: “Der Morgen ist die schönste Zeit auf dem Land. In der Stadt gibt es keinen Morgen.”

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