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Ob durchgeknallte Filmdiva, verhuschte Sekretärin oder einsame Hausfrau – Dianne Wiest gehört zu den versiertesten und brillantesten Darstellerinnen des amerikanischen Kinos. In fünf Woody Allen-Filmen kann man sie sehen, aber auch in vielen anderen Komödien überzeugt sie vorwiegend in den tragenden Nebenrollen

Dianne Wiest wird am 28. März 1948 in Kansas City im US-Bundesstaat Missouri geboren. Ihr Vater ist Sozialarbeiter bei der US-Army, ihre aus Schottland stammende Mutter arbeitet als Krankenschwester. Die Eltern lernen sich während des Zweiten Weltkrieges in Algerien kennen. Dianne Wiest hat zwei jüngere Brüder. Schon während ihrer Schulzeit träumt Dianne Wiest von einer Schauspielkarriere und beginnt danach eine Ausbildung an der School Of American Ballet in New York City. Durch den Beruf des Vaters wechselt die Familie öfter den Wohnort und Dianne Wiest muss ihre Ausbildung wegen eines längeren Aufenthalts in Nürnberg abbrechen. Dort entdeckt man ihr schauspielerisches Talent – sie steht in mehreren Schulaufführungen auf der Bühne.

Zurück in den USA studiert Dianne Wiest zunächst an der University Of Maryland, wo sie ihren Abschluss in „Arts and Siences“ macht. Danach tourt sie mit der „American Shakespeare Company“ durch die USA und einige andere Länder. Ihr Debüt auf der Theaterbühne hat Dianne Wiest Ende der sechziger Jahre beim „Shakespeare Festival“ in New York. Dianne Wiest wirkt auch an diversen Off-Broadway-Produktionen mit – für ihre Leistung im Stück „The Art Of Dining“ wird sie mit einem „Theatre World Award“ ausgezeichnet und erhält außerdem eine Nominierung für den Theaterpreis „Drama Desk Award“. Im Laufe ihrer Bühnenkarriere spielt Dianne Wiest die unterschiedlichsten Charaktere und verkörpert zahlreiche klassische Rollen.

Ihre erste Filmrolle hat die Dianne Wiest in „It’s My Turn – Ich nenn’ es Liebe“ (1980). Weitere Nebenrollen wie in „I’m Dancing As Fast As I Can“ („Die Jagd nach dem Leben“, 1982), „Footloose“ (1984) neben Kevin Bacon und in „Falling In Love“ („Der Liebe verfallen“, 1984) an der Seite von Meryl Streep folgen.

In den achtziger Jahren wird Woody Allen auf Dianne Wiest aufmerksam und besetzt sie in einer kleineren Rolle als Prostituierte in „The Purple Rose Of Cairo“ (1985) – ihre Leistung darin überzeugt den Regisseur so sehr, dass sie bald zur Stammbesetzung der Woody-Allen-Filme gehört. Größere Bekanntheit erlangt Dianne Wiest durch die Mitwirkung in „Hannah And Her Sisters“ („Hannah und ihre Schwestern“, 1986), für ihre Rolle als neurotische Schwester Holly an der Seite von Mia Farrow wird Dianne Wiest wird sie mit einem „Oscar“ als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Es folgen die Komödie „Radio Days“ (1987) und das Drama „September“ (1987) erneut mit Mia Farrow – danach trennten sich die Wege von Woody Allen und Dianne Wiest.

In den folgenden Jahren spielt Dianne Wiest meistens „die mütterliche Figur“ in diversen Komödien wie „Bright Lights, Big City“ („Die grellen Lichter der Großstadt“, 1988) neben Michael J. Fox, in „Cookie“ (1988) und in „Parenthood“ („Eine Wahnsinnsfamilie“, 1989), wofür sie für einen „Oscar“ und einen „Golden Globe“ nominiert wird. Für Tim Burton steht sie in „Edward Scissorhands“ („Edward mit den Scherenhänden“, 1990) neben Johnny Depp und in Jodie Fosters Regiedebüt „Little Man Tate“ („Das Wunderkind Tate“, 1991) vor der Kamera.

1994 liefert Dianne Wiest in Woody Allens Gangster-Komödie „Bullets Over Broadway“ ihr Meisterstück ab – sie spielt eine exzentrische Filmdiva, die so gar nichts mit ihren bisherigen süßlich-zurückhaltenden Frauenrollen gemein hat. Dianne Wiest beschreibt Woody Allen als „den Regisseur, der sie am besten einzusetzen wisse und auch das Risiko einginge, sie eher untypische Rollen spielen zu lassen“. Für ihre Darstellung der neurotischen Hellen Sinclair wird Dianne Wiest 1995 mit ihrem zweiten „Oscar“ als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Nach Auftritten in weiteren Hollywood-Produktionen wie in „The Birdcage“ („Ein Paradies für schrille Vögel“, 1996) mit Robin Williams, „The Associate“ („Wer ist Mr. Cutty?“, 1996) neben Whoopi Goldberg und „Practical Magic“ („Zauberhafte Schwestern“, 1998) kann man Dianne Wiest auch in verschiedenen US-Fernsehserein sehen. In der fünfteiligen Serie „The 10th Kingdom“ („Das zehnte Königreich“, 2000) schlüpft die Schauspielerin erneut in die Rolle einer Hexe. In der Serie „Law & Order“ spielt sie die Rolle der Bezirksstaatsanwältin Nora Lewin und wird dafür für den „Screen Actors Guild Award“ nominiert.

Diane Wiest nimmt auch gerne Rollen in kleineren Independent-Filmen wie in „Not Afraid, Not Afraid“, (2001), in der französischen Produktion „Merci Docteur Rey“ mit Jane Birkin und in „A Guide To Recognizing Your Saints“ („Kids – In den Straßen von New York“, 2006) an. Im ungewöhnlichen Werk „Rage“ (2009) der Britin Sally Potter ist Dianne Wiest als Geschäftsführerin eines Modehauses zu sehen.

Zuletzt spielt Dianne Wiest in „Rabbit Hole“ (2010) neben Nicole Kidman und an der Seite von Steve Martin, Jack Black und Owen Wilson in „The Big Year“ („Ein Jahr vogelfrei!“, 2011).

Dianne Wiest, die im Privatleben als scheue Persönlichkeit gilt, lässt nur ungern persönliches nach Außen dringen. Einige Zeit lang ist sie mit ihrem Agenten Sam Cohn liiert. In den achtziger Jahren adoptiert sie zwei Kinder – um sich ganz auf deren Erziehung zu konzentrieren, zieht sie sich für einige Jahre aus dem Filmgeschäft und von der Bühne zurück.

Dianne Wiest lebt in New York City.

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