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“The Queen Is Back” singt Donna Summer im Sommer 2008 auf ihrem Album “Crayons” und ruft damit in Erinnerung, dass sie lange vor Madonna und anderen Musikerinnen die “Königin des Pop” ist. Im München der siebziger Jahre wird sie entdeckt und prägt mit ihrem Förderer Giorgio Moroder den “Munich Sound”, mit welchem sie in der Hochphase der Disco-Zeit weltberühmt wird

Donna Summer wird als LaDonna Adrian Gaines am 31. Dezember 1948 in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. Erste Gesangserfahrungen sammelt sie im Kirchenchor, wo sie ihrem Idol Mahalia Jackson nacheifert. Sie geht nach New York und bewirbt sich 1968 in München für eine Rolle im damals sehr populären Musical “Hair” – neben Su Kramer, Jürgen Markus und Ron Williams überzeugt sie dort mit ihrer eindrucksvollen Stimme. 1972 lernt sie Helmuth Sommer kennen, der ebenfalls dem “Hair”-Ensemble angehört, und heiratet ihn. Fortan nennt die Sängerin sich Donna Summer.

Aus einer Studio-Laune heraus nimmt Donna Summer 1975 “Love To Love You Baby” auf und löst damit nach der Veröffentlichung einen handfesten Skandal aus. Der viertelstündige “Marathon der Orgasmen” (“Time”) entwickelt sich schnell zum Hit und etabliert Donna Summer als feste Größe in der Disco-Szene. Giorgio Moroder und Pete Bellotte komponieren fortan für die Sängerin laszive Tanznummern im aktuellen Disco-Kostüm und inszenieren sie für die nächsten Jahre als unumschränkte “Disco-Queen”. Mit Arrangeur Harold Faltermeyer und Drummer und Co-Autor Keith Forsey entwickelt das Team um die Sängerin einen hochenergetischen Eurodisco-Sound, der bei “I Feel Love” (1977) seine Vollendung erreicht. Der bahnbrechende Disco-Hit gilt als erster Song der Popmusikgeschichte, der nur mit Synthesizern produziert wird und gilt als Vorläufer der anrollenden “Synthi-Welle” der achtziger Jahre. “Astreine Brillanz”, jubelt der “Melody Maker”, “ultramoderne Musik, die sich glatt neben Brian Eno, Kraftwerk und David Bowie behaupten kann.”

1979 zeigt Donna Summer erstmals auf dem Album “Bad Girls” ihr Talent als Texterin. Der Disco-Klassiker “Hot Stuff” hält sich in den US-Charts wochenlang auf dem ersten Platz. Auch “Bad Girls” und “Dim All The Lights” können sich dort behaupten. Donna Summer ist die erste afroamerikanische Künstlerin, welcher der “Grammy” in der Kategorie “Rock” – für “Hot Stuff” – verliehen wird.

Eine erste Anthologie der Sängerin erscheint mit “On The Radio” Anfang 1980 – darauf befindet sich auch das Duett mit Barbra Streisand “Enough Is Enough”. Gegen Ende des Jahres kommt das letzte von Giorgio Moroder produzierte und nur mäßig erfolgreiche Album “The Wanderer” heraus.

1980 heiratet Donna Summer ihren Songschreiber Bruce Sudano – mit ihm hat sie die Töchter Brooklyn und Amanda.

Nach dem Ende der Disco-Welle nimmt Donna Summer 1982 mit dem erfolgreichen Hit-Produzenten Quincy Jones ein rein schwarzes, am Funk orientiertes Album auf. Von den Kritikern erhält die Sängerin viel Lob – “Love Is In Control” und “State Of Independence” werden veritable Hits, können aber nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen.

In den achtzigern Jahren verblasst der Ruhm von Donna Summer – auch wenn sie 1983 mit “She Works Hard For The Money” und 1989 mit dem von Stock/Aitken/Waterman produzierten “This Time I Know It’s For Real” noch einmal Charterfolge vorweisen kann. Hinzu kommt, dass sie sich 1983 zu der Aussage hinreißen läßt, “Aids wurde von Gott geschickt, um die Schwulen zu bestrafen”. Homosexuelle verbrennen daraufhin weltweit öffentlich ihre Platten und Donna Summers Image als Schwulenikone ist bis auf weiteres mehr als ramponiert. Erst ihre Auftritte auf diversen Aids-Benefiz-Veranstaltungen in den vergangenen Jahren versöhnen sie wieder mit ihrer einst größten Fangemeinde.

2008 erscheint nach siebzehnjähriger Pause das Album “Crayons” – die erste Singleauskopplung “I Am A Fire” erreicht den ersten Platz der US-Billboard Dance Club Charts.

Donna Summer hat großen Einfluss auf die Popmusik des späten zwanzigsten Jahrhunderts – Karrieren von Madonna, Beyonce, Michael Jackson oder Rihanna wären ohne sie undenkbar, Dolly Parton und Reba McEntire nehmen Songs von ihr auf. Die Bilanz ihrer Karriere sind vierzehn Nummer-Eins-Hits, fünf “Grammys”, sechs “American Music Awards” und hundertunddreißig Millionen verkaufte Platten. Sie gilt damit als eine der erfolgreichsten Sängerinnen weltweit.

Donna Summer stirbt am 17. Mai 2012 in Naples im US-Bundesstaat Florida im Alter von dreiundsechzig Jahren an den Folgen eines Krebsleidens.

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