Famous People » Schauspieler » Elisabeth Wiedemann

In der populären Familienserie „Ein Herz und eine Seele“ hat sie unter ihrem cholerischen Ehemann zu leiden, der sie als „dusselige Kuh“ bezeichnet – doch Elisabeth Wiedemann ist alles andere als das. Die ausgebildete Tänzerin spielt auf den großen deutschsprachigen Bühnen und zählt jahrzehntelang zu den populärsten Fernsehdarstellerinnen des Landes

Elisabeth Wiedemann wird am 8. April 1926 im niedersächsischen Bassum nahe Bremen geboren und wächst in Berlin auf. Die Tochter einer Kaufmannsfamilie lässt sich bereits als junges Mädchen bei der russischen Choreografin und Ballettmeisterin Tatjana Gsovsky zur Ballett-Tänzerin ausbilden und erhält anschließend ein Engagement am Stadttheater Göttingen. Danach geht sie an die Staatsoper Berlin, wo sie den Regisseur und Intendanten Gustaf Gründgens kennenlernt, dem sie 1951 ans Düsseldorfer Schauspielhaus folgt, wo sie bis 1955 als Schauspielerin auf der Bühne steht. Danach spielt sie in Frankfurt, Hamburg, München, Hannover, Köln und Wien – 1961 ist sie für ein Jahr Regisseurin am Deutschen Theater in Santiago de Chile.

Erste Filmerfahrungen sammelt Elisabeth Wiedemann gegen Ende der vierziger Jahre im Drama „Ehe im Schatten“ (1947), danach sieht man sie in „Herr Hesselbach und die Firma“ (1956), in der Krimiserie „Das Kriminalmuseum“ (1963 bis 1970), in Tom Toelles Fernsehsatire „Das Millionenspiel“ (1970) und in Egon Monks Mehrteiler „Die Geschwister Oppermann“ (1981) neben Rosel Zech.

Bundesweite Berühmtheit erlangt Elisabeth Wiedemann durch ihre Rolle der naiven und ungebildeten Else Tetzlaff in Wolfgang Menges Spießer-Persiflage „Ein Herz und eine Seele“ (1973 bis 1976) an der Seite von Heinz Schubert, Hildegard Krekel und Diether Krebs. Wie kaum eine andere TV-Serie prägt und spiegelt „Ein Herz und eine Seele“ die deutsche Gesellschaft der siebziger Jahre wieder – zu Zeiten der Willy-Brandt-Regierung nimmt sie mit der Hauptfigur Alfred den ressentimentgeladenen Spießer und Sozi-Hasser aufs Horn. Um nicht auf das Rollenklischee des einfältigen Dummchens festgelegt zu werden, verlässt Elisabeth Wiedemann 1976 trotz aller Popularität die Serie – ihre Nachfolgerin wird Helga Feddersen.

Elisabeth Wiedemann feiert im Laufe der Jahre viele Erfolge im Fernsehen – unter anderem in beliebten Krimi-Reihen wie „Tatort“, „Der Kommissar“, „Der Alte“, „Derrick“, „SOKO 5113“ und „Stubbe – Von Fall zu Fall“ und noch im hohen Alter begeistert sie das Theater-Publikum im Boulevard-Stück „Harold und Maude“. 1991 sieht man sie neben Peter Lohmeyer in der Komödie „Hausmänner“ und 1995 im Thriller „Im Innern des Bernsteins“. Auch steht sie für die Pilcher-Verfilmung „Irrwege des Herzens“ (1997) und für den Schwank „Pension Schöller“ (1997) vor der Kamera.

Letzte Auftritte hat Elisabeth Wiedemann 2006 in der Komödie „Hauptgewinn für Papa“ und 2011 im Fernsehfilm „Sommerlicht“.

Elisabeth Wiedemann ist bis zu dessen Tod mit dem Schauspielkollegen Richard Lauffen verheiratet, ihr zweiter Ehemann – der Geschäftsmann und Buchhändler Werner Mengedoht – stirbt 2009.

Elisabeth Wiedemann stirbt am 27. Mai 2015 im Alter von neunundachtzig Jahren in einem Altenpflegeheim im oberbayerischen Marquartstein.

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