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In ihrer über fünfzigjährigen Karriere wirkt Ellen Schwiers an zahlreichen internationalen Kinoproduktionen mit, in etlichen Filmklassikern kann man sie als problematische, verführerische Frau, die Unruhe in das geordnete Leben ihrer Mitmenschen bringt, sehen. Sie übernimmt Rollen in populären Fernsehserien und brilliert auf den großen deutschsprachigen Theaterbühnen

Ellen Schwiers wird am 11. Juni 1930 im pommerschen Stettin geboren. Sie stammt aus einer Schauspielerfamilie – ihr Vater ist der Bühnenschauspieler Lutz Schwiers. Als Kind führt sie wegen des Berufs ihres Vaters – er ist bei Wanderbühnen engagiert – ein unstetes Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg lässt sich die Familie im hessischen Marburg nieder, wo Ellen Schwiers 1945 mit abgeschlossener Mittleren Reife zunächst das Bäcker- und später das Gärtnerhandwerk erlernen soll, doch sich dann der Schauspielerei zuwendet und Schauspielunterricht bei ihrem Vater erhält. Nach einer bestandenen Prüfung hat sie ihr erstes Engagement am Theater Koblenz, nebenbei arbeitet sie als Souffleuse. Danach folgen Engagements in München, Frankfurt am Main, Göttingen und Zürich.

1949 wird Ellen Schwiers für den Film entdeckt und ist erstmals in „Heimliches Rendezvous“ auf der Leinwand zu sehen. Größere Bekanntheit erlangt sie Mitte der fünfziger Jahre mit Kassenschlagern wie „08/15 – Im Krieg“ (1955) und „Anastasia – Die letzte Zarentochter“ (1956). Ellen Schwiers spielt in „Skandal um Dr. Vlimmen“ (1956), in „Helden“ (1958) neben O.W. Fischer und Lilo Pulver, in „Das Erbe von Björndal“ (1960), in „Der letzte Zeuge“ (1960), in „Frau Irene Besser“ (1960), in „Der Satan mit den roten Haaren“ (1964), in „Gustav Adolfs Page“ (1960) und in „Fedora“ (1977) neben Hildegard Knef. Im deutsch-italienisch-französischen Kino-Epos „1900 – Gewalt, Macht, Leidenschaft“ von Bernardo Bertolucci kann man sie an der Seite von Burt Lancaster sehen.

In vielen Fernsehproduktionen übernimmt Ellen Schwiers Rollen, wie im Dreiteiler „Der rote Schal“ (1973), im Zweiteiler „Onkel Silas“ (1977), im Sechsteiler „Heinrich, der gute König“ (1978) oder in „Mütter und Töchter“ (1985) an der Seite ihrer Tochter Katerina Jacob. Auch kann man sie in den beliebten Reihen „Tatort“, „Derrick“, „Polizeiruf 110“ und „Der Bulle von Tölz“ sehen. In der hochgelobten Arztserie „Dr. Martin“ mimt sie an der Seite von Axel Milberg die bodenständige Tante Alma.

Auf der Bühne spielt Ellen Schwiers unter anderem die Buhlschaft in „Jedermann“, die Lady Macbeth in Shakespeares „Macbeth“, die Lysistrata in „Lysistrata“ und die Mutter Courage in „Mutter Courage und ihre Kinder“.

Ellen Schwiers wird für ihre Verdienste um das Kulturleben 1989 mit dem „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse“ sowie 1995 mit der „Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg“ geehrt.

1956 heiratet Ellen Schwiers den Filmproduzenten Peter Jacob – den früheren Ehemann von Leni Riefenstahl. Aus der Ehe gehen die Kinder Katerina Jacob und Daniel Jacob hervor, die ebenfalls Schauspieler sind. Daniel Jacob stirbt 1985 an den Folgen einer Krebserkrankung. 1982 gründet Ellen Schwiers zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter das Tourneetheater „Das Ensemble“, welches sie auch nach dem Tod ihres Mannes 1992 bis heute weiterführt. Die Schauspielerin lebt im oberbayerischen Berg am Starnberger See.

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Ein Kommentar zu “Ellen Schwiers”

  1. Hans-Jürgen Harder sagt:

    Ich war jahrelang mit Lutz Schwiers befreundet–wir bauten beide Schiffsmodelle und wohnten nicht weit entfernt voneinander.
    Oft kam er mit seinem Enkel zu Stausee Roter Hahn.
    Wir hatten einen Treff mit Freunden,den nannten wir „Schwiersabend“,dort wurde dann bis in die Nacht gefachsimpelt–ich hab ihn dann nach Hause gefahren und dann hat er mir noch sein Leben erzählt.
    Eine Seele von Mensch war er,ich könnte noch viel erzählen.Seine Frau kannte ich nur flüchtig,im wahren Sinne des Wortes,sie ließ uns immer allein,wenn ich ihn besuchte.

    Sehr geehrte Frau Schwiers,Ihr Vater hatte ein ganz großes Herz und ich durfte mit ihm lange befreundet sein.

    Ihr Hans-Jürgen Harder

    PS.In der Nähe von Garmisch hatten wir großes Familientreffen über einige Tage mit viel Prominenz.

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