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Mit „Im Westen nichts Neues“ schreibt er ein Jahrhundertwerk – die Erzählung schildert eindrucksvoll die Grausamkeit des Krieges. Erich Maria Remarque beschäftigt sich in seinen Romanen mit Vertreibung, Verfolgung und Entwurzelung und gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des vergangenen Jahrhunderts

Erich Maria Remarque wird als Erich Paul Remark am 22. Juni 1898 als Sohn des katholischen Buchdruckers Peter Remark und dessen Ehefrau Anna Maria Remark im westfälischen Osnabrück – das damals zu Preußen gehört – geboren, wo er mit zwei Schwestern und einem Bruder aufwächst. Nach dem Abschluss der Osnabrücker Johannisvolksschule besucht er das katholische Lehrerseminar, danach wird er 1916 nach einem Notexamen zum Ersten Weltkrieg eingezogen – anders als seine Hauptfigur in seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ meldet er sich jedoch nicht freiwillig zum Kriegsdienst.

1917 kommt Erich Maria Remarque als Soldat an die Westfront und wird noch im selben Jahr durch Granatsplitter schwer verwundet, weswegen er den Rest des Krieges in einem Duisburger Hospital verbringt – geprägt von seinen Erlebnissen entwickelt er seine pazifistische und antimilitaristische Haltung.

Nach dem Ende des Krieges arbeitet Erich Maria Remarque nach einer Lehrerausbildung als Volksschullehrer in einigen kleinen – heute zu Niedersachsen gehörenden – Ortschaften. Nach wenigen Jahren quittiert er den Schuldienst und hält sich in der folgenden Zeit als kaufmännischer Angestellter, Buchhalter, Klavierlehrer, Organist und Verkäufer von Grabsteinen über Wasser. Dazu sagt er: „Ich war mein Geld wert, ich verkaufte die ältesten Ladenhüter, sogar Überbleibsel aus dem Jugendstil. Ich half mit, die Gegend durch Kriegerdenkmäler zu verschandeln. Wir entwarfen und vertrieben die üblichen Scheußlichkeiten mit zahnwehkranken Steinlöwen oder bronzenen, flügellahmen Aaren, möglichst mit Goldkrone.“

Ab 1921 arbeitet Erich Maria Remarque als Redakteur beim „Osnabrücker Tageblatt“, bei der Berliner „Sport im Bild“ und bei der hannoverschen „Echo-Continental“ – für die Werkszeitung des großen Reifenherstellers verfasst er Werbetexte und Comics. Bereits in jener Zeit verwendet er hin und wieder den Künstlernamen „Remarque“ – die französische Schreibweise des Familiennamens gibt sein Großvater Ende des neunzehnten Jahrhunderts auf.

Ab 1928 erscheint Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ zunächst als Fortsetzungsserie in der Berliner „Vossischen Zeitung“ – darin schildert er die Unmenschlichkeit des Krieges und verarbeitet neben eigenen Erfahrungen die Erzählungen verwundeter Soldaten, die er im Lazarett kennenlernt. Schon bald nach Erscheinen des Buches erlangt er weltweite Bekanntheit, 1930 wird der Roman verfilmt und 1931 wird er für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, wogegen allerdings der Deutsche Offizier-Bund heftig protestiert – das Buch verunglimpfe die deutsche Armee und deren Soldaten.

Als 1930 der „Oscar“-gekrönte Film „All Quiet On The Western Front“ („Im Westen nichts Neues“) in die deutschen Kinos kommt, verhindern vielerorts nationalsozialistische Schlägertrupps die Aufführung, so dass der Film schließlich abgesetzt wird. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wird der Film endgültig verboten.

Seit 1932 hat Erich Maria Remarque seinen Hauptwohnsitz im schweizerischen Locarno, wo er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten lebt. 1933 werden in Deutschland während der Bücherverbrennung seine Werke als „schädliches und unerwünschtes Schrifttum“ verbrannt. Die Nationalsozialisten verbreiten das bis heute nachwirkende Gerücht, er sei Jude, sein wirklicher Name sei „Kramer“ – das Ananym seines Geburtsnamens „Remark“ – und er habe am Ersten Weltkrieg überhaupt nicht teilgenommen.

1938 wird Erich Maria Remarque die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 lässt er sich in den USA nieder – da viele seiner Werke auf Englisch erscheinen, ist er dort kein Unbekannter. In jener Zeit pflegt er Kontakte zu anderen emigrierten deutschen Schriftstellern wie Thomas Mann, Carl Zuckmayer, Else Lasker-Schüler, Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht.

Nach dem Ende des Krieges gibt es von deutscher Seite kein Angebot, Erich Maria Remarque die deutsche Staatsangehörigkeit zuzuerkennen – allerdings legt er auch keinen großen Wert darauf. 1948 erhält er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft und lebt abwechselnd in den USA und im schweizerischen Porto Ronco.

1967 wird Erich Maria Remarque mit dem „Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet.

Erich Maria Remarque ist in erster und zweiter Ehe mit der Tänzerin Jutta Ilse Zambona verheiratet – zwischendurch hat er einige Affären, unter anderem mit Marlene Dietrich und Greta Garbo. 1958 heiratet er die Schauspielerin und frühere Ehefrau von Charlie Chaplin Paulette Goddard, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebt.

Erich Maria Remarque stirbt am 25. September 1970 im schweizerischen Locarno an den Folgen eines Herzinfarktes – er wird in Ascona beigesetzt.

1971 erscheint posthum Erich Maria Remarques letzter Roman „Schatten im Paradies“.

Nach Erich Maria Remarquess Tod werden Schulen, Straßen und öffentliche Gebäude – unter anderem in Osnabrück ein Friedenszentrum sowie die Straße Erich Maria Remarque-Ring – nach ihm benannt. Ab 1991 vergibt die Stadt Osnabrück alljährlich den „Erich Maria Remarque-Friedenspreis“.

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