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Sie ist die Tochter von Charlie Chaplin und die Enkelin des Literatur-Nobelpreisträgers Eugene O’Neill und arbeitet sich im Laufe der Jahre erfolgreich aus dem Schatten ihrer berühmten Verwandten heraus – in ihrer über fünfzigjährigen Karriere macht sich Geraldine Chaplin als eindrucksvolle Charakterdarstellerin einen Namen und beweist in den verschiedensten Rollen stets aufs Neue eine enorme Vielseitigkeit

Willowy Geraldine Chaplin kommt am 31. Juli 1944 im kalifornischen Santa Monica als erstes Kind von Charles Chaplin und dessen vierter Frau Oona O’Neill zur Welt. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in Beverly Hills und in der Schweiz, wo sich ihr Vater nach seiner Ausweisung aus den USA niederlässt. Dort besucht sie ein Internat und lässt sich anschließend vier Jahre in der Schweiz sowie zwei Jahre an der Londoner Royal Ballet School zur Tänzerin ausbilden. Bereits als Achtjährige hat Geraldine Chaplin eine kleine Rolle im Film des Vaters „Limelight“ („Rampenlicht“, 1952), zehn Jahre später erhält sie ihre erste ernsthafte Filmrolle in „Par un beau matin d’été“ („An einem heißen Sommermorgen“, 1965) an der Seite von Jean-Paul Belmondo.

Mit ihrer Darstellung der Tonya in David Leans Jahrhundert-Epos „Dr. Schiwago“ (1965) neben Omar Sharif und Julie Christie gelingt Geraldine Chaplin dann der endgültige Durchbruch – für ihre Darstellung wird sie für einen „Golden Globe Award“ als „Beste Nachwuchsdarstellerin“ nominiert. 1967 kann man sie unter der letzten Regiearbeit ihres Vaters neben Sophia Loren und Marlon Brando in „A Countess From Hong Kong“ („Die Gräfin von Hongkong“) sehen.

Unter dem spanischen Regisseur Carlos Saura – mit dem Geraldine Chaplin eine jahrelange private und berufliche Beziehung verbindet – dreht die Schauspielerin in den sechziger und siebziger Jahren etliche Filme wie „Peppermint Frappé“ (1968), „El Jardín de las delicias“ („Garten der Lüste“, 1970), „Ana y los lobos“ („Anna und die Wölfe“, 1973), „Elisa, vida mía“ („Elisa, mein Leben“, 1977), „Los Ojos vendados“ („Mit verbundenen Augen“, 1978) und „Mamá cumple cien años“ („Mama wird hundert Jahre alt“, 1979). Auch für Martin Scorsese, Robert Altman, Alain Resnais, Jacques Rivette und Franco Zeffirelli steht Geraldine Chaplin vor der Kamera. 1975 mimt sie eine BBC-Journalistin in „Nashville“ (1975), in „Buffalo Bill And The Indians Or Sitting Bull’s History Lesson“ („Buffalo Bill und die Indianer“, 1976) spielt sie an der Seite von Burt Lancaster und Paul Newman. Ebenso ist sie in „A Wedding“ („Eine Hochzeit“, 1978), in „Welcome to L.A.“ („Willkommen in Los Angeles“, 1976) sowie dem Thriller „Remember My Name“ („Du wirst noch an mich denken“, 1978) zu sehen.

In den achtziger Jahren wird es ruhiger um Geraldine Chaplin – sie dreht nur noch ein bis zwei Filme pro Jahr und ist auch öfter in Fernsehproduktionen zu sehen. So erlebt man sie im TV-Mehrteiler „My Cousin Rachel“ (1983), im Krimi-Melodram „White Mischief“ („Die letzten Tage in Kenya“, 1987), in der Gesellschaftssatire „The Moderns“ („Wilde Jahre in Paris“, 1988), im Abenteuerstreifen „The Return Of The Musketeers“, („Rückkehr der Musketiere“, 1989) und im Melodram „The Children“ („Mein liebe Rose“). In der Rolle ihrer eigenen Großmutter in Richard Attenboroughs biographischer Verfilmung „Chaplin“ (1992) spielt sie neben ihren Geschwistern Hannah und Sidney Chaplin, im Drama „The Age Of Innocence“ („Zeit der Unschuld“, 1993) agiert sie neben Michelle Pfeiffer und Winona Ryder. In Jodie Fosters Regiearbeit „Home For The Holidays“ („Familienfest und andere Schwierigkeiten“, 1995) spielt Geraldine Chaplin neben Anne Bancroft und Holly Hunter und in „Habla con ella“ („Sprich mit ihr“, 2002) des spanischen Regisseurs Pedro Almodovar kann man sie als Tanzlehrerin sehen. Auch in deutschen TV-Produktionen agiert Geraldine Chaplin – unter anderem in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung „Wintersonne“ (2003) an der Seite von Suzanne von Borsody und Peter Ustinov.

In den letzten Jahren steht Geraldine Chaplin wieder verstärkt vor der Kamera – im Horrorstreifen „Wolfman“ (2010) gehört sie neben Benicio del Toro, Anthony Hopkins und Emily Blunt zur Besetzung, auch in der Low-Budget-Produktion „The Making Of Plus One“ (2010), im Drama „Four Roses“ (2010) und in „Lo imposible“ („The Impossible“, 2012) neben Ewan McGregor und Naomi Watts kann man sie sehen.

„Andere Leute erben Reichtum oder einen Titel. Ich habe einen Nachnamen geerbt“ sagt Geraldine Chaplin, „Wenn du Chaplin heißt, knüpft jeder gewaltige Erwartungen an dich. Erfülle man die Erwartungen, gehe der Verdienst automatisch auf das Familienkonto. Bist Du aber nicht gut, ist das Publikum enttäuscht und wandelt seinen Respekt in Verachtung.“

2006 wird Geraldine Chaplin mit der „Goldenen Medaille“ der spanischen „Akademie der Künste“ ausgezeichnet – als Anerkennung für ihr jahrzehntelanges Engagement für das spanische Kino.

Aus der Beziehung mit Carlos Saura entstammt Sohn Shane. Seit 2006 ist Geraldine Chaplin mit ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem chilenischen Kameramann Patricio Castilla, verheiratet – der Verbindung entstammt Tochter Oona Castilla Chaplin. Geraldine Chaplin lebt in der Schweiz und in Florida.

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