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Mit ausdrucksstarken Rollen in Filmen ihres Ehemannes Federico Fellini geht sie in die Filmgeschichte ein – ob als tragikomischer Clown in „La Strada“, als Prostituierte in „Die Nächte der Cabiria“ oder als betrogene Ehefrau in „Julia und die Geister“ – Giulietta Masina überzeugt in zahlreichen europäischen Filmproduktionen

Giulietta Masina kommt am 22. Februar 1921 in San Giorgio di Piano in der Nähe von Bologna zur Welt. Sie wächst in einer kultivierten und kunstliebenden Familie in Rom auf, ihre Eltern – eine Lehrerin und ein Violinist – unterstützen die künstlerische Begabung ihrer Tochter. In Rom studiert sie Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie – nach einem bestandenen Doktortitel in Philosophie spielt sie Laientheater und arbeitet als Aushilfssprecherin bei einem Römischen Radiosender. 1942 lernt sie den aufstrebenden italienischen Filmregisseur Federico Fellini kennen, den sie ein Jahr später heiratet. Der gemeinsame Sohn kommt 1945 zur Welt, stirbt aber schon einen Monat später – nach einer Fehlgeburt erfährt Giulietta Masina, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann.

Nach einem Kurzauftritt in Roberto Rossellinis Episodenfilm „Paisa“ (1946) hat Giulietta Masina 1950 in Federico Fellinis „Luci del varietà“ („Lichter des Varieté“) ihre erste größere Rolle – danach sieht man sie in „Persiane chiuse“ („Geschlossene Gardinen“, 1950) und in „Lo sceicco bianco“ („Die bittere Liebe“, 1952). Ihren größten Erfolg feiert die Schauspielerin als naiv-unschuldige Gelsomina in „La Strada“ („La Strada – Das Lied der Straße“, 1954) neben Anthony Quinn – der Film wird ein Welterfolg, erhält einen „Oscar“ als „Bester ausländischer Film“ und avanciert in den folgenden Jahrzehnten zu einem der großen Leinwandklassiker des zwanzigsten Jahrhunderts.

Nach einer Rolle in „Donne proibite“ („Die Verrufenen“, 1954) erneut an der Seite von Anthony Quinn spielt Giulietta Masina eine energische Vorstadt-Prostituierte in „Le Notti di Cabiria“ („Die Nächte der Cabiria““, 1957), danach agiert sie in „Nella città l’inferno“ („Hölle in der Stadt“, 1958) neben Anna Magnani, in der deutschen Produktion „Das kunstseidene Mädchen“ (1959) an der Seite von Gustav Knuth, Ingrid van Bergen und Gert Fröbe, in „Jons und Erdme“ (1959) neben Karin Baal und Dietmar Schönherr, in „Giulietta degli spiriti“ („Julia und die Geister“, 1965), in „The Madwoman of Chaillot“ („Die Irre von Chaillot“, 1969) an der Seite von Katharine Hepburn, Charles Boyer und Yul Brynner, in „Ginger & Fred“ (1985) neben Marcello Mastroianni und im tschechoslowakisch-deutschen Märchenfilm „Perinbaba“ („Frau Holle“, 1985). Ihren letzten Auftritt hat Giulietta Masina 1991 in der Komödie „Aujourd’hui peut-être…“ („Benjamin“).

Für ihre Darstellungen wird Giulietta Masina mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem italienischen Filmpreis „David di Donatello“, dem „Darstellerpreis von Cannes“ und der „Goldene Muschel“ des Filmfestivals von San Sebastian. Als Rollenangebote, die ihrem Anspruch genügen, ausbleiben, engagiert sie sich als Unicef-Botschafterin und schreibt populäre Zeitungskolumnen.

Giulietta Masina stirbt am 23. März 1994 im Alter von dreiundsiebzig Jahren in Rom – nur fünf Monate nach ihrem Mann – an den Folgen einer Krebserkrankung.

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