Famous People » Sänger » Guildo Horn

Mit viel Ironie und einem mutigen Bekenntnis zur Hässlichkeit reizt er gängige Schlager-Klischees bis an die Schmerzgrenze aus und mit seinem fulminanten Auftritt beim Eurovision Song Contest schockt er die Nation mit dem Song „Guildo hat euch lieb“ – in Deutschland genießt Guildo Horn bis heute Kultstatus

Guildo Horn wird am 14. Februar 1963 im rheinland-pfälzischen Trier als Horst Köhler geboren – nach dem Abitur absolviert er zunächst in seiner Heimatstadt ein freiwilliges soziales Jahr in einer Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen, danach studiert er bis 1994 an der Trierer Universität Pädagogik. Nach dem Diplom arbeitet er als Musiktherapeut bei der Trierer Lebenshilfe mit Menschen mit Behinderungen.

1991 beginnt Guildo Horn im Alter von achtundzwanzig Jahren seine Karriere als Sänger von Coverversionen klassischer internationaler Hits und anderen Stilrichtungen – stets exzentrisch kostümiert tritt er zwischen 1992 bis 1994 fast jeden Sonntagabend mit ironisch gefärbten Schlagertexten im Kölner Musikclub Luxor auf. 1994 singt er zum ersten Mal in der „ZDF-Hitparade“, er tourt durch Deutschland und tritt auch auf dem Musikfestival „Rock am Ring“ auf.

Guildo Horn hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass der jahrelang geschmähte deutsche Schlager in den neunziger Jahren ein Comeback erlebt. 1992 erscheint sein Debüt-Album „Rückkehr nach Mendocino“, 1995 „Sternstunden der Zärtlichkeit“ und 1999 „Danke!“. Zu den größten Hits von Guildo Horn gehören „Ich mag Steff Graf“ („How Deep Is Your Love“ von den „Bee Gees“), „Lass das Wunder Liebe sein“, „Ich find Schlager toll“ („I Love Rock’n’ Roll“ von „Joan Jett & The Blackhearts“) und „Das schönste Lied kennt Guildo Horn“ („Up Where We Belong“ von Joe Cocker und Jennifer Warnes).

Mit dem Titel „Guildo hat euch lieb!“ – einer vom deutschen Musikproduzenten und Entertainer Stefan Raab unter dem Pseudonym „Alf Igel“ komponierten ironisch überzeichneten Interpretation deutscher Schlagerseligkeit – vertritt Guildo Horn 1998 Deutschland beim Eurovision Song Contest. Der Titel gewinnt einen achtbaren siebten Platz.

Nach dem Abflauen des Schlager-Revivals zu Beginn des neuen Jahrhunderts wird es auch ruhiger um Guildo Horn – 2002 veröffentlicht der Sänger das nur wenig beachtete Shanty-Album „Der König der Möwen“. Guildo Horn tritt nach wie vor regelmäßig beim Sommerfest im Oberhausener Einkaufszentrum „Centro“, bei der Bierbörse „Leverkusen-Opladen“ und beim Trierer Altstadtfest auf, in der Trierer Europahalle veranstaltet er seit 1994 alljährlich ein Weihnachtskonzert.

Guildo Horn ist hin und wieder auch in Spielfilmen zu sehen – wie in „Das erste Semester“ (1997) und in „Waschen, Schneiden, Legen“ (1999). In der Fernsehserie „In aller Freundschaft“ und in der Krimi-Reihe „SOKO Köln“ übernimmt er kleinere Rollen. 2005 spielt Guildo Horn am Essener Aalto-Theater im Musical „Kiss Me, Kate“ mit und 2006 übernimmt er am Theater Trier die Hauptrolle im Musicals „Paradise Of Pain“.

2006 moderiert Guildo Horn im deutschen Fernsehen die Sendung „Guildo und seine Gäste“, in der er mit Menschen mit geistiger Behinderung über diverse Themen einfühlsame Gespräche führt. Die Sendung wird 2006 mit dem „BG Paralympic Media Award“ ausgezeichnet und für den „Adolf-Grimme-Preis“ nominiert. 2007 wird Guildo Horn mit dem „Medienpreis der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung“ – dem „Bobby“ – ausgezeichnet.

Bis 2005 lebt Guildo Horn mit der Stuntfrau Tanja de Wendt zusammen – aus erster Ehe hat er einen Sohn.

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