Famous People » Schauspieler » Hannelore Elsner

Nachdem sie in den Anfangsjahren ihrer Schauspielkarriere vor allem in mittelmäßigen Unterhaltungsfilmen ihren Sex-Appeal einsetzt, macht sich Hannelore Elsner erst im vorgerückten Alter einen Namen als großartige Charakterdarstellerin. Die attraktive Dunkelhaarige dreht unter der ersten Riege deutscher Regisseure zahlreiche anspruchsvolle Kinoproduktionen und zählt heute zu den populärsten Schauspielerinnen des Landes

Hannelore Elsner kommt am 26. Juli 1942 im oberbayerischen Burghausen als Hannelore Elstner zur Welt. Mit acht Jahren verliert sie ihren Vater, einen Ingenieur, ihr älterer Bruder stirbt in den letzten Kriegstagen bei einem Tieffliegerangriff. Das junge Mädchen beginnt nach dem Abschluss ihrer Schauspielausbildung ihre Karriere am “Kurfürstendamm-Theater” und am “Hebbel Theater” in Berlin sowie an den “Münchner Kammerspielen”. Ihr Filmdebüt hat die siebzehnjährige Hannelore Elsner in “Unter fremden Sternen” (1959) an der Seite von Freddy Quinn. Danach kann man sie verstärkt in leichten Unterhaltungsfilmen sehen, wie in “Zum Teufel mit der Penne” mit Peter Alexander, in “Die Lümmel von der ersten Bank” mit Hansi Kraus und neben Georg Thomalla in “Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen”. 1962 spielt Hannelore Elsner am Kölner “Millowitsch-Theater” eine Rolle im Schwank “Tante Jutta aus Kalkutta” an der Seite von Peter René Körner, Willy Millowitsch und Elsa Scholten.

Mit Beginn der sechziger Jahre wirkt die Schauspielerin in etlichen Fernsehserien mit. Doch auch die jungen deutschen Autorenfilmer werden auf Hannelore Elsner aufmerksam, die bald als eine der sinnlichsten Frauen des deutschen Films gilt. Sie spielt in “Die Reise nach Wien” (1973) von Edgar Reitz und in “Berlinger” (1975) von Alf Brustellin In den siebziger Jahren ist Hannelore Elsner auch häufig im Fernsehen zu sehen, in Serien wie “Die schöne Marianne” (1975), “Die Krimistunde”, “Die Schwarzwaldklinik” und der Krimireihe “Tatort”. Für ihre Darstellung der Lea Sommer in “Die Kommissarin” wird sie 1995 mit dem “Telestar” ausgezeichnet.

Ihr großes Kino-Comeback und den größten Erfolg ihrer Karriere hat Hannelore Elsner 1999 in Oskar Roehlers “Die Unberührbare”, in der sie die exzentrische Schriftstellerin Hanna Flanders verkörpert, für die mit dem Untergang der DDR die eigenen Ideale zerbrechen. Für ihre großartige Darstellung wird Hannelore Elsner neben zahlreichen weiteren Ehrungen im Jahr 2000 mit dem “Deutschen Filmpreis” ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhält sie einen weiteren Deutschen Filmpreis für Oliver Hirschbiegels “Mein letzter Film”. 2005 wird sie erneut nominiert für ihre Rolle einer jüdischen Hausfrau in Dani Levys Komödie “Alles auf Zucker”. Für Ihre Rolle in Doris Dörries “Kirschblüten” (2008) an der Seite von Elmar Wepper erhält Hannelore Elsner eine weitere Nominierung für den “Deutschen Filmpreis” als “Beste Darstellerin in einer Nebenrolle”. 2011 sieht man sie an der Seite von Juliane Köhler in “Das Blaue vom Himmel”.

Hannelore Elsner arbeitet auch als Synchronsprecherin und leiht Liza Minnelli (“Cabaret”) und Fanny Ardant (“Acht Frauen”) ihre Stimme. 1997 wird der Schauspielerin der “Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland” verliehen, 2006 erhält sie den “Bayerischen Fernsehpreis” für ihr Lebenswerk.

Von 1964 bis 1966 ist Hannelore Elsner mit dem Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet. Ab 1973 ist Regisseur Alf Brustellin, der 1981 tödlich verunglückt, ihr Partner. 1993 heiratet sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen. Die Ehe wird im Jahr 2000 geschieden. Mit dem Regisseur Dieter Wedel hat sie Sohn Dominik.

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