Famous People » Sänger » Holly Johnson

Als stimmgewaltiger Frontmann der legendären britischen Band „Frankie Goes To Hollywood“ bringt er in den achtziger Jahren mit Dancefloor-Knallern wie „Relax“ und „Welcome To The Pleasuredome“ einen völlig neuen Sound in die Charts – während Sittenwächter sich über die schockierenden Videos der Band empören, wird Holly Johnson nicht nur in der Gay-Community als Stil-Ikone gefeiert

Holly Johnson kommt als William Johnson am 9. Februar 1960 als Sohn eines Matrosen im britischen Liverpool zur Welt, wo er auch aufwächst. In den späten siebziger Jahren ist er Mitglied der britischen Punk-Gruppe „Big In Japan“, danach veröffentlicht er zwei weitgehend unbeachtete Solo-Singles. 1983 gründet Holly Johnson zusammen mit Paul Rutherford, Peter Gill, Mark O’Toole und Brian Nash die New-Wave-Band „Frankie Goes To Hollywood“ – der Name stammt aus der Headline eines Zeitungsartikels, in dem über Frank Sinatras Aufbruch ins kalifornische Film-Mekka berichtet wird.

Der Musikproduzent Trevor Horn, der sich in Großbritannien bereits mit Produktionen für die New-Wave-Bands „ABC“ und den „Buggles“ einen Namen gemacht hat, nimmt sich der Band an und produziert mit ihr 1983 die erste Single „Relax“, die schnell die weltweiten Charts erklimmt – aufgrund des anzüglichen Covers und des homoerotischen Textes wird der Hi-NRG-Titel jedoch bald von den meisten Radio- und Fernsehsendungen boykottiert. Für die Band ist dies eher Chance als Nachteil – durch die Zensur erlangen „Frankie Goes To Hollywood“ enormen Ruhm, welcher sich auch in kommerzieller Hinsicht niederschlägt. „Relax“ bleibt fünf Wochen lang die Nummer Eins in Großbritannien und tritt wenig später seinen Siegeszug um die Welt an. Die Nachfolgesingle „Two Tribes“ gerät dank aufwändig designten Single- und Maxiformaten 1984 ebenfalls zum Top-Hit. Im Videoclip sieht man die Karikaturen von US-Präsident Reagan und dem damaligen Sowjet-Führer Chernenko in einem blutigen Wrestling-Match, was erneut zu heftigen Kontroversen führt – der Anti-Kriegssong mit martialischer Aufmachung bleibt neun Wochen an der Spitze der Charts. Ende 1984 bringen „Frankie Goes To Hollywood“ den Weihnachtshit „The Power Of Love“ heraus, der im Dezember 1984 als letzte ihrer Singles den ersten Platz der Charts belegt und 1985 erscheint der Titelsong des gleichnamigen Albums „Welcome To The Pleasuredome“.

1986 veröffentlicht die Band die Nachfolgesingle „Rage Hard“, das dazugehörige Album „Liverpool“ mit den Titeln „Warriors Of The Wastelands“ und „Watching The Wildlife“ kann nicht mehr an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen.

1987 verlässt Holly Johnson „Frankie Goes To Hollywood“, da er mit der musikalischen Weiterentwicklung nicht einverstanden ist. 1989 veröffentlicht er sein erstes Soloalbum „Blast“, die Singles daraus „Love Train“ und „Americanos“ erobern weltweit die Hitparaden. 1998 bringt er in Großbritannien das Album „Soulstream“ heraus und 2000 werden die Hits von „Frankie Goes To Hollywood“ neu abgemischt und erneut veröffentlicht – mit nur mäßigem Erfolg.

2014 feiert Holly Johnson mit dem Album „Europa“ ein Comeback.

1991 erfährt der Sänger von seiner HIV-Erkrankung – als einer der Langzeit-Überlebenden lebt er seit mehr als achtzehn Jahren mit der Infektion. Holly Johnson wohnt mit seinem Partner im Londoner Stadtteil Chelsea und widmet sich heute sehr erfolgreich der Malerei.

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Ein Kommentar zu “Holly Johnson”

  1. Plebs sagt:

    We are in a distance to each other, because I´m heterosexual. The song „Relax“….3
    the song „The power of love“- boring, the song „Rage heart“- good- very good, the song
    „Warriors of the wasteland“- very, very, very good- in German „GENIAL“

    Best wishes from East Germany

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