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Die auch als „Cicciolina“ bekannte Blondine sorgt im Italien der achtziger und neunziger Jahre mit frivolen Auftritten für manchen Skandal – Ilona Staller zeigt als erste Frau im italienischen Fernsehen ihren Busen und mischt als Abgeordnete jahrelang mit unkonventionellen Ideen das italienische Parlament auf

Ilona Staller wird als Elena Anna Staller am 26. November 1951 in Budapest als Tochter eines Beamten und einer Hebamme geboren. Bereits mit dreizehn Jahren beginnt sie für eine ungarische Model-Agentur zu arbeiten, später studiert sie für kurze Zeit Medizin und ist als Escort-Girl und – nach eigenen Angaben – auch für den ungarischen Geheimdienst tätig.

Anfang der siebziger Jahre geht Ilona Staller – mit dem Wunsch Model zu werden – nach Italien, wo sie als „Cicciolina“ mit der Radioshow „Voulez-vous coucher avec moi“ bald landesweit bekannt wird. In der Show plaudert sie ungeniert über Sexualität, was in der damaligen Zeit als an­stö­ßig gilt. 1978 sorgt Ilona Staller für einen landesweiten Skandal, als sie in der italienischen Fernsehshow „C’era due Volte“ vor laufender Kamera ihren wohlgeformten Busen zeigt.

1979 wird Ilona Staller zur Spitzenkandidatin der italienischen grünen Partei „Lista del Sole“ gewählt – zu ihrem Wahlkampf gehört es, bei ihren Auftritten die Brüste zu entblößen.

1988 provoziert Ilona Staller einen Skandal, als sie in Venedig halb nackt auf ein Reiterstandbild steigt um ihre Fans mit nacktem Busen zu begrüßen – wegen „Obzönität in der Öffentlichkeit“ wird sie zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Während ihrer knapp zwanzig Jahre dauernden Karriere als Porno-Darstellerin dreht Ilona Staller mit fast allen Porno-Größen wie John Holmes, Ron Jeremy, Peter North und Rocco Siffredi. 1989 zieht sie sich aus dem Pornofilm-Geschäft zurück und engagiert sich stattdessen aktiv für die italienische Partei „Partito Radicale“, für die sie dann von 1987 bis 1992 ins italienische Parlament gewählt wird. In dieser Zeit setzt sie sich für Liebeszimmer in italienischen Ge­fäng­nissen, gegen jede Art von Gewalt, gegen Tierversuche, für die Aufhe­bung des Bordellverbots, für die Entkri­mi­na­li­sie­rung von Drogen, für Sex­ualkunde-Unterricht an den Schulen, gegen Nuklearenergie und für eine objektivere Aufklärung über Aids ein.

Von 1991 bis 1992 ist Ilona Staller mit dem amerikanischen Objektkünstler Jeff Koons verheiratet – in jener Zeit erschafft Jeff Koons Skulpturen und Bilder, die ihn mit Ilona Staller beim Geschlechtsverkehr zeigen. Aus der Ehe geht der gemeinsame Sohn Ludwig hervor.

In den neunziger Jahren bietet Ilona Staller öffentlichkeitswirksam dem irakischen Diktator Saddam Hussein Sex an, wenn er als Gegenleistung seine Diktatur beende und 2006 wiederholt sie dies Angebot für Osama bin Laden.

Ilona Staller versteht sich selbst als Exponentin einer unterrepräsentierten Welt, die sich offen zum lebensbejahenden Erotismus und Hedonismus bekennt.

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts wird es ruhiger um Ilona Staller – 2002 sorgt sie noch einmal für Schlagzeilen, als sie versucht in ihrem Hei­mat­land ins ungarische Parlament einzuziehen. Auch wenn sie – um ihre linksgerichtete Einstellung zu zeigen – im Wahlkampf erneut ihren Busen entblößt, bleibt die Kandidatur erfolglos. Auch ihre Kandidatur für das römische Bürgermeisteramt 2013 bleibt ohne Erfolg.

Heute lebt Ilona Staller zurückgezogen in Rom.

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