Sie gilt als Muse von Meisteregisseur Ingmar Bergmann und spielt in seinen Filmen mit viel Charisma und enormer Eindringlichkeit fragile und starke Frauenrollen. Ingrid Thulin übernimmt in internationalen Kinoproduktionen tragende Nebenrollen an der Seite bedeutender Hollywoodstars und begeistert in über sechzig Filmen Cineasten auf der ganzen Welt – noch heute zählt sie zu den populärsten Schauspielerinnen Schwedens
Ingrid Thulin wird am 27. Januar 1926 im mittelschwedischen Sollefteå geboren. Schon als junges Mädchen erhält sie Ballett-, später auch Schauspieluntericht an der “Königlichen Schauspielschule” in Stockholm. Danach wird sie am “Königlichen Dramatischen Theater” in der schwedischen Hauptstadt engagiert. Schon Ende der vierziger Jahre arbeitet sie dort mit dem Regisseur Ingmar Bergman zusammen, der sie mit dem Film “Smultronstället” (“Wilde Erdbeeren”, 1957) über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt macht und mit ihr in der Hauptrolle in “Tystnaden” (“Das Schweigen”, 1963) seinen berühmtesten Film dreht. Schon bald gehört Ingrid Thulin zusammen mit Max von Sydow, Bibi Andersson und später Liv Ullmann zum Star-Ensemble des schwedischen Regisseurs. Für “Tystnaden” (“Das Schweigen”, 1963) gewinnt Ingrid Thulin 1964 den erstmals verliehenen schwedischen Filmpreis “Guldbagge” als “Beste Schauspielerin”.
In Luchino Viscontis Industriellen-Epos “La caduta degli dei” (“Die Verdammten”, 1969) spielt Ingrid Thulin neben Helmut Berger, Dirk Bogarde, Helmut Griem und Charlotte Rampling die Rolle der Sophie von Essenbeck, in “Viskningnar och rop” (“Schreie und Flüstern”, 1972) kann man sie mit Liv Ulmann sehen und erneut an der Seite von Helmut Berger in “Salon Kitty” (1975) von Tinto Brass. Im Katastrophenfilm “The Cassandra Crossing” (“Treffpunkt Todesbrücke”, 1976) agiert Ingrid Thulin neben Sophia Loren, Ava Gardner und Burt Lancaster.
Inrid Thulin ist 1956 bis 1989 mit Harry Shine verheiratet. In den sechziger Jahren zieht die Schauspielerin nach Rom, wo sie auch Theaterrollen übernimmt. Ihre letzte Filmrolle hat sie in “La casa del sorriso” (“Haus der Freuden”, 1988) – darin stellt sie eine verliebte Altersheimbewohnerin dar. Die Schauspielerin kehrt in den neunziger Jahren in ihre schwedische Heimat zurück und stirbt mit vierundsiebzig Jahren am 7. Januar 2004 in einem Stockholmer Krankenhaus an den Folgen einer Krebserkrankung.