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In Rollen starker Frauenfiguren feiert Iris Berben seit mehr als drei Jahrzehnten große Erfolge – ob als sensible Kommissarin, als Femme Fatale, als verlassene Geliebte oder als starke Kämpferin. Durch ihre zahlreichen Rollen gehört die vielseitig talentierte Charakterdarstellerin zu den großen Stars der deutschen Film- und Fernsehlandschaft

Iris Berben wird am 12. August 1950 im lippischen Detmold als Tochter eines Gastronomen-Ehepaars geboren und wächst nach der Scheidung der Eltern in Hamburg auf – dort besucht sie die Grundschule und danach mehrere Internate. Vor dem Abitur bricht sie ihre Schulausbildung ab und hat 1967 ihren ersten Fernsehauftritt in einem Fernsehbeitrag über die Hamburger „Blumenkinder“. Iris Berben – die in den sechziger Jahren in der Hamburger Protestszene aktiv ist – nimmt Tanz- und Bewegungsunterricht in London und absolviert eine Sprech- und Gesangausbildung in Berlin. Mit achtzehn Jahren gibt sie ihr Kinodebüt im Film „Detektive“ (1968) neben Uschi Obermaier, danach sieht man sie in der „Edgar Wallace“-Verfilmung „Der Mann mit dem Glasauge“ (1969) neben Horst Tappert.

Einem breiteren Publikum bekannt wird Iris Berben durch die „Klimbim“-Nachfolgeserie „Zwei himmlische Töchter“ (1978) an der Seite von Ingrid Steeger, in der die Nachtclub-Tänzerinnen Kiki und Chantal eine heruntergekommene Fluggesellschaft erben und versuchen die Firma mit den absurdesten Aufträgen wieder in Schwung zu bringen. Auch in der Fernsehserie „Büro, Büro“ (1981) und als Sketch-Partnerin von Dieter Krebs in der legendären Comedy-Reihe „Sketchup“ (1985) entfaltet Iris Berben ihr großes komödiantisches Talent.

Beim Publikum sehr beliebt ist Iris Berbens Darstellung der Evelyn von Guldenburg in der erfolgreichen Fernsehserie „Das Erbe der Guldenburgs“ (1987) neben Christiane Hörbiger, Brigitte Horney und Ruth Maria Kubitschek. Danach wirkt sie in diversen Filmen wie „Beinahe Trinidad“ (1986), „Das Viereck“ (1986), „Ein naheliegender Mord“ (1987), „Karambolage“ (1988), „St. Petri Schnee“ (1990), „Cosimas Lexikon“ (1991), „Dornbergers Gäste“ (1991) und „Das große Fest“ (1992) mit. Große Popularität erlangt Iris Berben als TV-Kommissarin „Rosa Roth“ in der gleichnamigen Krimireihe, in welcher sie ab den neunziger Jahren den Weg für diverse weitere weibliche Polizei-Ermittlerinnen ebnet.

Im Laufe der Jahre entwickelt sich Iris Berben zur gefragten Charakterdarstellerin – man sieht sie im Kinderfilm „Rennschwein Rudi Rüssel“ (1994) mit Ulrich Mühe, im TV-Thriller „Der stille Herr Genardy“ (1996), in Doris Dörries „Bin ich schön?“ (1997) neben Senta Berger, Heike Makatsch, Franka Potente und Steffen Wink, in „Frau Rettich, die Czerny und ich“ (1998), in „Ein mörderischer Plan“ (2000), in „Dienstreise – Was für eine Nacht“ (2001), in „Wer liebt, hat Recht“ (2001), in „Die Patriarchin“ (2004) und in „Afrika, mon amour“ (2006). Auch spielt sie in den TV-Produktionen „Silberhochzeit“ (2005) neben Corinna Harfouch und Axel Milberg, „Die Mauer – Berlin ’61“ (2005) neben Axel Prahl, „Duell in der Nacht“ (2007), „Die Buddenbrooks“ (2008) neben Armin Mueller-Stahl sowie im Historienmehrteiler „Krupp – Eine deutsche Familie“ (2009) mit Barbara Auer.

Zuletzt kann man Iris Berben im Märchenfilm „Die Prinzessin auf der Erbse“ (2010), in „Das Angebot des Tages“ (2010), in „Anleitung zum Unglücklichsein“ (2012) neben Johanna Wokalek und Richy Müller, im Filmdrama „Ein weites Herz – Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ (2013) neben Nadja Uhl und in „Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte“ in der Rolle der Cosima Wagner (2014) sehen.

Das politische und soziale Engagement von Iris Berben wird hoch geschätzt – in zahlreichen Lesungen setzt sie sich gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit und für den Staat Israel ein. Dafür erhält sie den „Scopus Award“ der „Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität Jerusalem“, den „Leo-Baeck-Preis“ des Zentralrats der Juden in Deutschland und das „Bundesverdienstkreuz Erster Klasse“. Für ihre schauspielerischen Leistungen wird Iris Berben mit dem „Bambi“, der „Goldenen Kamera“, der „Goldenen Europa“, drei „Romys“ sowie dem „Preis der Polizeigewerkschaft“ ausgezeichnet. 2005 erhält Iris Berben den „Bayerischen Verdienstorden“ und 2008 den „Adolf-Grimme-Preis“.

Iris Berben ist die Mutter des Filmproduzenten Oliver Berben, der mit ihr diverse Kinofilme und Fernsehserien produziert.

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