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Sie ist eine Schauspielerin mit vielen Gesichtern – als “Barbarella” gehört Jane Fonda zu den Sexsymbolen der sechziger Jahre, in den siebziger Jahren kämpft sie gegen den Vietnam-Krieg und geht als “Hanoi-Jane” in die Geschichtsbücher ein und in den achtziger Jahren bringt sie mit ihren Aerobic-Videos als Vorturnerin der Fitnesswelle eine ganze Generation in Wallung

Jane Seymour Fonda kommt am 21. Dezember 1937 in New York City als Tochter von Hollywood-Star Henry Fonda und Frances Seymour Brokaw zur Welt. Sie besucht die “Greenwich Academy” in Connecticut, die “Emma Willard School” in Troy und die “Höhere-Töchter-Schule” in Vassar. Kurz nach dem Ende ihrer Ausbildung nimmt sich ihre Mutter wegen einer Affäre Henry Fondas mit einer wesentlich jüngeren Frau 1950 das Leben. Jane Fonda erzählt man damals, die Mutter sei an einem Herzinfarkt gestorben – erst Jahre später erfährt sie durch einen Zeitungsartikel die wahren Hintergründe.

Zunächst zeigt Jane Fonda nur wenig wenig Interesse am Beruf ihres Vaters, macht dann aber 1954 erste Erfahrungen am “Omaha Community Theatre”, wo sie neben Henry Fonda im Stück “The Country Girl” mitwirkt. Daraufhin wächst ihr Interesse an der Schauspielerei und sie wird Mitglied im “Actors Studio” von Lee Strasberg. 1960 wird sie für ihre Darstellung in dem Bühnenstück “There Was A Little Girl” für den “Tony Award” nominiert und 1960 dreht sie ihren ersten Kino-Film – “Tall Story” (“Je länger – je lieber”, 1962), der ihr 1962 einen “Golden Globe Award” als “Beste Nachwuchsdarstellerin” einbringt. In Frankreich gelingt ihr dann neben Alain Delon im Thriller “Les félins” (“Wie Raubkatzen”, 1964) der internationale Durchbruch. 1965 heiratet sie den Filmregisseur und Ex-Mann von Brigitte Bardot – Roger Vadim, unter dessen Regie sie in Filmen wie “Der Reigen” (1964) und “Barbarella” (1967) eines der weiblichen Sexsymbole der sechiger Jahre wird.

Gegen Ende der sechziger Jahre macht Jane Fonda als prominente Kämpferin gegen den Vietnam-Krieg von sich reden. In Nord-Vietnam lässt sie sich auf einer Flugabwehrkanone sitzend ablichten, was ihr in der Heimat den Beinamen “Hanoi Jane” einbringt – später bereut sie die Aktion als naive Dummheit. Wegen ihres Engagements gegen den Vietnamkrieg bezichtigt das FBI sie des Landesverrats – sie wird von Veteranen beschimpft und erhält Morddrohungen. Dennoch lässt sie sich in der Sache nicht beirren, kämpft weiter gegen einen ungerechten Krieg und für die medizinische Behandlung und finanzielle Entschädigung der Giftgas-Opfer. 2007 engagiert sich Jane Fonda anlässlich einer Demonstration in Washington öffentlich gegen die US-Invasion im Irak

Im Laufe der nächsten Jahre kann man Jane Fonda in zahlreichen Filmen wie “They Shoot Horses, Don’t They?” (“Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss”, 1969), in “Klute” (1971) neben Donald Sutherland und in “Coming Home” (“Coming Home – Sie kehren heim”, 1977) sehen – für die beiden letzteren erhält sie je einen “Oscar”. In “The China Syndrome” (“Das China-Syndrom”, 1979) agiert Jane Fonda neben Michael Douglas als Reporterin und 1980 steht sie das erste und einzige Mal zusammen mit ihrem Vater Henry Fonda und Katharine Hepburn im Film “On Golden Pound” (“Am goldenen See”) vor der Kamera, wofür Filmlegende Henry Fonda seinen ersten “Oscar” erhält.

In den achtziger Jahren avanciert Jane Fonda zur Frontfrau der Aerobic-Welle – sie bringt Bücher und Videos zu dem Thema heraus und schafft als Star der internationalen Fitness-Welle ein Imperium, dessen Wert auf über sechshundert Millionen Dollar geschätzt wird. Sie dreht noch einige Filme, wie “Nine To Five” (“Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?”, 1980) an der Seite von Dolly Parton und Lily Tomlin, “The Morning After” (“Der Morgen danach”, 1986) mit Jeff Bridges, “El Gringo” (1989) an der Seite von Gregory Peck und “Stanley & Iris” (“Stanley und Iris”, 1990) neben Robert de Niro – 1992 zieht sich die Schauspielerin ganz aus der Filmbranche zurück. Nach fast sechzehn Jahren Pause spielt Jane Fonda 2005 neben Jennifer Lopez in “Monster-in-Law” (“Das Schwiegermonster”) und feiert damit ein beeindruckendes Leinwand-Comeback.

Jane Fonda ist von 1965 bis 1973 mit dem französischen Filmregisseur Roger Vadim verheiratet, mit ihm hat sie Tochter Vanessa. Aus der Ehe mit dem Kameramann Tom Hayden hat sie Sohn Troy und Adoptivtochter Mary Luana, auch diese Ehe wird 1990 geschieden. Zwei Jahre später heiratet die Schauspielerin den Medien-Mogul Ted Turner – die Ehe hält bis 2001.

Zitat: “Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.”

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