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Sie geht in die Filmgeschichte ein als erster weiblicher Star, der seinem Ruhm einem großzügigen Geschenk der Natur verdankt – Jane Russell sorgt in den vierziger Jahren als „Busenstar von Hollywood“ mit einem freizügigen Filmplakat für einen handfesten Skandal. Ihren größten Filmerfolg feiert sie an der Seite ihres blonden Pendants Marilyn Monroe in der Komödie „Blondinen bevorzugt“

Ernestine Jane Geraldine Russell wird am 21. Juni 1921 in Bemidji im US-Staat Minnesota als Tochter eines ehemaligen Armeeoffiziers geboren. Ihre Mutter Geraldine Jacobi steht vor der Ehe als Schauspielerin mit einer Theatertruppe auf der Bühne. Nach ihrem High-School-Abschluss arbeitet Jane Russell zunächst in einer Arztpraxis und nimmt nebenbei Schauspieluntericht in einem „Max-Reinhardt-Theaterworkshop“.

Die schwarzhaarige Schönheit gewinnt bald darauf den schlagzeilenträchtigen Wettbewerb des exzentrischen Multimillionärs Howard Hughes um den „Besten Busen Amerikas“, dieser engagiert sie und macht sie durch ihr Filmdebüt in „The Outlaw“ („Geächtet“ , 1943) zum Filmstar und Sexsymbol. Ihr Busen wird in der Werbung für den Film unübersehbar herausgestellt – „Es gibt zwei gewichtige Gründe diesen Film zu sehen“. Regisseur Howard Hughes fährt mit der Kamera so tief in ihren Ausschnitt, dass die Zensurbehörde eingreift. „Der Busen von Jane Russell hängt über dem Film wie eine Gewitterwolke über der Landschaft“, sagt ein Richter in Baltimore während der jahrelangen Auseinandersetzungen darüber, ob er öffentlich gezeigt werden darf. Erst sechs Jahre später kommt eine zensierte Version des Films in die Kinos – die provozierten Probleme mit der amerikanischen Zensur sind ungemein förderlich für die Publicity von Film und Hauptdarstellerin – Jane Russell wird bei öffentlichen Auftritten bisweilen als „The two and only“ angekündigt.

Pin-up-Fotos von Jane Russell zieren bald die Spinde der GIs im Zweiten Weltkrieg – Soldaten in Korea taufen zwei umkämpfte Hügel auf den Namen „Russell Hills“. Über die Vermarktung ihrer weiblichen Attribute regt sich die konservative Republikanerin und strenggläubige Katholikin, die gerne über Hollywoods Sittenverfall lamentiert, immer wieder auf und zieht zu ihrer Verteidigung den Spruch „Auch Christen können große Titten haben“ heran.

Nach ihrem zweiten Film „Young Widow“ („Der junge Löwe“, 1946) sieht es zunächst so aus, als wird die eben erstandene Sexgöttin wieder in der Versenkung verschwinden – der Film gerät zum Flop an den Kinokassen. Bob Hope holt sie 1948 für „The Paleface“ („Sein Engel mit den zwei Pistolen“) wieder vor die Kamera. Damit beginnt eine Wendung in Jane Russells Karriere, immer häufiger wird sie mit humorvollen Rollen besetzt, so in „Son Of Paleface“ („Bleichgesicht Junior“, 1952), in „Road To Bali“ („Der Weg nach Bali“, 1953), in „His Kind Of Woman“ („Ein Satansweib“, 1951) und in „Macao“ (1952) neben Robert Mitchum.

Ihren größten Filmerfolg feiert Jane Russell neben Marilyn Monroe in „Gentlemen Prefer Blondes“ („Blondinen bevorzugt“, 1953), worin sie auch einige Lieder zum Besten gibt. Sie spielt darin die verlässliche Freundin Dorothy neben der naiven, männerhungrigen Lorelei. Nach ihren Auftritten als feurige Zigeunerin in „Hot Blood“ („Feuer im Blut“, 1956) und rassige Viehtreiberin in „The Tall Men“ („Drei Rivalen“, 1955) geht ihre Hollywood-Laufbahn mit „The Fuzzy Pink Nightgown“ („Traum in Pink“, 1957) schon Ende der fünfziger Jahre dem Ende entgegen. Ihren letzten Filmauftritt hat sie 1967 im Actionfilm „The Green Wave“ („Engel der Hölle“).

Jane Russell wechselt ans Mikrofon und steht in Las Vegas als Sängerin auf der Bühne. Als Fünfzigjährige tritt sie am Broadway in New York noch in Musicals auf und zeigt sich in einer BH-Werbung im Fernsehen lächelnd als „Mädchen mit voller Figur“.

Jane Russell ist dreimal verheiratet – von 1943 bis 1967 mit dem Footballspieler Bob Waterfield, danach mit dem Schauspieler Roger Barrett und von 1974 bis 1999 mit dem Grundstücksmakler John Calvin Peoples. Nach dessen Tod zieht die Schauspielerin zu ihrem jüngsten Sohn ins kalifornische Santa Maria. Dort erinnert die Hollywood-Legende zuweilen mit anderen Senioren in ihrer Show-Revue „The Swinging Forties“ an vergangene Glamour-Zeiten.

Jane Russell engagiert sich mit ihrer Organisation „World Adoption International Fund“ (WAIF) für notleidende und heimatlose Kinder, als Modeschöpferin und Schriftstellerin ist sie ebenfalls erfolgreich – ihre Autobiografie „My Path And Detours“ erscheint 1985.

1991 wird Jane Russell in Berlin mit dem „Goldenen Bären“ für ihr Lebenswerk geehrt.

Jane Russel stirbt am 28. Februar 2011 im kalifornischen Santa Maria an den Folgen einer Atemwegserkrankung.

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