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Der große französische Charakterdarsteller avanciert mit seinem minimalistischen Stil in den dreißiger Jahren zur Ikone des französischen Kinos – spröde, schroff und gefühlvoll wird Jean Gabin als Star des „poetischen Realismus“ gerne in Rollen des wortkargen und melancholischen Gangsters besetzt, hierzulande bleibt er den meisten Zuschauern als Pariser Kommissar Maigret in Erinnerung

Jean Gabin kommt am 17. Mai 1904 als Jean-Alexis Moncorgé im französischen Mériel zur Welt. Der Sohn zweier Varieté-Künstler schlägt sich nach dem Abbruch der Schule sechs Jahre lang mit Gelegenheitsjobs durch. Er arbeitet als Laufbursche, Eisengießer, Magazinverwalter und als Mechaniker, bis ihn seine Eltern davon überzeugen können, eine Bühnenlaufbahn einzuschlagen. Er tritt zunächst als Statist, später als Sänger und Tänzer in der Revue der „Folies Bergéres“ in Paris auf und wird unter anderem durch seine Imitationen von Maurice Chevalier berühmt – auch im berühmten Moulin Rouge feiert er bald Erfolge.

Jean Gabin gibt sein Leinwanddebüt in „Chacun sa chance“ („Jedem seine Chance“, 1931), danach folgt „Les basfonds“ („Nachtasyl“, 1936) und 1937 folgt „La grande illusion“ („Die große Illusion“). Größere Bekanntheit erlangt Jean Gabin dann durch „Pépé le Moko“ („Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier“, 1937), danach folgen „La grande illusion“ („Die große Illusion“, 1937), „Quai des brumes“ („Hafen im Nebel“, 1938) und „La bête humaine“ („Bestie Mensch“, 1938).

Nach der deutschen Besetzung Frankreichs 1941 geht der Jean Gabin in die USA, wo er seiner großen Liebe Marlene Dietrich nach Hollywood folgt und zwei wenig beachtete Filme dreht – danach kehrt er nach Europa zurück und tritt 1943 in die Freien Französischen Streitkräfte ein. Als Panzerkommandant der „Fusiliers marins“ wird er in Afrika eingesetzt und erhält hohe Auszeichnungen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kann Jean Gabin nahtlos an seine Vorkriegserfolge anknüpfen – 1950 sieht man ihn in „La marie du Port“ („Die Marie vom Hafen“), 1954 in „Touchez pas au grisbi“ („Wenn es Nacht wird in Paris“), 1958 in „Les misérables“ („Die Elenden“) und 1958 in „En cas de malheur“ („Mit den Waffen einer Frau“). Legendär sind seine Auftritte als Pariser Kommissar Maigret in „Maigret tend un piège“ („Kommissar Maigret stellt eine Falle“, 1958), in „Maigret et l’affaire Saint-Fiacre“ („Maigret kennt kein Erbarmen“, 1959) und in „Maigret voit rouge“ („Maigret sieht rot“, 1963) nach den Krimi-Romanen des belgischen Schriftstellers Georges Simenon.

Bis in die siebziger Jahre hinein glänzt Jean Gabin mit großen Charakterrollen – er zählt neben Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo und Alain Delon zu den großen französischen Leinwanddarstellern – 1951 wird er auf der Biennale in Venedig mit einem „Coppa Volpi“ für die Rolle des erblindeten Lokomotivführers in Georges Lacombes „La nuit est mon royaume“ („Die Nacht ist mein Reich“) geehrt, 1959 erhält er auf der Berlinale für seine komödiantische Rolle in Giles Grangiers „Archimède, le clochard“ („Im Kittchen ist kein Zimmer frei“) einen „Goldenen Bären“, einen weiteren „Goldenen Bären“ wird ihm 1971 für seine Rolle neben Simone Signoret in „Le chat“ („Die Katze“) überreicht. 1960 wird Jean Gabin zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt und 1976 erhält er den französischen Filmpreis „César“ für sein Lebenswerk.

Jean Gabin ist in erster Ehe mit Gaby Basse verheiratet, 1949 heiratet er Christiane „Dominique“ Fournier – aus der Ehe gehen die drei Kinder Florence, Valérie und Mathias hervor. Der große französische Schauspieler stirbt am 15. November 1976 auf seinem Landsitz in Neuilly-sur-Seine. Fünf Jahre nach seinem Tod wird als Erinnerung an ihn 1981 der „Jean-Gabin-Preis“ ins Leben gerufen.

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