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Mit Auftritten in Filmen wie „Bonjour Tristesse“ und „Außer Atem“ avanciert Jean Seberg in den fünfziger Jahren zur Kult-Ikone der „Nouvelle Vague“ – mit ihrem unkonventionellen Auftreten verkörpert die Amerikanerin einen völlig neuen Frauentypus, der besonders in Europa gut ankommt. Das Leben der talentierten Schauspielerin endet tragisch – jahrelang kursieren Spekulationen über die Umstände ihres frühen Todes

Jean Dorothy Seberg wird als Jean Carlsen am 13. November 1938 in Marshalltown im US-Bundesstaat Iowa als Kind einer Schauspielerin geboren. Während sie an der University of Iowa studiert, wählt sie der Film-Regisseur Otto Preminger 1957 wegen ihres ausdrucksstarken Gesichts und ihrer natürlichen Ausstrahlung aus 18.000 Bewerberinnen für seinen Film „Saint Joan“ („Die heilige Johanna“) aus – sie spielt darin an der Seite von Richard Widmark die Hauptrolle der Jeanne d’Arc.

Schon bald darauf kann man Sean Seberg an der Seite von Deborah Kerr und David Niven im „Nouvelle Vague“-Kultfilm „Bonjour tristesse“ sehen – der Film wird in der damaligen Zeit vom amerikanischen Publikum und von den Filmkritikern als Skandal empfunden, woraufhin sich Jean Seberg von Amerika abwendet und nach Europa geht.

1959 spielt Sean Seberg in der britischen Filmkomödie „The Mouse That Roared“ („Die Maus, die brüllte“) neben Peter Sellers, danach dreht sie mit Jean-Paul Belmondo den „Nouvelle Vague“-Klassiker „À bout de souffle“ („Außer Atem“, 1960) – der Film bringt ihr 1962 bei den „British Film Academy Award“ eine Nominierung als „Beste ausländische Darstellerin“ ein. Über Nacht avanciert Jean Seberg zum Star und zur Stil-Ikone des neuen französischen Films.

In den folgenden Jahren dreht Jean Seberg weitere Filme – unter anderem „Lilith“ (1964) neben Warren Beatty, „Échappement libre“ („Der Boß hat sich was ausgedacht“, 1964) mit Jean-Paul Belmondo und Gert Fröbe, den Episodenfilm „Les plus belles escroqueries du monde“ („Die Frauen sind an allem schuld“, 1964) neben Jean-Pierre Cassel und Catherine Deneuve, „La ligne de demarcation“ („Die Demarkationslinie“, 1966), „La route de Corinthe“ („Die Straße nach Korinth“, 1968), „Paint Your Wagon“ („Westwärts zieht der Wind“, 1969) mit Lee Marvin und Clint Eastwood, „Macho Callahan“ (1970), „Airport“ (1970) neben Burt Lancaster, Dean Martin und Jacqueline Bisset und „Andersons Rache“ (1974) mit Kirk Douglas. Ihren letzten Filmauftritt hat Jean Seberg an der Seite von Bruno Ganz und Anne Bennent in Hans W. Geissendörfers Verfilmung des Schauspiels „Die Wildente“ von Henrik Ibsen.

In den sechziger Jahren engagiert sich Sean Seberg für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner und die „Black Panther“-Bewegung, wofür sie zeitweise vom FBI überwacht wird.

Jean Seberg ist dreimal verheiratet – von 1958 bis 1960 mit dem französischen Anwalt und Drehbuchautoren François Moreuil, von 1962 bis 1970 mit dem Schriftsteller Romain Gary – aus der Ehe geht Sohn Alexandre Diego hervor – und von 1972 bis zu ihrem Tod mit dem Filmemacher Dennis Berry. Eine vierte 1979 geschlossene Ehe mit dem Algerier Ahmed Hasni bleibt rechtlich ohne Belang, da die Schauspielerin noch nicht von Dennis Berry geschieden ist.

Jean Seberg stirbt am 8. September 1979 im Alter von vierzig Jahren an einer Überdosis Schlaftabletten – sie wird tot auf dem Rücksitz ihres Wagens aufgefunden, in der Hand einen Zettel „Vergib mir. Ich kann nicht länger leben mit meinen Nerven“. Die Umstände ihres Suizids bleiben mysteriös, jahrelang kursieren zahlreiche Verschwörungstheorien. Doch der Selbstmord der Schauspielerin ist absehbar – bereits vorher versucht sich Jean Seberg mehrere Male das Leben zu nehmen, mehrmals wird sie in Kliniken wegen schwerer Depressionen behandelt, zuletzt ist sie oft geistig verwirrt und trinkt zu viel.

Jean Seberg ist auf dem Pariser Cimetière Montparnasse beigesetzt.

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