Famous People » Politiker » John F. Kennedy

John F. Kennedy ist eine Ikone des zwanzigsten Jahrhunderts, mit Charisma und blendenden Aussehen erobert er die Herzen der westlichen Welt und wird zu Beginn der sechziger Jahre wie ein Popstar gefeiert – in seine Amtszeit als US-Präsident fallen Ereignisse wie die Kuba-Krise, der Berliner Mauerbau sowie die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner, um seinen frühen Tod ranken sich bis heute zahlreiche Legenden

John Fitzgerald „Jack“ Kennedy wird am 29. Mai 1917 in Brookline im US-Bundesstaat Massachusetts als zweiter Sohn des irisch-stämmigen Joseph P. Kennedy und Rose Fitzgerald Kennedy geboren und wächst mit acht Geschwistern in privilegierten und wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Großvater mütterlicherseits ist der demokratische Politiker John F. Fitzgerald, seine jüngeren Brüder Robert und Edward spielen ebenfalls als amerikanische Politiker eine bedeutende Rolle.

Als Kind kränkelt John F. Kennedy und im Gegensatz zu seinem älteren und sportbegeisterten Bruder Joseph jr. gilt er als introvertiert. Dass seine Söhne eines Tages in die Politik gehen, steht für seinen ehrgeizigen Vater, der Inhaber eines Investment-Unternehmens ist, außer Frage. Mit drakonischen und aus heutiger Sicht zweifelhaften Erziehungsmethoden wird den Kindern des Clans früh beigebracht, dass es im Leben ausschließlich darum geht zu gewinnen. Den Sommer verbringt die Familie in ihrem Haus in Hyannisport in Massachusetts und die Weihnachtstage in Palm Beach in Florida.

John F. Kennedy besucht verschiedene Privatschulen und ab 1931 das Internat Choate School, 1935 beendet er die Schule und reist mit seiner Schwester und seinen Eltern nach England, um sich dort an der London School Of Economics für ein Volkswirtschaftsstudium einzuschreiben. Aufgrund seiner schwachen Gesundheit kehrt er bald in die USA zurück – von 1936 bis 1940 studiert er Politik an der Harvard University.

Während seines Studiums bereist John F. Kennedy das kurz vor dem Krieg stehende Europa – in einem Tagebuch kommentiert er die politische Lage in Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland. 1937 wird sein Vater zum Botschafter der USA in Großbritannien ernannt, was John F. Kennedy Zugang zur englischen High-Society ermöglicht – in jenen Jahren genießt er bei Bällen, Regatten und Rennen die Sorglosigkeit der britischen Upper-Class.

1939 beendet John F. Kennedy sein Studium mit der Abschlussarbeit „Appeasement in München: Das zwangsläufige Ergebnis der Langsamkeit der britischen Demokratie bei der Abkehr von einer Politik der Abrüstung“ – die Arbeit wird später unter dem Titel „Why England Slept“ veröffentlicht.

Zum Kriegseintritt der USA 1941 meldet sich John F. Kennedy freiwillig zur US-Armee – durch die Kontakte seines Vater wird er trotz seiner mangelnden Gesundheit bei der US-Marine angenommen. Wegen seines heldenhaften Einsatzes – unter anderem rettet er einem Kameraden nach einem japanischen Angriff das Leben – wird er mehrfach ausgezeichnet und als Kriegsheld gefeiert.

John F. Kennedys älterer Bruder Joseph kommt bei einem Flugeinsatz über dem Ärmelkanal ums Leben und fortan ruhen auf ihm die Hoffnungen des ambitionierten Vaters auf eine politische Karriere, womit dieser nichts weniger als das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten meint. Nach dem Krieg arbeitet John F. Kennedy als Journalist – unter anderem berichtet er von der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen in San Francisco und von der Potsdamer Konferenz. 1946 gelingt ihm mit Unterstützung seines Vaters der Einzug ins US-Repräsentantenhaus.

1952 wird John F. Kennedy zum Senator für Massachusetts gewählt, womit die erste Hürde zur US-Präsidentschaft überwunden ist. Weil ein unverheirateter Mann in den USA nicht zum Präsidenten gewählt wird, heiratet John F. Kennedy 1953 in Newport im US-Bundesstaat Rhode Island die Journalistin Jacqueline Lee Bouvier – mit ihrem kultivierten Auftreten und ihrer modisch-eleganten Erscheinung trägt die spätere „Jackie O.“ nicht unwesentlich zum Erfolg ihres Mannes bei. Aus der Ehe – die durch zahlreiche Affären John F. Kennedys überschattet wird – gehen die Kinder Caroline, John und Patrick, der kurz nach der Geburt stirbt, hervor.

Das Leben John F. Kennedys ist durch zahlreiche gesundheitliche Einschränkungen geprägt, die aber Zeit seines Lebens möglichst geheim gehalten werden – wegen einer Immunkrankheit ist er anfällig für Infektionen, er hat chronische Rückenschmerzen und leidet an einer Darmerkrankung. Während seiner Zeit als US-Senator muss er sich zwei schweren Rückenoperationen unterziehen – während seiner Genesung schreibt er das Buch „Profiles In Courage“, wofür er mit dem „Pulitzer-Preis“ ausgezeichnet wird. Erst später stellt sich heraus, das das Buch von einem Ghostwhriter verfasst wurde.

Nachdem John F. Kennedy 1956 noch vergeblich versucht, ins Weiße Haus einzuziehen, gelingt es ihm 1960 als demokratischer Präsidentschaftsbewerber die US-Wahlen zu gewinnen – Anfang 1961 wird er als bislang jüngster und erster katholischer US-Präsident in das Amt eingeführt. In seiner Antrittsrede formuliert er den berühmten Satz: „Ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country“ („Fragen Sie nicht, was Ihr Land für Sie tun kann – fragen Sie, was Sie für Ihr Land tun können“).

In die Amtszeit John F. Kennedys fallen einschneidende außenpolitische Ereignisse wie das das Scheitern der US-Truppen in der kubanischen Schweinebucht, die schwelenden Unruhen in Vietnam und die Verstärkung des US-Militärs dort sowie der Bau der Berliner Mauer. Die Bewältigung der Kubakrise – in welcher die Sowjetunion direkt vor der amerikanischen Haustür Atomwaffen stationiert und die Welt für einige Tage am Rande eines Atomkrieges steht – gilt als größter außenpolitischer Erfolg des jungen Präsidenten.

Abgesehen von einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes und der Verbesserung der Wohnverhältnisse kann John F. Kennedy in seiner kurzen Amtszeit als Präsident innenpolitisch keine nennenswerten Erfolge erzielen. Er spricht oft vom Frieden, führt jedoch die größte Aufrüstung in Friedenszeiten durch, die die USA bis dahin erlebt. Seine nepotische Art der Ämtervergabe – er ernennt seinen Bruder Robert F. Kennedy zum Justizminister – wird später in den USA gesetzlich verboten.

1963 besucht John F. Kennedy als erster amerikanischer Präsident deutschen Boden und wird begeistert empfangen – in West-Berlin spricht er am Schöneberger Rathaus an der Seite des damaligen Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“. Den durch den Mauerbau zutiefst verunsicherten Berlinern spricht er weiterhin die Unterstützung der USA als alliierte Schutzmacht zu.

Am 22. November 1963 wird John F. Kennedy auf einer Wahlkampftour im texanischen Dallas mit mehreren Gewehrschüssen während einer Fahrt im offenen Wagen ermordet. Kurz nach dem Attentat wird der mutmaßliche Verdächtige Lee Harvey Oswald verhaftet, der wiederum zwei Tage später – noch bevor es zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kommt – von einem Nachtclub-Besitzer im Keller eines Polizeigebäudes erschossen wird.

An der Trauerfeier des verstorbenen US-Präsidenten nehmen schätzungsweise eine knappe Million Menschen teil – John F. Kennedy wird auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Zahlreiche Legenden und Verschwörungstheorien ranken sich in den folgenden Jahren um den Tod John F. Kennedys – wer für das Attentat verantwortlich ist, bleibt bis heute ungeklärt. Neben der CIA, dem FBI und dem Secret Service werden auch die Mafia, Exil-Kubaner und Fidel Castro selbst mit dem Mord in Verbindung gebracht.

In den vergangenen Jahrzehnten bildet sich ein regelrechter Mythos um „JFK“ – 2009 ergibt eine Umfrage, dass US-Bürger John F. Kennedy als größten amerikanischen Präsident neben Abraham Lincoln betrachten.

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