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Er gilt als Inbegriff des Cowboys, verkörpert als Western-Ikone amerikanische Träume und ist bereits zu Lebzeiten eine Legende – in Filmen wie „Red River“, „Der schwarze Falke“ und „Rio Bravo“ agiert er mit Bravour und Überzeugungskraft als Sheriff, Marschall oder Kommandeur und avanciert in seiner knapp fünfzigjährigen Karriere zur archetypischen Figur der amerikanischen Filmgeschichte. John Wayne – in den USA auch „The Duke“ genannt – zählt zu den einflussreichsten, erfolgreichsten und bestbezahlten Darstellern seiner Zeit

John Wayne wird am 26. Mai 1907 in Winterset im US-Bundesstaat Iowa als Marion Robert Morrison geboren – er ist der Sohn von Clyde Leonard Morrison und dessen Frau Mary Alberta und wächst mit einem Bruder im ländlichen Iowa auf. 1911 siedelt die Familie nach Kalifornien, wo sein Vater eine Apotheke betreibt. John Wayne besucht in Glendale die Highschool und überzeugt dort mit sportlichen Leistungen. Nach der Schulzeit arbeitet er zunächst als Obstpflücker, Lastwagenfahrer und Eisverkäufer – mit Hilfe eines Stipendiums studiert er an der University Of Southern California Wirtschaftswissenschaften und Jura. Nach einem Unfall sieht sich er sich gezwungen, seine Sportkarriere zu beenden. Auch sein Studium gibt er auf – 1926 beginnt er stattdessen in den Filmstudios der Umgebung als Kulissenträger und Requisiteur zu arbeiten, Jobs, die ihm unter anderem der bekannte Westernstar Tom Mix vermittelt. 1926 steht John Wayne – noch als Marion Morrison – das erste Mal als Komparse vor der Kamera, wenig später nimmt er den Künstlernamen John Wayne an.

Nach zahlreichen Komparsen-Auftritten wird John Wayne 1930 von Regisseur Raoul Walsh entdeckt und wegen seiner stattlichen Erscheinung 1930 im ersten Western-Epos der Tonfilm-Zeit „The Big Trail“ („Der große Treck“) in einer seiner ersten Hauptrollen besetzt. Bis zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg folgen zahlreiche weitere Western in denen John Wayne stets die Hauptrolle spielt. Wegen seines Alters und einer früheren Sportverletzung wird er während des Zweiten Weltkrieges nicht eingezogen. Dass er sich nicht freiwillig verpflichtet – wie sein älterer Kollege Clark Gable – bringt ihm später Kritik ein. Sein Aufstieg zum führenden Hollywoodstar ist auch darauf zurückzuführen, dass während der Kriegsjahre zahlreiche Kollegen nicht zur Verfügung stehen.

Während des Zweiten Weltkrieges ist John Wayne in diversen Kriegs- und Propagandafilmen zu sehen – unter anderem in „The Long Voyage Home“ („Der lange Weg nach Cardiff“, 1940), „Reunion In France“ (1942) mit Joan Crawford, „The Fighting Seabees“ („Alarm im Pazifik“, 1944) und „Back To Bataan“ („Stahlgewitter“, 1945) mit Anthony Quinn. Auch sieht man ihn in „Seven Sinners“ („Das Haus der sieben Sünden“, 1940) und „The Spoilers“ („Die Freibeuterin“, 1942) mit Marlene Dietrich sowie im Western-Klassiker „Ringo“ (1939).

Nach dem Ende des Krieges setzt John Wayne seine Filmkarriere fort, die bis in die siebziger Jahre hineinreicht – in zahlreichen Western-, Abenteuer- und Kriegsfilmen festigt er sein Image als überlebensgroße Figur der amerikanischen Filmgeschichte. Er spielt unter anderem an der Seite von Montgomery Clift, Maureen O’Hara, Robert Mitchum, Dean Martin, William Holden, Charles Bronson, Clint Eastwood, Lauren Bacall, James Stewart, Loretta Young, Katharine Hepburn, Richard Attenborough, Rod Taylor, Rock Hudson, Kirk Douglas, Senta Berger, Charlton Heston, Martin Landau, Claudia Cardinale, Rita Hayworth, Henry Fonda, Paul Anka, Richard Burton, Hardy Krüger, Richard Widmark, Stewart Granger, Sophia Loren, Natalie Wood, Vera Miles, Shirley Temple, Anita Ekberg, Lana Turner und Geraldine Page. 1970 wird John Wayne für seine Darstellung in „True Grit“ („Der Marshall“) mit einem „Oscar“ geehrt. John Wayne ist einer der wenigen Hollywood-Stars, die über einen Zeitraum von fast fünfzig Jahren grundsätzlich Hauptrollen spielen – zwischen 1930 und 1976 ist er stets an erster Stelle der Besetzungsliste zu finden.

John Wayne ist amerikanischer Patriot und fühlt sich traditionellen Wertvorstellungen verpflichtet, die er in seinen zahlreichen Filmen personifiziert – als überzeugter Republikaner setzt er sich unter anderem für die Präsidentschaftskandidatur seines Schauspielkollegen Ronald Reagan ein. In den siebziger Jahren während des Vietnam-Krieges avanciert er bei Linksintellektuellen und Pazifisten zur Reizfigur. Um den Vietnamkrieg zu unterstützen, dreht er 1968 den Propagandafilm „The Green Berets“ („Die grünen Teufel“). John Waynes reaktionäres Weltbild ist frei von Drückebergern und Subversiven – auch verachtet er Homosexuelle und Schwarze. Als aufrechter Amerikaner verkündet er voller Überzeugung: „Ich danke Gott für jeden Tag, in dem ich in Amerika aufwachsen darf“. Jahre nach seinem Tod stellt sich heraus, dass er während der McCarthy-Ära in den fünfziger Jahren diverse Kollegen denunziert, denen er kommunistische Ideen unterstellt.

In seinen letzten drei Lebensjahren tritt John Wayne nicht mehr vor die Filmkamera – 1979 hat er während der „Oscar“-Verleihung seinen letzten öffentlichen Auftritt.

John Wayne ist dreimal verheiratet – von 1933 bis 1945 mit Josephine Alcia Saenz, mit der er vier Kinder hat, von 1946 bis 1954 mit Esperanza Baur und von 1954 bis zu seinem Tod mit Pilar – aus der letzten Ehe gehe drei Kinder hervor. Drei seiner Söhne steigen ebenfalls ins Filmgeschäft ein. Kurz vor seinem Tod konvertiert John Wayne zum katholischen Glauben.

John Wayne stirbt am 11. Juni 1979 in Los Angeles an den folgen eines Krebsleidens. Er wird auf dem Friedhof Pacific View Memorial Park im kalifornischen Corona del Mar anonym beigesetzt. Nach seinem Tod wird der Flughafen von Orange County nach ihm benannt.

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