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Er ist ein Universalgenie und zählt weltweit zu den bekanntesten Deutschen – mit Eloquenz und Humor verblüfft Karl Lagerfeld immer wieder mit provokanten und witzigen Bemerkungen, er wird für seine Kreationen mit den renommiertesten Ehrungen bedacht und gilt seit Jahrzehnten als unumschränkte Leitfigur der internationalen Modeszene

Karl Otto Lagerfeld wird am 10. September 1933 als Sohn des Dosenmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeldt und dessen Frau Elisabeth in Hamburg geboren und wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf.

1934 erwerben seine Eltern das ehemalige Landgut Bissenmoor bei Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein, wohin die Familie übersiedelt und mit wenigen Unterbrechungen bis 1949 wohnt. Karl Lagerfeld geht zunächst in Bad Bramstedt zur Schule – ehemalige Mitschüler erinnern sich noch an die Kodderschnauze von „Karlchen Glücksklee“ – danach besucht er in Hamburg die Bismarckschule.

1953 geht Karl Lagerfeld mit seiner Mutter nach Paris, wo er eine Privatschule und dann das Lycée Montaigne besucht. Mit sechzehn Jahren beschert ihm der erste Preis des „Internationalen Wollsekretariats“ für einen Mantelentwurf eine Schneiderlehre im Haus Pierre Balmain – im selben Wettbewerb gewinnt sein späterer Rivale Yves Saint Laurent einen Preis in der Kategorie Abendkleid. 1958 wechselt Karl Lagerfeld zu Jean Patou, wo er von 1958 bis 1963 Künstlerischer Direktor ist, bereits nach einem Jahr ist er freiberuflich auch für Modehäuser wie Mario Valentino und Krizia tätig. 1964 beginnt er ein dreijähriges Kunststudium.

Von 1963 bis 1978 entwickelt Karl Lagerfeld als künstlerischer Direktor für Chloé diverse Kollektionen – große Anerkennung bringt ihm 1972 eine aus Schwarz-Weiß-Drucken mit asymmetrischem Schnitt bestehende Deco-Kollektion ein. 1978 bis 1983 ist er selbständig für verschiedene Unternehmen tätig.

Seit 1983 ist Karl Lagerfeld Chefdesigner im Haus Chanel. Den ohnehin modernen Stil von Coco Chanel erfindet er neu – er stilisiert das doppelte „C“ zum Aushängeschild und macht die Kollektionen zu Kultstücken der Yuppi-Ära. Nebenher entwirft er Kollektionen für das italienische Pelzhaus Fendi.

Von 1980 bis 1984 ist Karl Lagerfeld als Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig. 1984 gründet er sein eigenes Label, das für extravagante Strickmode bekannt wird. Nach der Zusammenarbeit mit dem Modehaus Steilmann entwirft Karl Lagerfeld eine Damen-Kollektion für das Versandhaus Quelle, eine kostengünstige Mode-Kollektion für den schwedischen Mode-Discounter Hennes & Mauritz und für die amerikanischen Kaufhaus-Kette Macy’s eine Damenmode-Linie. Für das österreichische Atelier Swarovski entwirft er Armreife, Halsketten und Broschen, er designt Motorradhelm-Modelle, eine neu Coca-Cola-Flasche und einmalig die Titelseite der französischen Tageszeitung Libération. 2010 betätigt sich Karl Lagerfeld beim Satire-Magazin Eulenspiegel als Karikaturist.

Auch als Kostümbildner macht sich Karl Lagerfeld einen Namen – er entwirft Kostüme für diverse Opern- und Theateraufführungen in Genua, Wien, Florenz, Mailand und Salzburg. 1987 entdeckt er die Fotografie als neues Betätigungsfeld – für seine klassischen Schwarzweiß-Porträts wird er weltweit gefeiert.

Nach dem Tod seines an Aids erkrankten Partners Jacques de Bascher 1989 lebt Karl Lagerfeld heute allein. Der auch „Kaiser Karl“ genannte Hamburger gilt als disziplinierter Workaholic mit hoher Allgemeinbildung – seine Privatbibliothek umfasst tausende Bücher.

Karl Lagerfeld lebt seit Jahrzehnten in Paris, besitzt aber auch Wohnungen in Monte Carlo, Rom und New York sowie ein Haus an der Hamburger Außenalster.

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