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In Rollen von zwielichtigen und oft schmierigen Typen spielt er in über zweihundert Film- und Fernsehrollen mit und ist Gast in zahlreichen Krimi- und Unterhaltungsserien – Karl Lieffen zählt in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den populärsten Bühnen- und Filmschauspielern des Landes

Karl Lieffen wird als Carel František Lifka am 17. Mai 1926 im tschechischen Osek geboren. Der Sohn eines Beamten und einer Köchin erhält bereits als Achtjähriger vom Dorflehrer ersten Geigenunterricht. Als die Deutschen die Tschechoslowakei besetzen entscheidet sich sein Vater, dass der Junge die Heeresmusikschule in Bückeburg besuchen solle – mit einem Selbstmordversuch erzwingt Karl Lieffen 1939 das vorzeitige Ausscheiden aus der Schule und nimmt statt dessen Schauspielunterricht an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Braunschweig – nebenher studiert er weiterhin Violine. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird Karl Lieffen zur Armee einberufen und gerät in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er fliehen und untertauchen kann. Seinen tschechischen Namen ändert er bald in „Karl Lieffen“ um.

Nach dem Ende der Kriegsgefangenschaft debütiert Karl Lieffen 1946 als Theaterschauspieler in Freiburg im Breisgau – Engagements in Wiesbaden, München und Frankfurt folgen. Er spielt Theater unter Regisseuren wie Bertolt Brecht, Fritz Kortner, Harry Buckwitz und Hans Schweikart – ab 1975 gehört Karl Lieffen zum Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels München.

1949 gibt Karl Lieffen sein Leinwanddebüt mit einer kleinen Nebenrolle in „Begegnung mit Werther“ – bundesweite Popularität erlangt er dann durch Rollen in Filmen wie „Der Bettelstudent“ (1956), „Haie und kleine Fische“ (1957) mit Hansjörg Felmy und Horst Frank, „Wir Wunderkinder“ (1958) an der Seite von Johanna von Koczian und Elisabeth Flickenschildt, „Ein Tag, der nie zu Ende geht“ (1959) mit Ruth Leuwerik, „Nick Knattertons Abenteuer“ (1958), „Ein Mann geht durch die Wand“ (1959) mit Heinz Rühmann, Billy Wilders „One, Two, Three“ („Eins, zwei, drei“, 1961) an der Seite von Lilo Pulver, Horst Buchholz und James Cagney, „Dem Täter auf der Spur“ (1967 bis 1973) der Kempowski-Verfilmung „Tadellöser & Wolff“ (1975) neben Edda Seippel. 1994 spielt er seine letzte Fernseh-Hauptrolle in der Krimiserie „Lutz & Hardy“ mit Hans Korte als Partner. Zuletzt ist der Schauspieler 1995 neben Iris Berben in „Rennschwein Rudi Rüssel“ und ein Jahr später an der Seite von Axel Milberg in „Rohe Ostern“ zu sehen.

1974 veröffentlicht Karl Lieffen seine Erinnerungen „Was fällt Ihnen ein, Lieffen“ und im gleichen Jahr spielt er in der ersten Folge der Krimiserie „Derrick“ mit und wird auch für die letzte Folge 1998 engagiert – es ist seine letzte Film- und Fernsehrolle.

1991 wird Karl Lieffen der Titel des „Bayerischen Staatsschauspielers“ verliehen.

Karl Lieffen stirbt am 13. Januar 1999 im oberbayrischen Starnberg an den Folgen eines Krebsleidens – die letzte Ruhestätte des Schauspielers befindet sich in Schäftlarn im Landkreis München.

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Ein Kommentar zu “Karl Lieffen”

  1. Ralf sagt:

    Hallo,

    kleine Anmerkung: Karl Lieffen wurde am 17.Mai 1926 geboren.

    Gruss

    Ralf

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