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Er ist Sinnsucher, Romancier, großartiger Songschreiber und eine der Kultfiguren der Beat-Generation – mit seinen zeitlosen schönen Liedern begeistert Leonard Cohen seine weltweite Fangemeinde, er beeinflusst zahlreiche nachfolgende Musiker und schenkt uns mit „Hallelujah“ einen vielfach gecoverten Klassiker

Leonard Cohen kommt am 21. September 1934 im kanadischen Montreal zur Welt und wächst in einer jüdischen Familie der gehobenen Mittelschicht auf. Sein Vater – ein Ingenieur und Teilhaber einer Textilfirma – stirbt als er neun Jahre alt ist, sein Großvater mütterlicherseits ist ein bedeutender Talmudforscher, sein Großvater väterlicherseits Gründer des „Canadian Jewish Congress“.

Mit dreizehn Jahren lernt Leonard Cohen das Gitarrenspiel und hat erste Auftritte in Cafés, als Student spielt er in der Country-Folk-Band „The Buckskin Boys“. An der Universität engagiert er sich in einem Debattierclub, strebt zunächst eine Karriere als Schriftsteller an und gewinnt noch vor seinem Abschluss den „McNaughton-Preis“ für kreatives Schreiben. Schon bald veröffentlicht er erste Werke – wie den Gedichtband „Let Us Compare Mythologies“ (1956) und „The Spice-Box Of Earth“ (1961). Die Einnahmen durch seine Bücher ermöglichen es ihm, Reisen durch Europa zu unternehmen – er lässt sich einige Jahre auf der griechischen Insel Hydra nieder, wo er die Erzählungen „The Favourite Game“ (1963), „Beautiful Losers“ (1966) und den Gedichtband „Flowers For Hitler“ (1964) schreibt.

1967 geht Leonard Cohen nach New York, um dort eine Karriere als Folksänger und Songwriter zu beginnen – er wohnt unter anderem im legendären Chelsea Hotel, wo auch andere Berühmtheiten der damaligen Zeit absteigen. Dem Hotel setzt er in seinem Song „Chelsea Hotel No. 2″ – einem Lied über seine Beziehung zu Janis Joplin – ein Denkmal.

Sein Debüt als Sänger gibt Leonard Cohen 1967 auf dem Newport Folk Festival. Kurze Zeit später erscheint sein erstes Album „Songs Of Leonard Cohen“ – Songs daraus wie „Suzanne“, „Sisters Of Mercy“ und „So Long“ entwickeln sich im Laufe der Jahre zu Klassikern und werden später von Künstlern wie Cocker, Jennifer Warnes, „REM“, Johnny Cash, John Cale, Rufus Wainwright, „Bon Jovi“ und k.d. Lang gecovert.

Mit steigendem Erfolg als Musiker gibt Leonard Cohen das Schreiben bald auf. 1969 erscheint das Nachfolgealbum „Songs From A Room“, Titel daraus wie „Bird On The Wire“ treffen besonders in Europa den Nerv der Zeit und verkaufen sich außergewöhnlich gut. Das folgende Album „Songs Of Love And Hate“ (1971) wird vom Publikum nicht mehr so begeistert aufgenommen. Erst mit „The Best Of Leonard Cohen“ (1975) kann er wieder an die Erfolge der ersten Tage anknüpfen.

Die Musik von Leonhard Cohen ist ganz in seinem Sinne nicht für den Massengeschmack gemacht. Dunkle Arrangements und ein monotoner, wenig Abwechslung bietender Gesang, der die Tiefen der menschlichen Psyche auslotet, verleihen den meisten seiner Songs einen depressiven Charakter – einige Kritiker meinen, zusammen mit seinen Alben könne man auch gleich Rasierklingen mitliefern.

1979 erscheint das Album „Recent Songs“, darauf wendet sich Leonhard Cohen religiösen Themen zu, welches im 1984 veröffentlichten Album „Various Positions“ seinen Höhepunkt erreicht – das zahlreich gecoverte „Hallelujah“ entwickelt sich mit der Zeit zum Klassiker.

Die amerikanische Sängerin Jennifer Warnes bringt 1987 ein Album heraus, auf dem sich lediglich Songs von Leonard Cohen befinden – „Famous Blue Raincoat“ entwickelt sich zum Geheimtipp und Leonard Cohen veröffentlicht ein Jahr später „I’m Your Man“. Auf diesem Album befindet sich auch das viele Male gecoverte „First We Take Manhattan“.

Nach dem 1992 erscheinenden Albums „The Future“ zieht sich Leonard Cohen bis 1996 in ein buddhistisches Kloster zurück, wo er Zen-Meditation betreibt. 2001 veröffentlicht er das Album „Ten New Songs“, 2004 „Dear Heather“ und 2006 „Blue Alert“. 2008 wird er in die „Rock’n Roll Hall Of Fame“ aufgenommen – die Laudatio auf ihn hält sein Freund und Verehrer Lou Reed.

2008 begibt sich der vierundsiebzigjährige Leonard Cohen erstmals nach fünfzehn Jahren auf eine umfangreiche Tournee – auch aus finanziellen Gründen. 2014 veröffentlicht er zu seinem achtzigsten Geburtstag das Album „Popular Problems“ und 2016 erscheint sein letztes Album „You Want It Darker“.

Leonard Cohen stirbt am 7. November 2016 im Alter von zweiundachtzig Jahren in Los Angeles an den folgen eines Unfalls – er wird in Montreal beigesetzt.

Die „New York Times“ würdigt ihn als „einen der bedeutendsten Songschreiber der Zeit“, Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sagt „Leonard, die Musik von niemand anderem klang oder hat sich so angefühlt wie deine“ und der Bürgermeister von Montreal schreibt: „Heute haben wir einen unserer größten Botschafter und Ikonen verloren.“ Die Fahnen in Montreal werden auf Halbmast gesetzt.

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