Famous People » Schauspieler » Lino Ventura

Für den wortkargen Italiener mit der eindrucksvollen Statur und der markanten Physiognomie sind kantige Leinwandtypen die Paraderollen – Lino Ventura steht unter führenden Regisseuren in mehr als siebzig Kinoproduktionen mit den großen Stars der Zeit vor der Kamera und gehört jahrelang zu den gefragtesten Schauspielern des europäischen Kinos

Lino Ventura kommt am 14. Juli 1919 als Angiolino Giuseppe Pasquale Ventura im italienischen Parma zur Welt. Er ist der Sohn von Giovanni Ventura und Luisa Borrini – im Alter von zehn Jahren ziehen seine Eltern mit ihm nach Paris. Nach dem Schulbesuch arbeitet er zunächst als Hotelpage, Mechaniker, Handelsvertreter und Büroangestellter, bevor er für sich den Ringsport entdeckt. Als Profi-Ringer wird er 1950 Europameister – wegen einer Beinverletzung muss er diese Karriere jedoch schon wenig später aufgeben. Danach betätigt er sich als Wettkampf-Organisator, durch die Vermittlung eines Bekannten erhält er 1953 an der Seite von Jean Gabin und Jeanne Moreau eine Rolle als Leibwächter im Kriminalfilm „Touchez pas au grisbi“ („Wenn es Nacht wird in Paris“). Von da an wird er immer öfter in kleineren Nebenrollen besetzt, gibt seine bisherige Beschäftigung auf und entscheidet sich ohne größere Erfahrung für den Beruf des Schauspielers.

Ab den fünfziger Jahren kann man Lino Ventura in diversen Filmen wie „Ascenseur pour l’échafaud“ („Fahrstuhl zum Schafott“, 1958) neben Jeanne Moreau, „Classe tous risques“ („Der Panther wird gehetzt“, 1960) mit Jean-Paul Belmondo, „Un Taxi pour Tobrouk“ („Taxi nach Tobruk“, 1960) an der Seite von Hardy Krüger und Charles Aznavour, „Il giudizio universale“ („Das Jüngste Gericht findet nicht statt“, 1961) neben Silvana Mangano und Vittorio Gassman, „Die Dreigroschenoper“ (1962) mit Curd Jürgens, Gert Fröbe, Hilde Hildebrand und Hildegard Knef, „Le deuxiéme souffle“ („Der zweite Atem“, 1966), „Le clan des Siciliens“ („Der Clan der Sizilianer“, 1969) neben Alain Delon und Jean Gabin, „L’emmerdeur“ („Die Filzlaus“, 1971) mit Jacques Brel, „The Medusa Touch“ („Der Schrecken der Medusa“, 1978) neben Richard Burton, „Espion, lève-toi“ („Der Maulwurf“, 1981) mit Michel Piccoli und „Garde à vue“ („Das Verhör“, 1981) an der Seite von Romy Schneider und Michel Serrault sehen. Seinen letzten Filmauftritt hat Lino Ventura 1986 in der kanadisch-US-amerikanische Fernsehproduktion „Sword Of Gideon“ („Gesetz des Terrors“).

Der politisch konservative Schauspieler führt mit seiner Frau Odette Lecomte über vier Jahrzehnte eine Ehe ohne Schlagzeilen. In den achtziger Jahren gründet er mit ihr – veranlasst durch die schwere Behinderung der jüngsten Tochter – die Stiftung „Perce-Neige“ („Schneeglöckchen“), die Spenden für die Einrichtung von Behindertenheimen sammelt.

Lino Ventura stirbt am 22. Oktober 1987 im Alter von achtundsechzig Jahren in Paris an den Folgen eines Herzinfarktes. Schon damals eine lebende Legende und laut Umfragen der populärste Darsteller seines Heimatlandes, folgen seinem Sarg Tausende durch die Straßen von Paris. Er wird auf dem Friedhof von Val-Saint-Germain beigesetzt.

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