Lotte Lehmann

Die gefeierte amerikanische Sopranistin Lotte Lehmann wurde von ihrem bürgerlichen Vater in der Praxis gefördert, doch sie war entschlossen, Gesang zu studieren. Nach einigen katastrophalen Erfahrungen fand sie schließlich in Mathilde Mallinger eine geeignete Lehrerin und erhielt nach weniger als einem Jahr Studium bei ihr 1910 einen Lehrlingsvertrag an der Hamburger Oper. Zunächst ungeschickt und ungeschickt, wechselte sie schnell in wichtige Rollen und sang 1914 zum ersten Mal an der Wiener Hofoper. Es war auch 1914, als Lotte Lehmann die erste ihrer über 500 Aufnahmen machte.

In Wien fand Lotte Lehmann ihre wahre künstlerische Heimat. Richard Strauss hörte sie als Zweitbesetzung für die Rolle des Komponisten in seiner Oper Ariadne auf Naxos und wählte sie zur Uraufführung. Danach sang sie Uraufführungen anderer Strauss Opern sowie Wiener Uraufführungen von Pucinni. Ihre gesamten Opernrollen: 93!

Während ihrer Zeit in Wien begann Lotte Lehmann Lieder zu singen. Obwohl sie später behauptete, dieser anspruchsvollen Kunst zu diesem Zeitpunkt ihrer Entwicklung nicht gerecht zu werden, nahm sie damals Lieder auf, und trotz der kitschig klingenden Orchesterbegleitung klingt Lehmann natürlich und unbeeinflusst. Ihre Aufnahmen von Wagners Die Walküre und Der Rosenkavalier von Strauss wurden von den Kritikern ihrer Zeit hoch geschätzt und gelten als Klassiker unserer Zeit.

1934 sang Lotte Lehmann ihr Debüt an der Met in ihrer Lieblingsrolle: Sieglinde in Die Walküre. Probleme mit den Nazis hatten sie jahrelang daran gehindert, in Deutschland zu singen, und als Österreich 1938 annektiert wurde, verließ Lehmann ihre Opernkarriere, konzentrierte sich auf die Met und sang und nahm mehr Lieder auf als zuvor. Diese Aufnahmen zeigen eine hohe Verfeinerung des Liedergesangs, die nur selten erreicht wird.

1914 sang Lotte Lehmann zum ersten Mal in London und galt bei ihrem letzten Auftritt 1938 als eine der größten Sängerinnen aller Zeiten. Außerdem trat sie regelmäßig (1926-1937) bei den Salzburger Festspielen unter der Leitung von Clemens Krauss, Schalk und Arturo Toscanini auf. Liederabende führten Lehmann mit dem Pianisten Bruno Walter zusammen.

Lotte Lehmanns Karriere in den USA setzte sich während des Krieges fort, vor allem mit Konzertauftritten und Aufnahmen. 1951 gab sie ihre letzten Konzerte und zog sich in eine aktive Lehrtätigkeit zurück, der sie bis zu ihrem Tod 1976 folgte.