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Maggie Smith gehört zu den beliebtesten Schauspielerinnen Europas, in ihrer britischen Heimat ist sie eine Institution und wird dort seit Jahren als lebende Legende verehrt – mit ihrer oft schrulligen Darstellung und einer enormen Vielseitigkeit spielt sie betuliche Hausfrauen, intrigante Giftspritzen und altjüngferliche Gouvernanten, häufig ist sie in Ensemble-Filmen in komödiantische Rollen mit Tiefgang zu sehen, in denen sie auf einzigartige Weise Komik und Tragik vereint

Maggie Smith kommt am 28. Dezember 1934 als Margaret Natalie Smith Cross im englischen Ilford/Essex zur Welt. Ihre Mutter Margaret Hutton Little ist eine Schottin aus Glasgow und arbeitet als Sekretärin, ihr Vater – der Pathologe Nathaniel Smith – kommt aus dem englischen Newcastle upon Tyne. Maggie Smith wächst zusammen mit den Zwillingen Ian und Alistair auf. Kurz vor Kriegsbeginn zieht die Familie nach Oxford – vor Bombardierungen der deutschen Luftwaffe fühlt man sich dort sicherer. Wenig später wird Maggie Smith an der Oxford High School aufgenommen. Für eine akademische Bildung kann sie sich nicht erwärmen und verlässt die Schule bereits mit sechzehn Jahren, um der Oxford Playhouse School beizutreten. Zwar meint ihre Mutter, dass sie mit ihrem Aussehen nie eine Schauspielerin werden kann, dennoch beginnt Maggie Smith am Theater zu arbeiten und hat bald den Rang eines „Assistant Stage Managers“ inne.

Maggie Smiths professionelles Bühnendebüt erfolgt 1952 als Viola in Shakespeares „Was ihr wollt“ – schon bald avanciert sie zur umjubelten Schauspielerin in Oxford. In den folgenden Jahren erweitert sie ihren Horizont in verschiedenen Theater-Produktionen. In dieser Zeit feiert sie auch ihre größten Erfolge in Varieté-Revuen in Edinburgh und London. 1956 gibt sie schließlich im New Yorker „Ethel Barrymore Theatre“ in der Revue „Faces“ ihr Broadway-Debüt – in den folgenden Jahren steigt Maggie Smiths Bekanntheitsgrad.

Maggie Smiths Filmkarriere startet 1956 mit einer kleinen Rolle als Partygast in Eric Portmans „Child In The House“. Zwei Jahre später hat sie eine kleine Rolle im Krimidrama „Gejagd“, für das sie eine erste Nominierung als vielversprechendste Nachwuchsdarstellerin erhält. Ihren internationalen Durchbruch vor der Filmkamera hat sie in „Othello“ (1965) neben Sir Laurence Olivier. In den folgenden Jahren steht Maggie Smith mit Berühmtheiten wie Peter Ustinov, Margaret Rutherford, Elizabeth Taylor, Richard Burton, Anne Bancroft, Rod Taylor und Julie Christie vor der Kamera.

Nach der Geburt ihrer Söhne verringert Maggie Smith ihr Arbeitspensum. 1969 spielt sie zwei ihrer signifikantesten Rollen – zuerst in „The Prime Of Miss Jean Brodie“ („Die besten Jahre der Miss Jean Brodie“, 1969), für die sie 1970 mit dem „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wird, und dann in Richard Attenboroughs „Oh What A Lovely War“. Eine weitere „Oscar“-Nominierung erringt sie als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Travels With My Aunt“ („Reisen mit meiner Tante“, 1972). In der Krimi-Parodie „Murder By Death“ („Eine Leiche zum Dessert“, 1976) spielt sie neben David Niven und in „California Suite“ („Das verückte California-Hotel“, 1978) an der Seite von Michael Caine, wofür sie ihren zweiten „Oscar“ als beste Nebendarstellerin erhält.

In Stratford im kanadischen Ontario wird Maggie Smith daraufhin für die nächsten vier Jahre festes Ensemblemitglied am Festival Theatre – sie spielt dort große klassische Rollen, die sie an britischen Theatern nie angeboten bekommt. Nach vier Jahren kehrt sie auf die Bühne des Londoner West End zurück. Schon ihre erste Rolle als Virginia Woolf bringt ihr ein Jahr später einen weiteren „Evening Standard Award“ als beste Theaterdarstellerin ein. Danach kehrt sie zum Film zurück – sie ist in „The Missionary“ („Der Missionar“, 1982) zu sehen, sowie in der Komödie „A Private Function“ („Magere Zeiten“, 1984), für die sie erneut mit einem „BAFTA“ als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wird.

Ein grosser Erfolg für Maggie Smith ist die Rolle der verhärmten Jungfer Charlotte Bartlett in James Ivorys Komödie „A Room With A View“ („Zimmer mit Aussicht“, 1986) an der Seite von Helena Bonham-Carter und Julian Sands, für die sie den „Golden Globe“ und den „BAFTA-Award“ entgegennehmen darf, sowie eine weitere „Oscar“-Nominierung als beste Nebendarstellerin erhält.

In den neunziger Jahren sieht man Maggie Smith vorwiegend in Hollywood-Produktionen – in Steven Spielbergs „Hook“ (1992), in beiden Teilen von „Sister Act“ (1993) mit Whoopi Goldberg, in „The First Wives Club“ („Der Club der Teufelinnen“, 1997) neben Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton sowie in Franco Zefirellis „Tea With Mussolini“ („Tee mit Mussolini“, 1999) an der Seite von Cher, Judi Dench und Lily Tomlin.

Maggie Smith sagt, dass man im Großmutter-Alter Glück haben müsse, überhaupt noch eine Rolle zu bekommen. Allerdings braucht sie sich über mangelnde Beschäftigung nicht zu beklagen – sie spielt in allen vier Harry-Potter-Verfilmungen die Professorin Minerva McGonagall. Darüber hinaus ist sie in Robert Altmans Meisterstück „Gosford Park“ (2001) neben Helen Mirren; Stephen Fry und Clive Owen, in „Secrets Of The Ya-Ya Sisterhood“ („Die Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern“, 2002), in „My House In Umbria“ („Mein Haus in Umbrien“, 2003), in „Ladies In Lavender“ („Der Duft von Lavendel“, 2004) neben Judy Dench und Daniel Brühl, in der Krimikomödie „Keeping Mum“ („Mord im Pfarrhaus“, 2006) an der Seite von Kristin Scott Thomas, in „The Best Exotic Marigold Hotel“ („Best Exotic Marigold Hotel“, 2011) mit Bill Nighy, in „Quartett“ (2012) und in „My Old Lady“ (2014) neben Kevin Kline zu sehen.

Große Beachtung erfährt Maggie Smith durch ihre Mitwirkung in der erfolgreichen britischen Serie „Downton Abbey“ – für ihre Rolle der schnippischen Violet Crawley wird sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Maggie Smiths Spiel lebt von einer Balance aus Intensität und Humor – ihr Stimmumfang, ihre Bühnentechnik und ihr präzises Timing ermöglichen es ihr, sowohl in komödiantischen als auch dramtischen Rollen Verwundbarkeit zu demonstrieren. Mit ihre langsamen und näselnden Stimme kann sie innerhalb eines Satzes von der Komödie zur Tragödie wechseln.

Maggie Smith gilt als sehr scheu, hält sich vorwiegend aus der Öffentlichkeit zurück und gibt sehr selten Interviews. Sie ist von 1967 bis 1975 mit dem Schauspieler Robert Stevens verheiratet und von 1975 bis zu dessen Tod 1998 mit dem Drehbuchautor Beverley Cross. Ihre Söhne Christopher und Toby aus erster Ehe sind ebenfalls als Schauspieler tätig. Mit dem Schauspieler Sir Laurence Olivier ist sie bis zu dessen Tod eng befreundet, zu ihrem weiteren Freundeskreis gehören der 1990 verstorbene Rex Harrison sowie die Schauspielerinnen Joan Plowright, Judy Dench und Helen Mirren.

1990 wird Maggie Smith von der britischen Königin Elisabeth II. in den Ritterstand erhoben. 1991 erhält die Schauspielern in Hamburg den deutschen „Shakespeare-Preis“ der „Alfred-Töpfer-Stiftung“ für ihre Leistungen um das Theater. 1994 findet sie Aufnahme in die „Theater Hall Of Fame“, auch verfügt sie über einen Stern auf der Londoner „Avenue Of Stars“ und hat zwei Ehrendoktorwürden inne. In ihrer langjährigen Schauspielkarriere wirkt die Schauspielerin in über siebzig Film- und Fernsehproduktionen mit und erhält unter anderem zwei „Oscars“, fünf britische „BAFTAs“ und zwei „Golden Globes“. 1993 wird sie von der „British Academy Of Film And Television Arts“ (BAFTA) mit einem Spezialpreis für ihr Lebenswerk geehrt, drei Jahre später mit der „Academy Fellowship“ – dem Ehrenpreis der „BAFTA“ – ausgezeichnet.

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