Famous People » Sänger » Manu Chao

Mit einem Musikstil, der sich aus Rock, Rap, Ska, Reggae, französischen Chansons, Salsa, Flamenco und algerischem Raï zusammensetzt schöpft Manu Chao einen hinreißenden Sound, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der französische Musiker setzt sich mit Nachdruck für die Unterdrückten dieser Welt ein und hat nicht nur in Lateinamerika und Afrika unzählige Anhänger

Manu Chao kommt als José-Manuel Thomas Arthur Chao am 21. Juni 1961 als Sohn des galicischen Journalisten und Musikers Ramón Chaoin in Paris zur Welt und wächst dort sowie in Marseille und Barcelona auf. Seine Mutter Felisa Chao kommt aus dem Baskenland. Die Eltern gehen ins französische Exil, um dem faschistischen Regime von General Franco zu entkommen. In den Pariser „Banlieues“ kommt der Sänger schon früh mit Migranten aus dem arabischen Raum, aus Lateinamerika und Afrika und deren Kultur, Sprache und Musik in Berührung.

Nach den Bands „Hot Pants“ und „Los Carayos“ in den achtziger und frühen neunziger Jahren gründet Manu Chao zusammen mit seinem jüngeren Bruder Antoine Chao die Band „Mano Negra“, deren kreativer Kopf er ist – diese erspielt sich auf vier Alben mit einer Art „World Punk“ mit afro-karibischen, lateinamerikanischen und mediterranen Rhythmen eine feste Fangemeinde. Schon in diesen frühen Zeiten wird ein Lied der Band im französischen Fernsehen zensiert, da es kommunistisches und revolutionäres Gedankengut enthält. „Mano Negra“ tourt durch französische Städte und bietet den sozial Benachteiligten ein großes Spektrum an Unterhaltung.

Nach der Auflösung von „Mano Negra“ kehrt Manu Chao Frankreich für mehrere Jahre den Rücken, 1993 begibt er sich mit Freunden und Mitarbeitern auf eine Zugreise durch abgelegene Regionen Kolumbiens, um den Menschen dort seine Musik näherzubringen. Auch widmet er sich neuen Projekten mit verschiedenen lateinamerikanischen und spanischen Bands.

1998 erscheint mit „Clandestino“ („Reisender ohne Pass“) das erste Solo-Album von Manu Chao – es gehört zu den weltweit meistverkauften französischen Musikproduktionen überhaupt und ist vor allem in Lateinamerika ein großer Erfolg. Manu Chao setzt sich darin mit den sozialen und politischen Problemen der lateinamerikanischen Bevölkerung auseinander. Die Single „Bongo Bong“ wird 1999 nicht nur in Deutschland zum Sommerhit und erobert die Spitzenpositionen der weltweiten Charts – der eingängige Song wird auf diversen Film-Soundtracks verwendet und in den folgenden Jahren etliche Male gecovert – unter anderem von Robbie Williams. 2001 erscheint mit „Próxima Estación“ das Nachfolgealbum, das nicht ganz an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen kann.

2006 geht Manu Chao nach mehrjähriger Abstinenz in Südamerika auf Tournee und kehrt für mehrere Festivalauftritte nach Europa zurück. 2007 schließt sich eine Nordamerika-Tournee an und im selben Jahr erscheint das Album „La Radiolina“ mit den Titeln „Raining In Paradise“ und „Politik Kills“.

Manu Chao singt seine Lieder auf Französisch, Spanisch, Arabisch, Italienisch, Portugiesisch, Galicisch und Englisch – oftmals benutzt er mehrere Sprachen in einem Lied. In seinen Songs erzählt er Geschichten aus dem Leben und von der Liebe, immer wieder spricht er soziale Themen wie Immigration, Rassismus und Solidarität an. In vielen seiner Songs lässt er einen „linken“ politischen Ansatz erkennen, der vor allem die Lösung der Probleme der Dritten Welt und der sozialen Gerechtigkeit thematisiert. Viele seiner Anhänger sind Globalisierungsgegner und lassen sich dem „linken“ Spektrum zuordnen – seine größte Anhängerschaft dürfte er jedoch in Lateinamerika und Afrika haben. Der Sänger ist eines der Gründungsmitglieder von Attac.

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