Marc Almond kann auf eine lange Karriere zurückblicken – mit dem New-Wave-Duo “Soft Cell” erklimmt er Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts mit diversen kitschig-avantgardistischen Songs die Spitzen der weltweiten Hitparaden. In den folgenden Jahren kann er als Solosänger etliche Erfolge feiern und macht sich einen Namen als Interpret zahlreicher Coverversionen sowie als Duettpartner an der Seite anderer Musikgrößen
Peter Mark Sinclair Almond kommt am 9. Juli 1957 im britischen Southport, Lancashire zur Welt. An der Seite von David Ball gründet er 1980 in Leeds mit “Soft Cell” das erste erfolgreiche New-Wave-Duo Großbritanniens. Die erste musikalische Produktion von “Soft Cell” ist die nur mäßig erfolgreiche EP “Mutant Moments”, daraufhin folgen die Singles “A Man Can Get Lost” und “Memorabilia”, doch erst mit der Coverversion des Soul-Klassikers von Gloria Jones “Tainted Love” katapultiert sich die Band auf die Top-Positionen der internationelen Charts und wird über Nacht weltberühmt. Hits wie “Say Hello Wave Goodbye”, “Torch” und “What” folgen und Marc Almond wird in kürzester Zeit zum Star. Noch zu Zeiten von “Soft Cell” veröffentlicht er unter dem Namen “Marc & the Mambas” zwei Platten (u.a. mit Matt Johnson von “The The”), auf denen er Songs von Syd Barret, Jacques Brel und Lou Reed covert. Nach der Auflösung von “Soft Cell” widmet sich der Sänger seiner Solo-Karriere. Im Duett mit Jimmy Somerville (“Bronski Beat”, “Communards”) covert er 1985 Donna Summers “I Feel Love” und arbeitet bei zahlreichen Veröffentlichungen von Freunden mit, unter anderem bei “Psychic TV” und “Coil”.
1984 erscheint Marc Almonds erstes Soloalbum “Stories Of Johnny”, 1988 folgt dann das von Kritikern hochgelobte “The Stars We Are”. Darauf befindet sich auch das Duett mit Gene Pitney “Something’s Gotten Hold Of My Heart”, der Hit entwickelt sich zur weltweiten Nummer eins und wird zum größten Erfolg in Marc Almonds musikalischer Solo-Karriere. In den neunziger Jahren wird es ruhiger um den Sänger, 1990 veröffentlicht er “Enchanted”, 1992 folgt das Album “Tenement Symphony” und 1996 “Fantastic Star”, danach entwickelt er sich weg vom Popsänger immer mehr zu einer Art modernem Chansonnier, was seiner Liebe zur Schauspielerei entgegen zu kommen scheint.
2001 tritt Marc Almond gemeinsam mit seinem ehemaligen Band-Kollegen David Ball als “Soft Cell” in Londons “Ocean-Club”‘ zu dessen Einweihung auf. 2002 erscheint das neue Studioalbum der Band – “Cruelty Without Beauty” – und eine anschließende Reunion-Konzerttournee folgt. Auch veröffentlicht der Sänger im selben jahr ein weiteres Studio-Album – “Stranger Things”.
Bei einem Motorradunfall wird Marc Almond 2004 in London lebensgefährlich verletzt – nach seiner Genesung veröffentlicht er 2007 “Stardom Road”, das ausschließlich Coverversionen enthält und von der Presse euphorisch gefeiert wird. Charles Aznavour, Al Stewart, David Bowie und Bert Kaempfert stehen als Komponisten Pate für das Album. Obwohl der Brite für das Album nur einen Song selbst schreibt, ist “Stardom Road” ein ausgesprochen autobiographisches Album. Danach geht der Sänger auf eine ausgedehnte Tournee.
“Ich habe gelernt, dass ich mich besser ausdrücken kann, wenn ich Songs anderer Leute singe. Von meinen eigenen Songs fühle ich mich oft eingesperrt. Das liegt daran, dass ich kein guter Songschreiber bin. Andrerseits gibt es so viele brillante Songschreiber, deren Songs ich mag. Außerdem empfinde ich eine große Freiheit, wenn ich Songs anderer Künstler singe. Es gelingt mir auch besser, meine Gefühle auszudrücken” so Marc Almond.